Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 14 (1.4.1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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QEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIOIONSQEMEINDE, LEIPZIG StU« 3 Könige als ein Fremder gegenüberstand: er war als Jüngling geflohen, während noch Seti die Herrschaft innehatte; inzwischen waren Jahrzehnte verflossen.-- Auch du: Erzählung ran der letzten Plage, dem Sterben der Erstgeborenen, ist insoweit belegt, als eine Inschrift vom Tode des Sohnes Menephtahs, der gleichfalls Menephtah hieß, zu Lebzeiten seines Vaters kündet. — Durchaus glaubwürdig wird auch nach den geographischen Feststellungen der Zug der Israeliten von dosen aus bis zum Meere. Die Israeliten der Raamses-Stadt, in deren Mitte Moses und Aron sich befanden, eilten samt Frauen und Kindern, ihre Viehherden vor sich hertreibend, den Führern nach. Wenn sie die verhältnismäßig kurze Strecke, von Raamses Iiis zur See, sieben Tage lang marschiert sind, so wird eben dieser Zug an allen Orten, in denen die Israeliten in grollen Massen wohnten, vorbeigezogen sein, und schnellfüßige Boten, an denen es im alten Orient nie gefehlt hat, weiden die mit ihren Herden auf den weiten Oasen des Wadi-Tumilat Zerstreuten zu dem imposanten Haupt/ug herbeigeholt haben. Der Zug bewegte sich von der Residenzstadt Raamses in das, auch inschriftlich als von Ebräern überflutet bezeichnete, üebiet Succoth, in dessen Mitte die berühmte Stadt Pithom lag. Hier befanden sie sich auf det 'breiten nach Palästina führenden Straße und diese passierten sie auch bis nach dem, auch inschriftlich bekannten, Etam, woselbst eine große Festung innerhalb drei Tagen zu erreichen gewesen. Allein „Oott führte sie nicht den Weg nach dem Philistäerlandc, wenngleich er der nächste ist; denn Oott dachte, es möchte das Volk gereuen, wenn sie den Krieg vor sich sehen, und sie möchten nach Aegypten zurückkehren, und Oott ließ das Volk einen Umweg machen durch von Raamses bis nach Ftam regelrecht in der nordöstlichen Richtung, auf dem Wege nach Palästina marschiert sind, mußten sie jetzt in Etam, welches am Rande der Wüste lag, nach Südwesten umkehren und nachdem sie mehrere Stunden den schon einmal zurückgelegten Weg gegangen, betralen sie einen neuen Weg, ungefähr elf Meilen, die sog. Bitterseen entlang, nach dem Süden bis sie dann neben den auch inschriftlich bekannten Pihachirot und Migdol, vor dem Meere, in der Nähe der heutigen Hafenstadt Suea, auf einer schönen 2 Oase, die später auch von den Römern benutzt wurde, Ruhe und Erholung für sich und ihre Herden fanden. Den kürzesten Weg nach Palästina sollten sie nicht nehmen, sie könnten vor einem Krieg zurückschrecken. Schon an der Etam-Festung, an welcher, wie die Inschriften berichten, selbst zwei entflohene Sklaven angehalten wurden, wären unsere Vorfahren, wenn sie jenen kür/.estn Weg hätten gehen wollen, genötigt gewesen, dem ägyptischen Grenzposten gegenüber Gewalt anzuwenden, und nun erst auf der Landenge von Suez und im Süden Palästinas, woselbst Menephta, mehr als alle seine Vorgänger, die alten Festungen renoviert, neue Bastionen aufgeführt und dii Militärposten dortselbs! außerordentlich verstärkt hatte. Auch sonst war Aegypten durch seinen berühmten Grenzwall gegen Asien abgeschlossen. Um nun diese Oren/mauer zu umgehen sollte das Volk den Umweg machen und bis zum Migdol und Pihachirot, bis zum südlichen Teile des Golfes von Suez zurückweichen, und von dort aus, den Grenzwall umgehend, um die Nordspitze des genannten Golfes den Weg zum Sinai einschlagen. .,l'nd Pharao wird sprechen von den Kindern Israels: sie irren im Lande umher, eingeschlossen sind sie in der Wüste." Durch diese Abschw enku* nach dem Süden, nach der entgegengesetzten Richtung von dem nach Palästina fühlenden Wege, wurden auch die Aegypter irregeführt: da sie sieh für die flüchtigen Israeliten kein anderes Ziel deni ken konnten, als ihre südpalästinensischen Vettern, mit denen sie, nach der Meinung der Aegypter, von jeher komplottierl haben. «Illdische Verbände u. Gemeinden Aufruf der ..ISOP' Die Leitung der Jüdischen Sonderschau der Pressa l()2S, Köln, „ISOP" erläßt folgenden Aufruf: „In der internationalen Presseausstellung .,Pressa', die von Mai bis Oktober d. J. in Köln stattfindet, und die ganze Entwicklung und gegenwärtige < lestattung der gesamten Veitpresse zeigen wird, darf das Judentum seiner weltgeschichtlichen Bedeutung nach nicht fehlen. Die Jüdische Sonderschau der Pressa ll»2S, Köln, „ISOP" e. V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, innerhalb des Rahmens der Pressa in einem besonderen Pavillon« die indische Publizistik, d h. vor allem die Presse, die vom jüdischen Standpunkt aus jüdische Interessen vertritt und die gegenwärtig in 18 Ländern und in 35 Sprachen erscheint, vorzuführen. Man wird hier diese jüdische Presse in ihrer historischen Entwicklung und ihrer literarischen und soziologischen Gestaltung /eigen. Sic wird als das erscheinen, was sie ist: als das Spiegelbild jüdischer Kultur und jüdischen Lebens der Vergangenheit und 0egenwart. El haben alle größeren jüdischen Organisationen Deutschlands ihre tatkräftige Mithilfe hierbei zugesagt. Die Leitung der Sonderschau liegt in der Hand des Herrn Justizrai Dr. Bodenheimer, Köln, als Vorsitzender, und Herrn Rechtsanwalt Dr. Rudolf Callmann, Köln, als stellvertr. Vorsitzender. SteHvertr. Vorsitzender des Arbeitsausschusses ist Herr Oeueinderabbiner Dr. Rosenthal, Köln Ferner besteht in Berlin ein Arbeitsausschuß, der von Herrn Legationsraf Prof. Dr. Sobernheim geführt wird. Generalsekretäre sind: Herr Simchowitz in Köln, und Herr M. Walilmaun in Berlin. Die historische Abteilung der Sonderschau leitet Herr Qemeinderabbiner Dr. Kobcr, Köhl. Es iM ein Ehrauusschufl der „ISOP-' in Bildung begriffen, dem namhafte Persönlichkeiten angehören. Damit diese Soudcrschau die Form gewinnt, die der jüdischen Vergangenheit, Qegenwart und Zukunft würdig ist. bedarf sie der Unterstützung aller Juden, gleichviel welchen Ländern und welchen Richtungen sie angehören. Jeder, der Interesse an diesem t'nteruehmen hat, wird eindringlich gebeten, die Ziele der „ISOP'' zu unterstützen und seinen Beitritt zu dem Verein zu erklären." Unsere Gemeinde Die Kr/iehung des jüdischen Kindes Im Rahmen des Zyklus „Heber jüdische Kindcrer/ichung" veranstaltet von der Zionistischen Frauengruppe, hielt Frau Anna Neutnann einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag „Die Erziehung des jüdischen Kindes in der bibl Zeit bis zur Diaspor a". In geistvoller Weise zeigte die Rednerin in einer Parallele zwischen helh nischer und altjüdischer Erziehung den holten ethischen Standard des Judentums. Wahrend im klassischen Hellas der Einflufi der Mutter vollkommen ausgeschaltet war. so z. B. in Sparta. WO die Erziehung der Kinder der Staat in der Hand hatte und da- I r/ichungsideal der Soldat war. Ist im Judentum der Einfluß der Mutter der maßgebende; Vorbilder hierfür sind unsere Erzmttttcr. So haben wir Juden als Kulminationspunkt pädagogischer Lehren die Fortentwicklung ethischer Prinzipien betrachtet. Ein ganzer Stamm. Priester und Leviten, hatte die Aul gäbe, über die Fortentwicklung des jüdischen Volkes zu wachen. I ine bedeutsame Etappe im Judentum w ar die Oründung der Pro» phetenschulen, von da ab konnte jeder Berufene und Auserwählte Lehrer und Führer seines Volkes weiden. Hanna, die Muttei Samuels, erflehte sich den Sohn nicht, um l lefallen bei Ihrem Mann zu erwecken (Hier ein lebendes Spielzeug zu haben, sondern beseelt durch ihre prophetische Sehergahe, wünschte sie sich einen Sohn, um dem Volke, das mehr und mehr sittlich verwilderte, einen geistigen und ethisch hochstehenden Erzieher zu geben. Von Hannas Liehtgestalt leitete die Rednerin zu den Erziehungspflichten der heutigen in der Diaspora lebenden jüdischen I ran. Sic ermahnte in eindringlichen Worten die anwesenden Mutter, den jüdischen Geist in ihren Kindern zu wecken und in ihren Heimen walten zu lassen und die Erziehungsgnradsätze der Bibel als pädagogische Richtlinien in der Heranbild uns ihrer Kinder gelten ZU lassen Mai Beste.hingen für fejne -7* '•' 8 »A1-- '!*B w ' ■ \ ggfr^^i i ■ £ }- CDCLSO KObtM'TG****** KAFf-F.riHAU/ hvw<ii mm ■»"*■ mmi* unter Tel. 20214 oder im Laden Augustusplatz eroeten. loh.: Ernst Fischer früher langjähriger Pächter der Konditorei , Fü st Rechskaiuler"