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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-04-13 · 15 (13.4.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
15 (13.4.1928)
Date
1928-04-13
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 2 GEMEINDE BLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG freundschaft von neuem in unseren Reihen heimisch zu machen, die sich in erster Linie dem Armen gegenüber bezeugt. Nach der Auflassung unserer Qesetzeslehrer findet auf den, der sich an festlichen •Tagen mit Weih und Kind an den vollbesetzte* Tisch setzt, aber dem Armen die Türe weist, der Schriftvers Anwendung: „Ihre Mahlzeit ist eine Mahlzeit der Trauer; alle, die sie essen, verunreinigen sich, denn sie gilt nur ihrer Qier; sie kommt nicht in das Haus Qottes." Maimonides aber versteht die Mahnung der Sprüche der Väter, daß die Armen die Kinder unseres Hauses sein sollen, dahin, daß wir den Armen in unser Haus aufnehmen und ihm in diesem eine Betätigungsmöglichkeit eröffnen. I>ie Not dieser und jener Kleingemeinde könnte gemildert werden, wenn mancher Begüterte sich entschlösse, diesem Rate zu folgen. Er käme aber damit vor allem dem Ideal nahe, das hier als das höchste der jüdischen Zedakah gekennzeichnet \>uide. Die andauernde Mitaibeit von Privaten ist ja ohnehin auf diesem Gebiet nicht zu entbehren. Und das Problem, immer weiteren Kreisen die Heiligung des Sabbats zu ermöglichen, wird von den Organisationen allein am wenigsten gelöst werden, auch dann nicht, wenn es gelingt, Arheitskolonien und Arbeitsstätten in größerem Malistab zu errichten und den Verein Schomre Schabbos neu und in neuer Art aufleben zu lassen. Bericht des Israelitischen Wohltätigkeitsvereins zu Leipzig für 1927 Gerne geben wir in unseren Blättern dein „Berichte des Isr. Wohltätigkeitsvereins" Raum. Zeigt er doch, wie ungemein segensreiche Arbeit der Verein in seinen verschiedenen Zweigen leistet. Zahlen werden häufig überlesen. Es verlohnt sich aber, sich in diese Zahlen zu vertiefen. Sie geben darüber Aufschluß, wie die Wohltätigkeitsanstalten den Aufgabenkreis trotz der Unzulänglichkeit der Räume immer erweitern, und welche außerordentliche Mühewaltung erforderlich ist, um all dem gerecht werden zu können. Um so wünschenswerter muß es sein, wenn der Kreis der Freunde sich immer mehr ausdehnen wiirde. Die Schriftl. Der Vorstand des Isr. Wohltätigkeits-Vereins darf wieder auf ein arbeitsreiches von Erfolg begleitetes Jahr zurückblicken. Die neueingeführte Freitag-Abend-Speisung in der Volksküche hat sich gut bewährt, wenn auch nicht gar zu viele Teilnehmer des Mittagstisches sich zum Freitag Abend einfinden. — Die Preise des Freitag-Abend- und des Sabbat-Mittagessens sind die gleichen wie die wochentäglichen. Das Essen silbst aber ist festtäglich; daher sind die Unkosten für die Speiseanstalt für diese zwei Mahlzeiten bedeutend größer. In der Speiseanstalt kamen 36992 Portionen Mittag- und Freitag-Abendessen zur Ausgabe. Den uns von der Isr. Religionsgemeinde zugewiesenen Bedürftigen und Durchreisenden wurden im ganzen J758 Portionen Essen verabreicht. An den hohen Feiertagen (Mittags und Abends) wurden die Teilnehmer der Volksküche auf Kosten der Gemeinde unentgeltlich in unserer Speiseanstalt mit Festessen gespeist; und anläßlich vieler Gedenk- und Erinnerungstage und Familienfeste spendeten verschiedene unserer geehrten Mitglieder und Wohltäter Gratis-Festessen. Isrielitisdie Spciseanstalt: Zusamrnens'ellung der im Jahre 1927 ausheberen Portionen Mittat? und Freitag-Aber dessen 1927 M c s i - 1 < £ 4* ^> Siudenten u. Mit elstan d Volks-Küdie ä ä 40 Pt. 20 Pf. Regie durch Herrn Weig.er ■ 1* — _c |Ü 3 ■o d. d. Hilfsverein Israel. Gew.