Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 9 (2.3.1928)
- Date
- 1928-03-02
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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>MU.ATT DER ISRAELlflsbHEN P'_l.Iv : C* " >f' l r| HKi r Di- Künstler haben bei ihrem ersten Auftreten in Berlin durch dir vielseitiges Können begeisterten Beifall gefunden, und verspricht ihr Gastspiel in Leipzig für alle Freunde jüdischer Kunst ebenso Wertvoll wie genußreich zu werden. .Studentenhilfen Alle jüdischen Studierenden der Leipziger Hochschulen, welche tür das Sommersemester 1928 Stipendien wünschen, werden gebeten, ihre Gesuche baldmöglichst an die Studentenhilfe z. H. des Herr« Rabbiner Dr. üoldmann, König-JohanniStr. 17 einzureichen. Das Israelitische Krankenhaus (Eitingonsuituag) Von Dr. med. Pascal Deucl, Chefarzt des Isr. Krankenhcims. Neun Jahre sind seit der Eröffnung des Israelit. Krankenheims in der König-Johann-Strallc verflossen. In dir schwersten Zeit clor Revolution hatte es seine Pforten geöffnet, und unter schwierigen Verhältnissen hat es in seinen bescheidenen Räumen zahlreichen Kranken I Ulfe gespendet. Ls war ein Provisorium, in der Not der Zeit und in der Wohnungsnot geboren. Deshalb wird man es freudig begrüßen, dalt nun bald das Provisorium aufhört und das Krankenhaus Tatsache wird. Am 1. Mai soll das Eitingonkrankenhaus eröffnet werden. Es war sehr schwer, einen geeigneten P.atz zu finden und ihn von der Stadt zu erwerben. Das Areal umfallt I000Q (Quadratmeter. Wenn man bedenkt, wie ungünstig durch ihre Lage in lärmenden Straßen oder durch ihre Entfernung die jüdischen Krankenhäuse; in den meiste» anderen Städten liegen, so müssen wir die centrale und trotzuem ruhige Lage des neuen Krankenhauses besonders würdigen. Kaum 15 Minuten Fußweg vom Ring der inneren Stadt entfernt, steht es an der breit angelegten Stralie der zugeschütteten alten Lister. Es ist ein erhebender Anblick, den ragenden Bau zu sehen, dor, allseitig von Grün umgeben, eine für Leipziger Verhältnisse ungewöhnliche Aussicht gewährt. Auf der einen Seite grenzt der Wald, und nach vorn breitet sich die unbebaute, über einen Kilometer weite Rasenfläche mit dem Hecken des llutkanals aus. Mit weisem Vorbedacht hat der Stifter den Neubau zwei Jahre trocknen lassen, so dall in hygienischer Hinsicht die höchsten Anforderungen erfüllt werden. Hier sei nur kurz erwähnt, daß das Krankenhaus S<) Betten fassen und mit den besten Einrichtungen der Neuzeit eine innere und eine chirurgische Abteilung enthalten wird. Chefarzt der letzteren wird Dr. Ludwig Frankenthal, der langjähriger Assistent an der hiesigen chirurgischen Universitätsklinik war. Der Stifter hat dieses Krankenhaus nicht nur unserer jüdischen Gcineinschaft, sondern auch den Mitbürgern unserer Stadt errichtet; •Jenn wie in allen judischen Krankenhäusern sollen auch hier Andersgläubige Aufnahme finden. Mit der Errichtung dieses prächtigen Baues reiht sich für alle Zeiten der Name Eitingou an die Namen eines Salomon Heine und eines Rothschild, des Gründer der Hamburger und Frankfurter Krankenhäuser, an die Namen der grollten jüdischen Wohltäter. Wir müssen uns glücklich schätzen, daß die Familie Eitingon gerade un- >eror Gemeinde zum Segen geworden ist. Elte nahend des Israelitischen Kindergartens Bei ■ etl Schulen und Kindcrhewaliranstaltcn herrscht das Bestreben mit den Eltern der anvertrauten Zöglinge in engem Konnex zu Oleiben, um aus dem gegenseitigen Austausch