Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 17 (27.4.1928)
- Date
- 1928-04-27
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Iii MI INI)! Hl ATI IHK ISRAELITISCHEN REI IGIONSGI INI) I . I I IPZIO Seile 1 Jüdische Verbände u. Gemeinden Jüdi ch-S«>ziale Schulun^swodic Unler Beteiligung von etwa 2Ü0 Teilnehmern, \<>u denen ein großer Teilaus dem Kelche nach Berlin gekommen war, fand Vom 16.-23. Mari l'JJS in Berlin eine von der ZeatralwohliahrtSStclle der detltS« hen Juden gemeinsam mit den anderen großen Wohl" fehrtsorganisationen \eranstaltete J üdisch'-soziale Schulungswochc in der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums statt. Unter den Teilnehmern waren vor allem in der jüdisch-sozialen Arbeit der verschiedensten Qebiete beruflich tätige Kriftel aber auch Rabbiner, Lehrer und freiwillige Mitarbeiter der Wohlfahrtspflege nahmen an der Veranstaltung teil. Dfe Schulungswoche wurde durch einen Vortrag von FrauS.Wron- >kv über „Neuzeitliche WohlfahrtspflegeM (Wandlungen der Ideen, Begriffe und Methoden) eingeleitet, der den Gesamteusammenhang der jüdischen mit der allgemeinen Wohlfahrtspflege sowie der ein/einen Themen untereinander herstellte und /ahlreiche Anregungen für die neuzeitliche Ausgestaltung dei| Arbeit gib. An den Vortrag schlofl sieh ein geselliget Zusammensein fast aller Teilnehmer in den neuen Räumen der Zentralwohlfahrtsstelle. Nachdem Prof. Dr. F:rieh Seligmann am nächsten Tage die SchuhingSWOdM mit einer Ansprache eröffnet hatte, wurden auf den einzelnen, wahrend der Schulungswoche behandelten OebJeten eine Reihe ausgewählter Themen möglichst vom allgemeinen um! vom jüdischen Standpunkt aus dargestellt, um sie für die Praxi* nutzbar zu machen. Die Vorlesungen wurden /um Teil durch Arbeitsgemeinschaften in willkommenster Weise ergänzt; außerdem fanden einige Besichtigungen statt. , Im Kähmen der Schulungswoche veranstaltet!' auch der Verein der Leiter und Leiterinnen jüdische) Erziehungsanstalten Deutschlands! eine Sondersitzung, in der Direktor Dr. Rothschild-Dinslaken zugleich für die Teilnehmer der Jüdisch-Sozialen SchulungSWOChC über die Frage sprach: ,.\X'as können wir aus der Erziehungsweise der Landcrziehungsheime für unsere Anstaltserziehung verwenden-" Während der Schulungswoche trat schließlich der „Soziale Ausschuß des Tieichsverbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche" zu seiner ersten Sitzung zusammen; ferner fand eine besondere Zusammenkunft der beruflich tätigen jüdisch-sozialen Kräfte statt. Wie der Vorsitzende der Zentralwohlfahrtsstelle, Rabbiner Dr. Baeck. in seiner Schlußansprache hervorhob, sollte die Fortbildungsveranstaltung vor alllem da/u dienen, Theorie und Praxis, die allzu leicht verschiedene Wege gehen, erneut miteinander zu verbinden. Die Schulungswoche, aus deren Erfahrungen manches für die Ausgestaltung späterer Veranstaltungen entnommen werden konnte, soll den Anfang weiterer Schulungsmöglichkeiten bilden. Es ist auch beabsichtigt, den wesentlichen Inhalt der Vorlesungen zu veröffentlichen, damit die zahlreichen starken Anregungen der Vortragenden — die sich alle mit gröflter Hereitwilligkeit und vollem Erfolge in den Dienst der Fortbildungsarbeit gestellt haben - über den Kreis der unmittelbaren Teilnehmer hinaus auf die praktische Arbeit