Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 5 (2.2.1928)
- Date
- 1928-02-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 1 Unsere Gemeinde Gerda Arlossoroff über: Palästinensische Wirklichkeit Wie wir hören, wird Frau üerila Arlossoroff am 13. Februar 1928 in Leipzig weilen ikkI über „Palästinensische Wirklichkeit" sprechen. — Der Vortrag dieser bekannten jüdischen Vorkämpfer!!! wird sicherlich großem Interesse begegnen. o Landeskonteienz des Hechaluz Für Sonnabend, den S. .War/ abends wurde vom Merkas die 3. Lnadeskonferenz des Deutschen Hechaluz einberufen, die in einem Ort in dei Nähe von Berlin stattfinden wird. An der Konferenz werden außer den Vertretern der landlichen und städtischen Gruppen eine grolie Zahl von < hau cum teilnehmen, so dal! sich der ganze Hechaluz in der Art eines Bundestages zusammenfindet. Vorgesehen ist ein Referat über Jugend und Hechaluz, ein Referat über die Lage i" Palästina und im Welt-Hechaluz sowie eine Reihe von Fachbesprechungen der Landwirte, Handwerker und in den speziellen Mädchenberufen arbeitenden Chaweroth. Außerdem werden die Olim, d. h. die in nächster Zeit nach Palästina lübersiedelnden eine eigene Besprechung haben. Morgenfeier des Jüdischen Jugendringes am 29. Januar I^ZfS im Centrai-Theater Schon in der Ausstellung „Das junge Deutschland" war durch das Zusammenwirken aller Leipziger jüdischen Jugendbünde der Wille zu gemeinsamer Arbeit zum Ausdruck gekommen. Dieses Wollen führte zur (iründung des Jugendringes, der eine Zusammenfassung der Jugendbünde aller Richtungen herbeiführte und der die Möglichkeit sozialer, wirtschaftlicher und geistiger Betätigung bietet. Bereits am Sonnabendabend hatte Ludwig Hardt in einein von den jüdischen Jugcndhundcii veranlaßten und durchgeführten Vortragsabend im sollen Feurichsaal in seiner meisterhaften Art Werke jüdischer Dichter (Heine, Bocrnc, Altenberg, Kaffka) zu (ichör gebracht. Am folgenden Morgen sollte sodann als Aultakt zur Arbeit des jüdischen Jugendringes die groBe Morgenfeier im Centraitheater statt- (inden, zu der [olgende Kunde eingeladen hatten: Agudas Jisroel- Jugendgruppe, Bar Kochba, Deutsch-Jüdische Jugendgemeinschaft, Esra, Hechaluz, Jung-Judischer Wanderbund, Kadimah, Kameraden, Misrachi. Schon ab zehn Uhr morgens bot sich in Keil- und LöhrstraBe den Zuschauern, die sich zahlreich eingefunden hatten, ein buntbewegtes Bild. Nacheinander ruckten aus verschiedenen Straften die Züge der einzelnen Bünde mit Fahnen. Wimpeln und Klampfen an. Haid bildete sich ein Zug von über dreihundert Jungens und .Wadchen, der nun unter Singen den King entlang dem Ccntraltheater zustrebte. Der bereitstark besetzte Saal war nach dem t unreifen der Jugendlichen bis auf den letzten Platz gefüllt und Punkt 11,15 Uhr zeigten drei scharfe Pfeifensignal« den Beginn der Feier an. — Der aus allen Bunden zusammengesetzte Chor sang zwei dreistimmige Kanon-, denen die Begrüßung durch den vom Ring beauftragten Karl Guggenheim folgte. Von den Herren Rabbinern waren Herr Di Qoldmann und HerrRabb. Cohn leider verhindert,doch hatten sie ihrer freudigen Sympathie für den King durch Begrüßungsschreiben Au-drucK gegeben, die zur Verlesung gelangten. W« hl die schönsten und w.umstell Wi rte fand Herr Rabbiner Dr. Carlcbach, der in seiner Begrüßungsansprache die betten Wunsche für ein zielvolles Zusammenwirken aller Bunde /um Ausdruck brachte, wobei er hervorhob, dall diese gemeinsame Arbeit nur dann eine Förderung bedeuten könne, wenn der Charakter jedes Bundes, entsprechend dem Programm des Ringes« voll gewahrt bliebe. Weitere Begrüßungen ^mm<mm^®m&%$Mr.. J.C. Hamich, Leipzig « Grimmaiche Str 29 und Hauptbahnhof WesthaUe J5 