der Erfahrungen für die Frzieluing und Beeinflussung des Kindes, zu seinem Besten, Nutzen zu ziehen. ( ,., .., Zu diesem Zwecke werden auch im isr. Kindergarten Elternabende veranstaltet, und von. dem letzten, der am 4. Februar abends 8 Utax in de« Räumen Auenstralle 42 abgehalten wurde, soll hier berichtet werden. Nach Begrüllung der Eltern und der anwesenden Gäste durch die Leiterin, Fräulein Dora Hirschberg, nahm die ärztliche Beraterin des Kindergartens, Fräulein Dr. Adler, das Wort ZU lehrreichen Ausführungen über Pflege und Ernährung des Kleinkindes. Sie betonte das Lrlordernis einer besonderen Berücksichtigung ia bezug auf Gesundheitspflege gerade dieses Alters, zumal sich die Litern, weit weniger als beim Säugling, unter die sachkundige Aufsicht des Ar/tes begeben wurden. Da /um zweckmäßigen Verhalte« ia der Aufzucht des Kindes eine richtige Vorstellung des Gesundheitszustandes unerläßliche Voraussetzung sei, ging die Vortragende erst auf das normale Kind ein; auf die Beschaffenheit von: Haut, Ansäte, Zähnen, Verdauung, auf Temperatur, Schlaf, Stimmung, körperliche und geistige Entwicklung, auf eien Einfluß von Luft und Soane auf den Körper des Kindes. Es wurde dann eingehend über Köi perpflege gesprochen und die Schäden, die durch Unterlassung derselben entstehen, über Kleidung, Beschaffenheit einer hygienischen Umgebung, körperliche Ertüchtigung und die Erziehung, soweit sie die körperlichen Funktionen bestimmt. Es wurden ferner die talschcn Vorstellungen, die noch über Abhärtung, über die sogen. Erkältungskrankheiten herrschen, erwähnt, Ratschläge erteilt zur Vermeidung derselben und über das Verhalten beim Auftreten einer fieberhaften Erkrankung. Di- Referentin trug dann die in den modernen Schulen für Kinderheilkunde herrschenden Ansichten über Ernährung des Kleinkindes vor, besprach die Zusammensetzung einer zweckmäßigen Nahrung und widmete einige Worte dem appetitlosen Kinde und seiaer Umgebung. Die Anwesenden fo'g'en den anlegenden Ausführungen mit großem Interesse. Es schloß sich eine Diskussion an. in welcher noch einige Fragen erörtert wurden. 12 Jahre hindurch leitete Herr Dr. Pascal Deuel die ärztliche Beaufsichtigung des Kindergartens. Wir möchten an dieser SteHc •loch einmal den tiefempfundenen, herzlichen Dank des Vorstandes und aller Beteiligten für die selbstlose Güte und Hilfsbereitschaft aussprechen, mit der Herr Dr. Deuel uns zu je-der Zeit beigestanden hat. Jedes Kind wurde vor der Aufnahme gründlich untersucht und die Leiterin erhie' Anweisung über etw.i notwendige besondere Rück- ~ytr\impft Beste Qualität Bemberg- Waschseide 2.95 Bernben*- Waschseide 3.95 stets große Auswahl in allen Preislagen ALSELA Reichsstraße 4-6 ■ H TSwKft^^S^?^?* ■ TK ■v-.jyki' lV- -S *7%^\MKjHi^Bli^BMfeM IBMÜMI ■ ill 1 Keroti Kajeinetfli Lejisrael jüdischer Na, onaifonds xsammmmmmmm mmm tmmmnuitRiiiiiimra aaaaais«*«ssani asanani.....aana mmmw mummim Hinwiiinm mnummm iiiiiiiimimiMiiiniiiHMiiiiimmiiiiii Mittwoch, den 14. März, fes.saal des Centrai-Theaters O Großer Purim-Ball Erstes Auftreten der pa ästinensischen KünsHerrruppe / Tel-jlvlv: u. a. Rafael KlaUkin, F'au perkal, Meir Teomi ■»■'»«h'"" wMHMiiHHMuniHiiiiiiimMa wasaaai .........■sananaUMasunwanBaawai..........—................—~..........................—.........nr-iniim-..........«mmm— Karttavorverkauf: Tri AlWott - üebr. Felbe--. Brühl 54 - Klemm, Neumarkt - Meßanit,V\arkt4 - Preißmann Nikolaistr und im -ekretariat, Keilstr. 4, Tel. 10211