fortwirken können. ' 1 \ Reich>regierung für den Nahhaih Der Preußische I andesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden, Sitz I lalberstadt, gibt bekannt: Es ist in letzter Zeit häufig vorgekommen, daß jüdischen Arbeitslosen, die eine Arbeit am Sabbath aus religiösen Gründen ablehnen, die Arbeitslo-vcnuntcrstützung entzogen wurde. Der Reichsarbeitsminister hat nunmehr auf eine Eingabe geantwortet, er werde zur Vermeidung weiterer Schwierigkeiten l>eim Herren «Hüte Du Beete in alles Preislagen Reise-, Sport-, Yacht . Schüler-' und Rinder- Mützen JUÜUS Müller, Lelpgig, Peters«tr.30 und Gohlis, Halllsdi« Stritte 87-80 in Gohlis auch Wäsche, Cravatten und Herrenartikel Präsidenten der Reichsanstall für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung anregen, daß bei Arbeitsvermittlungsansuchen orthodoxer Israeliten soweit als möglich versucht wird, sie in solchen Stellen unterzubringen, in denen am Sabbath keine Arbeit verlang! wird. V Unsere; Gemeinde Die neue Gemeindevertretung Nachdem durch die l ntscheidung des Wahlprüfungsgerichtes die Zusammensetzung der Gemeindevertretung endgültig festgelegt worden ist, fand am Donnersta g. d c m 2(>. A pril 1928, 6 Uhr nachmittags, im Sitzungszimmer des Gemeindeamtes, Löhrstr. eine Wahlversammlung und daran anschließend eine Gemeindesitzung mit folgender Tagesordnung statt: l. Festsetzung der Stellvertretung des Gemeindevorstehers nach (5 Ii des (lemeindestatuts. J. Wahlen zum Sachs, israel. tiemeindeverband '2. Wahlen nach £ 27 des Qemeihdestatuts (Ausschüsse) 4. Ermächtigung zur vorläufigen Wirtschaftsführung 5. Erweiterung des Friedhofsgeländes 0. Rangänderung der Hypothek Obel Jakob 7. Einspruch gegen die Belegungsordnung für den neuen i riedhof. 8. Betriebsmittel für die Darlehnskasse <J. Antrag des Vereins Ahawas Thora auf nachträgliche Gewährung eines Heitrages für die Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 31. Marz 1928. Anschließend: Nichtöffentliche Sitzung. Ein Bericht über die Gemeindesitzung folgt in der nächsten Nummer. Für Donnerstag, den 3. Mai, isteine weit er e Gemeindesitzung in Aussieht genommen. Für die Heiliiuif des Sabbath Zur Stützung der am Sabbath und an l eiertagen geschlossenen Detailgesehäfte und Betriebe (Lebensmittel, Handwerk usw.) beabsichtigt die Agudas Jisroel-Ortsgruppe, in der nächsten Zeit eine tatkräftige Aktion zun nternehmen. Die in Betracht kommenden Geschäftsinhaber werden daher höfl. ersucht, ihre Adresse unverzüglich unserem Vorstandsmitglied, Herrn Jakob Kosiner, Frankfurter Str. 1, III (Tel. 1515S) mitteilen zu wollen. Mitteilung des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (Ortsgruppe Leipzig) Die Geschäftsstelle der C-V.-Ortsgruppe teilt uns mit: Das lsr. Fam.-Bl. (Hamburg) glaubte vor einigen Wochen Anla!) zu haben, in einer Briefkastennotiz auf antisemitische Neigungen der hiesigen Firma Georg Metffher u. Co. hinzuweisen. Wir sind der Sache nachgegangen und haben einwandfrei festgestellt, daß dieser Hinweis jeglicher Begründung entbehrt. Das Fam.-Bl. hat denn duch später seine Leser in angemessener Weise darüber aufgeklärt. Wir halten es für unsere Pflicht, den Lesern des pemeindeblattes noch besonders davon Kenntnis zu geben, daß die genannte Firma keinerlei Grund zu solcher Auffassung gegeben hat.