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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-02-10 · 6 (10.2.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
6 (10.2.1928)
Date
1928-02-10
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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, jlt4. .n-..!.:! lUMCIMaO'.iiOUH WH H3! i JSUTU3AH ' «SKI TTAJ«*iW*.M5i) SeUr 4 OEMEINDCÜwATT 'DER 1JtEUTirjHEN -• ■ - .vii MMNDC; LElPZfCI verringerte »ich der Prozentsatz der Juden an sämtlichen Preußischen Universitäten von 7 Proz. im Jahre 1005-06 auf 3,9 Proz. im Jahre 1927. Die Veränderungen sind am stärksten an den medizinischen I akul« täten. So drückte sich hier der Anteil reichsdeutscher judischer Stu« derender mit 16 Proz. im Jahre 1905-06, dagegen im Jahn- 1927 mit o,7 Proz. aus. An den juristiachen Fakultäten ist dieser Anteil von 9,4 Pro/, auf 4,6 Pro/, gesunken. Auf Anregung des Jüdischen Wissenschaftlichen Instituts trifft das Preußische Kultusministerium Maßnahmen für den Aushau der konfessi. Hellen I lochschulstatistik. Die nächste Publikation des Preußischen Kultusministeriums und des Statistischen Landesamtes wird neben dem Religionsbekenntnis auch sehr wichtige Angaben über Berufsziel de: jüdischen und nichtjüdischen Studierenden enthalten. (ITA) Unsere Gemeinde Vortrag Herda Arlosorot'f Von ganz besonderem Interesse wird für sehr viele gerade in heutiger Zeit der Vortrag von Frau Ciercla Arlosorot'f. Jerusalem über: Palästinensische Vir kl ichkeil sein. Den Ausführungen dieser führenden Persönlichkeit über die äugen* blickliche 1 age wird allseitig mit größter Erwartung entgegengesehen, Wir verweisen auch auf den von der Zionistischen Frauen« gruppe am Donnerstag, den 16. Februar, 16 Uhr, im Motel Häufte stattfindenden Teenachmittag, bei weicher Qelegenhdt die bekannte jüdische Vorkämpfern! Frau Herda Arlosoroff über: „Die Stellung der jüdischen Frau in Palästina" sprechen wird. Staatliche 4nerkennunj{ des Isr. Kindergartens Der Isr. Kindergarten (Tagesheim) hat vom Sächsischen Ministerium für Volksbildung die staatliehe Anerkennung zur Ausbildung von Praktikantinnen bekommen. Das besagt, daß Kindergärtnerinnen, die sich zur Jugendleiterin ausbilden wollen, ihr praktisches Jahr im Isr. Kindergarten absolvieren dürfen. Da der Isr. Kindergarten seit 2 Jahren unter der Leitung einer staatlich geprüften Jugendleiterin steht, konnte er die staatliche Anerkennungerbitten Nachdem die behördlichen Stellen den Kindergarten geprüft und begutachtet haben, ist diese Anerkennung nunmehr gewährt worden. Frauenverein „Ruth Der am 24. Januar vom Frauenverein „Ruth"' veranstaltete Tee- Nachmittag brachte einen erneuten Beweis von der aullerordentlichen Beliebtheit, denn sich dieser Verein in allen .Kreiden unserer Gemeinde erfreut. Schon lange vor 4 Uhr war der Saal gelullt und als ,.pünktlich'' - das sei ganz besonders hervorgehoben - - 6 reizende kleine Puppenmfltterchen mit einein zierlichen Reigen das reichhaltige Programm eröffneten, konnte kaum noch eine Stecknadel zu Hoden fallen. Der U-jahrige Pianist Josef Schleifstein spielte zum ersten .Wale öffentlich. Seine Leistungen berechtigen zu schonen Hoffnungen. Herr und Frau Qottlieb sowie Herr Leidel hatten sich in liebenswürdiger Weise zur Verfügung gestellt und erfreuten durch ihre auf hohem Niveau stehenden musikalischen Vorträge. Fräulein I ried und die kleine Llwira Dörfler entzückten das Publikum durch ihre reizenden Tänze, üanz. besonderer Dank gebührt Herrn Zeise-Oötl im seine Rezitationen und Frau Agnes Delsarto. Sie fand sofort den Kontakt mit dem Publikum. Groll und klein laust hie mit I ntzückcu ihren Liedern, die sie mit großem Charme zur Laute sang. Den Abschluß bildete ein Theaterstück „Im jüdischen Puppenladen", das von