Gegründet 1836 Pernspr Nr 20016 211 73 FrisdieBlumen zu jeder Gelegenheit I brachten zum Ausdruck: Herr Tumpowsky für die Z. O. ü., Herr SchläbÖWSky für den Jüdischen Jugendbund, Ciau Sachsen und Herr J a f f e für den Centrai-Verein. — Sodann ergriff Dr. Lubinski vom Reichsausschuß der Jüdischen Jagendverbände, Berlin, das Wort. Fr sprach von diesem Zug der dreihundert jüdischen Jugendlichen, der in seiner Geschlossenheit den Willen zu gemeinsamer Arbeit am deutlichsten offenbarte. Sein Wunsch für die jüdische Jugend galt der jüdischen Oelfentlichkeit Leipzigs, die hoff entleih nunmehr durch die (iründung des Ringes mit veranlaßt werde, dem ernsten Streben der Jugend das verständnisvolle Gewähren entgegenzusetzen. — Die Reden und Begrüßungen, die den Jugendring weitester Sympathien versicherten, waren vorüber, und der Chor sang das ,,Ilaita zira...", das wiederholt werden mußte und dem das „Jachailili" folgte. Dann stand der Sprechchor der „Kameraden" auf der Bühne. Heinrich Heines „Hymnus" klang durch den Kaum und gipfelte in dem vom untötbaren Kampfwillen durchdrungenen Schlußruf: „Ich bin das Schwert, ich bin die Flamme!" Jugenddrang und Jugendleben klangen aus dem Oedicht „Campnacht" und aus den von der Kadimah und dem Jung-Jüdischen Wanderbund gemeinsam gesungenen, hebräischen Marschliedcrn. Daun spielte das Kameraden-Fahrtenorchester, bestehend aus zwei Geigen und fünf Klampfen. Zwei Volksliedern folgte das Andante aus Haydns sechster Symphonie und diesem der berühmte Tscherkcsscnmarsch. Der Beifall der Zuhörer zu allen Darbietungen war groß und ermutigend und die Feier klang aus im gemeinsamen Lied der deutschen Jugendbewegung: Wann wir schreiten Seit an Seit... Seite an Seite will die judische Jugend Leipzigs für ihre gemeinsame Not kämpfen, Seite an Seite will sie sich stärken und helfen. Der feierliche Auftakt ist vorüber, die Arbeit im kleinen beginnt und mit ihr strebt die Hoffnung auf vollen F.rfolg. Die Jugend dankt Philipp Hojda und dem kleinen Ausschuß für seine selbstlose, unglaublich harte Arbeit an der Vorben itnug zum Jugendring. Ihm ist die Einigung erst zur gemeinsamen Beschickung der Ausstellung „Das Junge Deutschland" zu verdanken, ihm verdankt auch x der Jugendring sein Entstehen, und ihn hofft er weiterhin an seiner Spitze zu haben, im gemeinsamen Kampf und bei gemeinsamer Arbeit. — Die Leitung der Jugendfeier und die straffe Folge ihres Programms ist Hans Oestcrreicher /u danken. Und großer Dank am Schluß gebührt allen Jugendlichen zusammen, die durch ihre begeisterte Bereitschaft Entstehen und Gelingen der Jtigendfeier überhaupt erst möglich gemacht haben. Agudas li»roel-Jugtndgruppe Wie bereits in der vorigen Nummer gemeldet worden ist. ist es der Agudas Jisroel-Jugendgruppe hier bereits gelungen, ein Agudaheim zu schaffen. Der Vorstand der A.-J.-Jugendgiuppc ist mit aller Kraft daran, das Heim nun einzurichten und wird in den nächsten Tagen noch das Arbeitsprogramm der Jugendgruppe bekanntgegeben. Wir Weisen auf unsere Meldung unter Vcreinsnachrichtcn betr. Chanukkas-I labais hin. Fs beginnt in Leipzig allmählich aufzutauen, und sieht ein großer Teil unserer Jugend nun endlich ein, daß wir uns unter Agudas-Jisroel sammeln müssen, um unsere Ihoratreue Jugend vor dem Abfall zu wahren. Wie am Bundestage in Frankfurt öfter gesagt worden ist, dali die Jugend nun der Politik nicht mehr fernstehen darf, uno -» in der Jugend keine Neutralität gibt: Junge Seelen können nicht Herren «Hüte Ons Reste in allen Preislagen Reise-, Sport-, Yacht-, Schüler- und Kinder- Mützen Julius Müller, Leipzig, Petersstr.30 und Gohlis, Hallische Straße 87-89 In Gohlis auch Wäsche, Cravatien und Merrenartikel