Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 8 (24.2.1928)
- Date
- 1928-02-24
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Mit t ÜEMEINDEBLATT DER ISRAEL1TISCHFN RELIQIONSQEMEINDE, LEIPZIG sehe Dinge besitzt, um die Zusammenhinge zu erkennen. Fr muh" nicht nur die Rechtslage, sondern die Rechtstatsachen kennen. Die Tatsachen sind aber Dinge jüdisch-wissenschaftlicher Art. Darum ist es Unsere Sache, soviel wir können, Aufklärung zu verbreiten. Der Referent kommt nach diesen Ausführungen zu der Frage: Was können wir tun. um die Rechtsnot der Juden zu beseitigen? Jeder kann und soll mitarbeiten insofern, als er, wenn er von solchen Fällen hört oder in Mitleidenchaft gezogen wird, ihnen nachgeht und sich nicht der unseligen Furcht vor dem Sichherausstellen ausweicht. Wir sind es unserem Selbsterhaltungstrieb und unserer Selbstachtung schuldig, dali wir nicht alles IUI uns sitzen lassen. Es handelt sich aber nicht minder um das Prinzip der Gerechtigkeit, um das Ansehen der deutschen Kultur, die durch Fehlentscheidungen unTl »Urteile in den Augen der Welt nicht gehoben wird. Wenn wir, jeder an seiner Stelle arbeiten, dann wird es gelingen, Zeiten herbeizuführen, in denen das Thema Antisemitismus nicht mehr so aktuell sein wird, wie es heute ist. An der nachfolgenden Diskussion beteiligen sich die Herren Rechts anwalt Dr. Ookjschmidt, Rechtsanwälte Dr. Alfred und Dr. Hans Jacobv, Rabbiner Dr.. Goldmann, Max Jaffe. Kart Wcill: Der Zar läßt sich photographieren Zur Uraufführung am is. Februar im Neuen Theater. Unser Leipziger Kurt Weill ist doch ein ganz genialer Kopf! Er hat den Text Qeorg Kaisen vor sich, gan/ durchsetzt von Satire und BefinnerHch-grÜbelnder, leicht schleichender Ironie, voll Spott und beiBender Schärfe, dabei doch so erhaben überdeckt mit einer Maske des Ehrwürdigen; Majestätischen, des Großartig-Ernsten, des Welttchmerznch^Metancholischen ja, ja — diesen Text hat Kurt Weill vor sich und übertragt ihn klipp und klar in Musik! Diese Musik ist keine Illustration' Su i-t absolute Musik die nichts mehr und nichts weniger sagt als der Text Kaisers! Um mit einem modernen Wort es zu sagen: Wall erfallt jedes Tupfelchen einer Idee und „nuiMziert es aus". Kurz und bündig und genau! Dabei ist er in der Wahl all der zur Erfüllung seiner Aufgabe erforderlichen Mittel iuBent freigebig und — originell! Man sehe sich einmal jenen im Orchester aufmarschierenden M;innerchor In Track und Zylinder oder die Pistolen-Kamera an. Eine Jazz-Platte ersetzt eine Zeitlang das Orchester — diese Platte ist von Wcill komponiert, gehurt also in die Partitur! — Versicherungen aller Art Siegmund Colin Elslersfraße ZA Fernspr. 150ÖÖ Ueber den Inhalt — sagen wir nichts! Wer diese Oper nicht aehgro will, soll auf diesem Wege erst reefvt nichts erfahren! Alles in allem: Eine wahre, lebenswarme Opera "buffa, die bei dem glänzenden Spiel des Zaren (Th. Horand) und der falschen Angele (M. Janowska), bei der ganz wundervollen Wiedergabe durch) Gustav Brecher und der Inszenierung Walther Brügmanns einen durchschlagenden Erfolg erlebte! Cfir Leipziger sind auf unseren Kurt Weill stolz! Musja Gottheb Aus dem Gemeindeamt Kalendarium 1928 Februar Adar 5688 Freitag 24. 3. Sonnabend 25. 4. Sabbath T'rumoh Sonntag 26. 5, Montag 27. 6. Dienstag 28. 7. Mittwoch 21». 8. Donnerstag 2 9. Freitag 2. ff || 10. Sonnabend 3. 11. Sabbath T'zaweh! t J MlUnAf*, Wfiporf. Pcipjig fiffoTtf eJITini&es &t>a dfflinikes jff>. Stoyia Dermäfiffe 19. Sebruür 1926 (5==^(ff^^<äe=^*(5=5^S^«*^<äss=:©+ ßtä ExXä Wegen der Fülle der uns zugegangenen Geschenke für unsere Tombola ist es uns nicht möglich, allen Spendern einzeln zu danken und an dieser Stelle bekanntzugeben. Wir bitten deshalb, unseren herzlichen Dank auf diesem Wege ausdrücken zu dürfen. Verein selbst, jüd. Handwerker Der Vorstand A V II T U IV! Arbeiter, Handwerker, Angestellte gggiBHHHBHHHIisMLMi uncl Gewerbetreibende wählen am 26. ds. Monats die einzige sozialistische Liste POALE KION (Liste 1) Sonnabend, den 25. Februar Wahlversammlung im Rorodiow-Heim Löhrstr. Ii - Bs sprechen die Kandidaten 3übifd>et? ^rauenbunb, ®rtegruppe £eip3ig SHontag, ben 2T. februar 1928 pünktlich 4 Uhr nachm. im ^euridrfaal ©eneralberfammlung, L lätiflkeitsberttht 4. Anträge u. 93erfd)teb. 2. Äoffcnberidjt 5. 3?orftanbsn)abl 3. Entlüftung b. 93orftanbes anfcbüeftenb: Referat: f rau Bettina Scanner „SDae uns ange&f' ©äfte miabommen 1