Fräulein I lse Cohn einstudiert, von Schülerinnen der Höheren Isr. Schule aufgeführt wurde. Sowohl da^ Muck wie die darin vorkommenden von Fräulein Brumme einstudierten Tänze wurden mit großem Heilall aufgenommen. Inzwischen entwickelte sich an den Zeiten und der Tombola ein reges Treiben. Unsere freundlichen Helferinnen hatten kein leichtes Amt. Aber alles, was an kulinarischen Genüssen dargeboten wurde, war auch ganz besonders gut und so zierlich und geschmackvoll arrangiert, daß die Kauflust nicht erstaunlich war. — Die Stimmung war von Anfang an eine besonders harmonische, gehoben durch das Bewußtsein, sich nicht nur gut zu unterhalten, sondern zu gleicher Zeit zur Förderung der? außerordentlich wichtigen Ziele des Vereins beizutragen. Noch als längs}., das letzte Brötchen verkauft war und Samowar und Kaffeemaschine kehl Tröpfchen mehr hergaben, blieb man in angeregter Unterhaltung bei den rliytmlschen Klängen des unermüdlichen „Mcrr'v' Hei rv Band' zusammen. Herzlichen Dank allen, die durch ihr Erscheinen, Spenden und Mitarbeit zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben und alle diejenigen, die dieses Mal durch den unerwartet starken Andrang' nicht voll zu ihrem Rechte kamen, seien schon jetzt auf den nächsten „Tee" vertröstet, der s. G. w. in größerem Maßstab arrangiert werden soll. — Chanukas Habais Fin Ereignis, wie es seit Jahren in Leipzig nicht gegeben hat, war ilie Einweihung des neuen Heimes der Agudas Jisroel-Jugeudgiuppe. Es war daeiste Mal daß die AgUdajugend der hiesigen Orthodoxie Gelegenheil geben konnte, zu zeigen, daß es noch eine Schar junger Menschen gibt, ilie sich für die Ehre Und die Ideale der heiligen Thon rah einsetzt. Erhebend und neu war ilie frohe Begeisterung der vielen jungen Menschen, die tatsächlich nur von echter Agudaliche und frischem Schaffensdrang erfülll waren. Es war eine stattliche Versammlung, ilie sich hier zusammengefunden hatte, so dal! man schon an der Zahl der Teilnehmer eil.innen konnte, daß alles von einer wahrhaften Begeisterung für die Sache durchdrungen war. Wie war doch dies neue Heim /ur Einweihung räumlich so eng; und dennoch befand man sich nur einige Stunden daselbst, so fühlte man, wie weitumspannend die selbstlose Arbeit der jungen Kämpferschar ist. Jawohl, sie sind Kämpfer im Jüdischkeil und Mizwohtat, und sie kämpfen freudig und mit Begeisterung. Wer diese festgeschmückte Tafel mit dem schönen < Ihamischo Oßor-Obsf gesehen hat, erkannte, daß an diesem Rosch haschonoh, wirklich neues I dien /u blühen begonnen hat, neues Leben in der Geschichte der Agudas Jisroel in Leipzig, Herr Rabbiner R o - gosnit/ki eröffnete den Abend mit einem tiefen sinnreichen halachischen Vortrag und mit winulerbai wirkenden Mussat Worten. Dieses Mussar machte besonderen I indruck, und man fühlte, daß die Jugend einen Führer hat, der mit ihnen lebt, der ihnen ein Wegweiser sein will auf dem Wege, den die Väter gegangen, den ein Awrohom und ein Mosche mit ganzem Herzen gewandelt waren. Es war reines ungekünsteltes Mussar, ernst mahnend und diK'h so mild und so gütig zum Herzen gesprochen. Es soll hier nicht zuviel Lob gesagt werden, aber die Worte des Herrn Rabbiner Rogosnitzki haben gewirkt und weiden weiter wirken. Sie bleiben unvergeßlich. Es ergriff sodann Herr Dr. Carlebach das Wort und richtete in warmen Worten ein Appell an die Jugend, dieses Heim zu einem Hort des Talmudstiidiums zu machen. An der Heuei-terung sah man, daß seine Worte nicht an ta.:be Ohre i gelangten. Dann sprach I lerrDr. Ha Heina nn von der Ortsgruppe. Von der Jugendgruppe begrüßte Herr D. Kr au Ii die Versammlung, Nach abwechselnden Semiraus- KÄBSCHÜTZ hervorragend« Qualftäfsmqbel aus eigener Fabrik, Leipzig Körner «.f r. 54"56

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