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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1928-01-20 · 3 (20.1.1928) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
4 (1928)
Issue
3 (20.1.1928)
Date
1928-01-20
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Stile 4 OEMEINDEBLATT DLR ISRAELITISCHEN REUOlÜNSüLMdlNüc, LLil'Z. i nebst (einem Weib, Koch und Diener von dato an aufl. Ein Jahr hing inn- und außer denen Leipziger MeBen und anderen Orten im Lande vom Leih/oll, Waage-Qebtihr und SchutzgeMe zu befreyen, atlergnädigst gemeynel; Als wird denen Beamten, Kathen in Städten, auch Gleits-, Zoll- und Acds-Einnehmern hierdurch anbefohlen, vermelten Juden und Hoff-Factor Israel Aaron nebst seinem Weihe, einem Koch und Diener aller Orten vor ihre Personen (von) Leih/oll, Waage.' bühr und Schutz-Oeldes Irey pali- und repaBieren zu lafien. Hingegen hat derselbe von denen ml: sich führenden Handlung*- Waaren das gewöhnliche jedesmahl zu entrichten, diesen Paß auch : davonn eine vidimirte (beglaubigte) Abschrift nicht gültig :, nach verfloBener Jahresfrist /ur Cammer-Qemachs-Cxpeditiun wieder einzuhändigen. Uhrkundüch ist Sr. Majst.-Cammer-Secrel (Sigel) vorgedruckel worden. So geschehen zu Dreßden am 17. April Anno 1727." von Zehmen. Der Judendiener aber wurde aus seiner Hafl entlassen. Das Aktenstück schließt mit folgendem Eintrag: .1 eipzig. den 4. November 1727 hat E. E. und Hochw.1) Rath dieser Stadt in Ansehung derer mit eingelaufenen Umstände Seligmann Samueln die Straffe zurückgeschenket, welche dato -) IBrael Aaron, so sie erleget, in Empfang genommen." Johann Zacharias Trefurth, Act. jur. Wir erfahren nicht, wieviel ein Jude für seinen Kammerpall an das kurfürstliche Qeheime Finanzcabinett zu bezahlen halte; der Stadt aber kamen diese Pässe recht ungelegen, mußte sie doch auf die .bisher erhobenen Ciebühren verzichten. Denn am IL November 1727 befahl der Koni),' August der Starke dem Leipziger Kate. ,,hil! auf weitere Verordnung die Juden und ihre Leute gegen produetion derer Original-Cammcr-Pälte frey paBiren /u lallen." Die in Kursachsen wohnenden Juden machten von der Einrichtung, sich durch Kammerpässe den Handel zu erleichtern, regen Qebrauch. Wer aber einen solchen Palt nicht vorzeigen konnte, wurde vom Kate rücksichtslos in Strafe genommen. Hierfür ein Beispiel: Am 27. September des Jahres 1750 kam der Jude Samuel Palatjc mit seinem Diener Jacob Telemus von Hamburg nach Leipzig zur Messe. Er passierte das I fallische Tor, vergäll aber, sich innerhalb 24 Stunden auf dem Wagegebäude zu melden. Der Rat bestrafte ihn,,ordnungsgemäß" mit 40 Keichstalern. Ein Gesuch um Erlall oder wenig- ') Ein ehrbarer und hochweiser Rat, *) heute. stens um Ermäßigung der Strafe hatte keinen Erfolg. Palatjc wandte sich daher an den Kurfürsten, dem er am 8. Oktober 1750 folgendem Brief schrieb: „Allerdurchlauchtigster, Qroßmächtigster König und Churfürst, Allergnädigster Herr! Ew. Kgl. Majt. und Churfürstl. Durchl. wollen sich in allerhöchsten Onaden von mir in allertiefster Devotion8) hinterbringen lassen, watmaßen der Rath zu Leipzig, da ich diese Messe mit meinem'Liener Jacob Telemus nach Leipzig gekommen und dem im Hause .befindlichen Markthelffer Johann Samuel Oötzen Oeld .ur Entrichtung der gewöhnlichen Gebühr gegeben, weiln mir solches, wo und bev wem ich mich eigentlich zu melden habe, deswegen so genau nicht bekannt, dieses hingegen binnen der nach der Juden- Ordnung gesetzten Zeit, mich nebst meinem Diener blos hey den Stadtgerichten, nicht aber bev der Waage gemeldet, mich