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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-04-20 · 16 (20.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
16 (20.4.1928)
Date
1928-04-20
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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GEMEINDEBLATT DER ISRALLITISCHE-N RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Generation /um Judentum, verhält sich jedoch skeptisch zu Bubers Gesellschaftsauffassung, die ei mihi sozialistischen Gesichtspunkt kritisiert, Dei zweite Beitrag stammt von tiermann Oerson, einem Mitglied des deutsch/jüdischen Wanderbundes „Kameraden", der hier ein warmes Bekenntnis zu Bubei ablegt. Aus dem übrigen Inhalt Urs Heftes erwähnen wii noch einen Aufsatz, von Joachim Prinz, „Bildungsarbeit in dir Jugendbewegung", Notizen über du- Chaluz-Konferenz und andere Gegenstände. Die Zeitschrift, duin ihren ersten Anfängen in etwas unfruchtbare und unjugendliche politische Polemik sich zu verlieren drohte, hat mit diesem Heft, das ihr sicherlich neue Freunde werben wird, einen entscheidenden Schritt vorwärts getan. Der junge Jude, dessen vorzügliche, moderne äußere Form und Ausstattung zu rühmen ist, kostet halbjährlich nur Mk, 2. und kann durch die Administration: Merlin, Or. Präsidentenstr. i odei durch die Buchhandlg. Kaufmann, Brühl 8 bestellt werden. Kurt Münzer: |ude ans Kreuz! Roman. Wien und Leipzig 1928 (R. Löwit-tVerlag). Ileine, der scharfe und geistvolle Beobachter, sagt einmal: Die Juden, wenn sie gut sind, sind sie besser, wenn sie schlecht sind, sind sie schlimmer als die Christen. Einen dieser edelsten Typen jüdischen Stammes macht Kurt Münzer in seinem Buche ,,Juden ans Kreit/." /.um Mittelpunkt seines Romans. Der junge, schöne Geiger Abel Adler ist eine jener Erlööernaturen, wie sie das Judentum hervorgebracht hat, jene Menschen, die an dem leid der ganzen Menschheit tragen, die Opfer bis zur Selbstvernichtung zu bringen imstande sind. Befremdlich wirkt, dal) in diesem aus leidenschaftlichem jüdischen Empfinden geschriebenen Buche Wesen - art und Schicksal des I leiden dauernd Analogien mit Charakter und Leben des Stifters dir christlichen Religion aufweist. Es soll hiermit die Tendenz des Buches zum Ausdruck gebracht werden: der Jude mag sein wie er wolle, er mag die Veredlung seines Menschentums bis ins Ucbcrmenschliche steigern, hilft nichts, der Jude wird verbrannt, resp. ans Kreuz geschlagen. Kurt Münzer paßt sicli in diesem Buche dem (leist unserer /.eil an, die an allem Stilleu hastig und achtlos vorübergleiten wurde Er trägt mit starken Farben auf. Mit der ganzen Gewalt der ihm eigenen Darstellungskraft schreit er das Elend der zerrissenen und aertretenen jüdischen Seele in die Welt, die in rührendem (»ptimisjß Raus der fiüte *>,. 6 m b. h örössics Spczlai'UiiU.'TtchnKn DcimcMancU Zentrale: Leipzig, Brühl 5 * s m m i m B : l P I L I A 1. E N : Ceipzio., Brühl 6 „ ö itnmdiscbcr Stcinwcq 15 m UJindmühunstrassc 24 €iienbabn$iras$c i\ „ öundorfmirasse 15 Dresden, Cbemni^ Stettin, magdeburg, Stargard i. P. €rfurt, 3ena l nuis glaubt, mit Güte den Widerstand der Welt besiegen /u können, die hundertmal um Liebe bettelt, um ebenso oft zurückgestoßen und zertreten zu werden. Mit ebenso starken f ärben schildert er das Elend der niedersten Kreise, bei denen er unter Armut und Laster noch den verborgensten Rest Menschenwert sieht, und die luxuriösesten Kreise, deren Pracht nui die Herzensnot der in ihnen lebenden Menschen zu verbergen sucht. Das schreiende AeuBere des Buches soll wohl nur dazu dienen, den Blick auf sein wertvolles Innere zu Unken E. C—n. Die März-Nummei des vom Hilfsverein der Deutschen Juden unter Oer Redaktion von Dr. Mark Wischnitzer und Arthur Qoldschmidt herausgegebenen Korrespondenzblattes über Auswanderungs- und Siedlungswesen enthält ein sehr reiches Material, das Aufschiuli gibt über die Auswaridererfürsorge des fiilfsvereinSj Naturalisation \on Ausländern, die jüdische Arbeit in der Union der Sowjetrepubliken, Wanderer- und Siedlerfrage in den europäischen und Uebcrsee-Lündern, di< wirtschaftliche und Einwanderungslage in Palästina, die Konferenzen in London, Genf und Herlin, die Organisation des Hilfsvereins und der HJCEM, Bücher- und Zeitschriftenschau u. v, a. Das Zelt. Zeitschrift für die jüdische Jugend. April 1U28. München (Verlag B. Heller) Auch das Aprilheft der jungen Jugendzeitschrift zeigt die an den früheren Heften /n rühmende Reichhaltigkeit aH gut gewähltem Stoffe. Das lieft ist vornehmlich dem Pefiach-Fest gewidmet; durch eine Reihe guter Abbildungen werden Gedanken und Einrichtungen des Festes veranschaulicht. Auch sonst finden die jugendlichen Leser viel Anregendes in dem Hefte. (Bezugspreis vierteljährlich 1,20). t; AmtSiche Bekanntmachungen der XsrMlitlaohM Religionsgemeinde zu Leipzig laschenkalender (wiederholt) Die Gemeinde wird lür das Jahr 5()$() wieder einen Taschenkalsndsr herausgeben, der, wie im Vorjahr ,ein Verzeichnis aller in unser «r Stadt bestehenden jüdischen Vereine enthalten soll. Bei der grollen Zahl der bestehenden Vereinigungen ist «s erklärlich, daß das vorjährige Verzeichnis noch manche Ungenauigkeitea enthielt, möglicherweise waren auch Vereinigungen aufgeführt, die nicht mehr bestehen. Um solche Fehler zu vermeiden, erfolgt di» PP ™ ©ER M % bEKANNTEN iWIQC OD IL eLeCTROLQGßß IHOMOtCORD ©D€©(N1 hemzjU M M E RJMAMM str'nl'£5 stets große Auswahl in allen Preislagen . ä Paar v. 75 Pfg. an ALSELA Reichsstraße 4-6

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