-Treib. an Logenkinder ä i 40 Pf. 20 Pf Gratis Speis von Pivaten Für die israel. Kelißions gemeinde zu Leipzig >. Uurrh Rl.., (.. <™,> .. i. M. jal brtl. . rmndr »■ on , ln«rm«. ' , IUI ' 1 Städtische V Bf w o tri 3 :3 U. Gesamt- Ausgibe Januar 141 1226 1 800 213 214 103 41 96 18 1S5 3257 Februar 319 1043 069 213 213 64 21 — — _ — 67 23 215 2843 Mira 359 127.1 912 197 246 68 39 — _ — — 13'' 57 220 3504 April 240 844 Olli 8< 160 48 15 — — — 117 21 85 2236 Mai 351 14 IS Hin 208 217 68 8 1 16 9 97 49 72 3408 |nnl 329 1478 080 170 lSb 59 18 6 35 30 69 64 21 55 3201 Juli 2K4 1490 bl8 23.4 194 62 7 — 37 50 — 80 25 70 3 3175 August 291 9'.7 587 23S IM 61 Ii 1 44 31 20 117 31 142 2750 September 314 999 702 248 209 5ö 9 1 21 33 33 123 4'.» 105 256 3158 Oktober 407 T.58 025 152 257 59 30 2 11 9 36 72 49 70 584 3521 November 310 1051 738 lHi 207 67 33 5 24 •11 — 86 22 51 — 2898 Deztm jer 318 11 ">5 748 13) 220 72 45 10 2<i 35 48 100 33 32 — 3041 3894 1414! H577 22e5 25$ l 787 276 2 Neu eingerichtet wurde ab Monat Mai die Schulkinder-Speisung, die gegen Ende des Jahres noch erweitert wurde. Hortkinder, deren Eltern und Angehörige keinen Haushalt haben oder die Woche über von Leipzig abwesend sind, erhalten ein kräftige.; Mittagessen unter Aufsicht unserer Hort-Helferin und wer Jen von dieser bis zum Beginn der 1 lortstuuden beaufsichtigt und betreut. Auch durch diese Neuerung entstehen uns neue Kosten. Neben größereu und kleineren Ausgaben u:id Reparaturen hatten wir 1927 besondere Mehrausgaben lür Schornsteiureparaturen, für Dacharbeiten, für Rohrbrüdie in der Küche und im Kinderhorte, für Hausiront-Ausbesserung, die einen r\tra-Aufwand von M 1147.95 erforderten und einen Teil der Ausgaben des Konto Hausverwaltung bilden. Die Altersversorgung war mit 9 Insassen voll besetzt. Leider verloren wir in der zweiten 11 ilfne des Jahres 3 Insassen: Frau Marie Wassermann, die 15 Jahre bei uns war, Herrn Morris Wolf und Herrn Bernhard Finkda, Der Kinderhort verlief in gewohnter, geordneter Weise unter der tüchtigen pädagogisch-bewährten Leitung unseres Fräulein Elsbeth Cahn, die mit großer Liebe und Ausdauer sich ihrer schwierigen Aufgabe gewachsen zeigte. 214 238 212 | 1218 398 1302 840 3 3^92 In unserem Dürr eil berger A 1 p h on s - J acob so n - K i n d e rheim waren vom 1. Mai bis 8. September 4 Schulkindcrkolonien untergebracht. Den von unserem Vertrauensärzte, Herrn Dr. Adolf Freymann, untersuchten und dringend empfohlenen Kindern war die 4-wöchentliche Solbadkur von großem erfolgreichen Nutzen. So konnten im Laufe des Sommerhalbjahres 130 Knaben und Mädchen den Segen dieses Erholungsaufenthaltes genießen. Gestärkt und erholt kehrten unsere Kolonisten nach Hause zurück.— Die Kosten für die 4 Kolonien beliefen sich auf: M 6863,70, dazu kommen noch die Kosten für das Heim selbst M 1037.65. Ab 19. September hatten wir unser Kinderheim in Dürrenberg dem Isr. Kindergarten unentgeltlich zur Verfügung gestellt, der seine Kinder 5 Wochen lang darin beherbergte und verpflegte. Die Chanuka-Beschenkung hatte wiederum gezeigt, welche Sympathien unseren Wohltätigkeiisbestrebungen von allen Seiten entgegengebracht wurden. Dank reichlicher Spenden unserer Gönner und Freunde konnten wir unsere Hortkinder in größerem Maßstabe mit vollständiger Bekleidung in vorzüglicher Beschaffenheit ausstatten. Zur Feier selbst hatte der geehrte Vorstand der Leipzig-Loge in bereitwilligster Weise sein Logenheim zur Verfügung gestellt. In

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