um -10 Reichsthaler vor mich und meinem Deinen Diener in Straffe nehmen, auch davon, meinen so trifftigen Vorstellungen ohngeachtet, nicht abgehen will. Da aber, Allergnädigster König und Herr, ich ein Portugiesischer Jude bin und an dem gant/en Versehci» keinen Theil..., vielmehr ddem eim Hause befindlichen Markthelffer Johann Samuel Oötzen hinlängliches Oeld gegeben, dasjenige zu entrichten, was ich als ein Jude hiesiger Ordnung nach zu tthun und zu geben schuldig scy,... um desto eher (glaube ich, '.lall) ein billiges Erbarmen zu haben seyn wird, da denen Portugiesischen Juden in allen Ländern und Königreichen, besonders in Engelland, Dänemark. Holland und Hamburg besondere Ereyheit zugestanden ist,... All! ergehet an Ew. Königl. Majst. mein allerunterthänigstes und fußfälUges Bitten, Sie wollen vor dleßmahl an den Rath -zu 1 eipzig allermildest rekribiren*) lassen, daß er vor dieihuahl mit einiger Straffe nicht belegen solle. Ich erkenne solche allerhöchste Gnade mit dem allcrdcvotestcn Herzen nud werde künfftig jederzeit dahin sehen, dal! dergleichen Verschen... nicht weiter begangen werden, da ich mit allertiefster Verehrung derer allerheiligtte Person verharre Ew. Königl Majst. AUerunterthinigater Samuel Palatjc." Der König hell Gnade vor Recht ergehen und ermäßigte die vom Leipziger Kate erhobene Strafe um die Hälfte. Palatjc zahlte, versorgte sich aber später einen Kammerpal! aus des Königs geheimen Finanzcabinett. 3) Unterwürfigkeit, 4) zurückschreiben. Jüdische Verbände u. Gemeinden Ein jüdisches Altersheim in Landsberg Die Not der Alten hat sich nach dem Kriege besonders schwer >in der Provinz Brandenburg und der < Iren/mark ausgewirkt, weil die aus den abgetretenen ' kebieten Vertriebenen naturgemäß dort Schutz und Unterkunft suchten. Direktor Heinrich Stahl. Jacob Ooldschmidt und Rabbiner Dr. Salomouski gelang es nun, in I andsberg a.jd. Warthe ein geeignetes Orundstflck mit Garten zu erwerben, auf dem ein neues, jetzt vollendete-- indisches Altersheim aufgebaut wurde, das am Sonntag, dem 15. Januar, eingeweiht wurde. Das Haus hat bereits 50 Personen aufgenommen, die in eigenen, behaglichen Zimmern leben. Jedes Zimmer hat Zentralheizung, fließendes warmes und kaltes Herren-Hüte Das Beste in allen Preislagen Reise-, Sport-, Yacht-, Schüler- und Kinder- Mützen JUÜUS Müller, Leipzig, Petersstr.30 und Gohlis, Hallisdie Striae 87-80 In Gohlis auch Wasche, Cravatten und Herrenartikel Wasser und elektrische Beleuchtung. Dazu kommen in jedem Stockwerk eine grolle Diele, ein Speisesaal, in dem die Hauptmahlzeiten nach Belieben gereicht werden, je ein grobes Damen- und Herrenzimmer, ein Tagesraum und eine Gartenverauda. Das ganz.e Haus ist licht- und farbenfroh gehalten. Das Kuratorium des Hauses, das seinen Sitz in Berlin, Bendlerstr. IS, hat, bilden neben den bereits Gcnannten die Herren Kommerzienrat 1 lermann Bamberg, Ehrenbürger der Stadt Berlin, Dr. Hugo Zwillenberg, (ieorg Tietz, Julius Schwarz, Diuktor Emil Wechsler. Die Regierungsbeihilfe für die gesetzestreuen Synagogengemeinden in Preußen Einer Mittihmg des Preußischen Landesverbandes gesetzesgetrruer Synagogen gemeinden, Sitz Halberstadt, ist zu entnehmen: Die Regierung hat die Staatsbeihilfen an die Gemeinden zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen zur Sorge für den Religionsunterricht für das Rech- ^m^m^J^^mmmm >s J.C Hamich, Leipzig Grimmaiche Str 29 und Hauptbahnhof Westhalle Gegründet 1836 / Fernspr. Nr. 20016, 21173 Frische Blumen zu jeder Gelegenheit

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