Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 47 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Saite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3.janrgang sondern den gefallenen Kameraden aller BekenrrtniMC und Weltanschauungen, in deutschen und den verbündeten Heeren gekinpfl haben Man müßte aber in dieser Stunde des üeuenkens auch derer aicht vergessen, die während des Krieges auf Fdndcmitc als Ver- idiger ihres Vaterlandes gefallen waren, \n die Stelle des Hasses müsse endlich der Geist der Menschlichkeit und der Völkervertöhnung treten! i schloß mit dem Qelöbnis, daß die überlebenden Kameraden das Andenken der Gefallenen wahren, ihren Hinterbliebenen und den Kriegsbeschädigten helfen und insbesondere die Ehre der gefallenen deutschen Juden verteidigen werden. Die *ilir erhebende Feier wurde umrahmt von Orgelvortrigen, Oesingen inr gemischten * hör und (lebeten, gesungen von Herrn Ober- «antor Lampel und unserem Kameraden Kantor Jaffe. Ako. lacob Rosenheini über „I re/. Jisroel im Lichte der jüdischen Ethik" e Kundgebung, welch« di< gesetzestreue JudenheH Leipzigs am rgangenen Dienstagabend im Künstlerhaus vereinigte, war ein eignis, uii es die Jereim unserer Stadt wohl selten erleben. War es rief« d< * Inhalts. di< Schönheil der Vollendung der Sprache «wirr t i - die hinreißende Begeisterung des Redners, die bei der Zuhörer* schaft einen so gewaltigen Eindruck hervorgerufen hat, kurz, es wohl niemanden in dem überfüllten Saale gegeben haben, dem nicht offenbar wurde, daß hier eine I iihrerpersönlichkeH steht, der es ■ nst und heilig ist um du M-e. die durch die Organisation verkörpert wird. „Schlichtheil und Bescheidenheit", diese Kennzeichen wahrer Führer* große, charakterisieren auch das Wesen Jacob Rosenhdm's, so sagte Herr Rabbiner Dr. Carlebach in seiner Begrüßungsrede Und diese > igenschaften gepaart mit einer unvergleichlichen l iehe zu Klall Jisroel id einer seltenen geistigen und rhetorischen Begabung bähen ihn schon früh zum jüdischen Führer gestempelt. — Der Vortrag selbst war ritte großangelegte Darl gung des in der „llalaeha" — als labe- .ritt jüdisch-ethischen Wollens — fundierten Verhältuisses des judivlenschen zum Heiligen Lande. I Inleitend zeichnete der Redner in System der jüdischen I iluk. welches sich auf den drei (irundberiffen einer jeden Brochoh aufhaut und den itegorischen Imperativ der Pflicht zum Ziele hat. Dieses jüdiKhe IM lichtenleben findet seine bis ins eiuzelne gehende Regehiag durch Halacha, welche auch unsere Beziehungen /u Kre/. Jisroel bis zu den ragen der Ertösung klarstellt. Ob es sich um das Wohnen in Erei Jisroel handelt oder die Verpflichtung, zur Bcsiedclung des Landes beizutragen all' dieses ergib! sielt aus «Irr großen (iriipjK von Dinim, welche sich speziell mit I re/ Jisroel beschäftigen. Der Vortrag1 war ein Bekenntnis zur praktischen Arbeit für Erei Jisroel, welches in der ernsten Aufforderung ausklang, die traditionstreuen Bildungsstätten für die minnliche und weibliche Jugend in I rea Jisroel materiell zu unterstützen. Ungeheurer Beifall belohnte die instruktiven und und anfeuernden Ausführungen des Redners und der Leiter des Abends, Herr Dr. Dzialowski, gab dem Dank der Versammlung beredten Ausdruck. Am Mittwochnaclimittag sah die Führerschaft des Lsra und der Agudas Jisroel Jugendgruppe Herrn Rosenheim in ihrer Mitte, um in /wangloser Aussprache über die praktische I ivieluingsarbeit der gesetzestreuen Jugendbewegungen zu beraten. Am Mittwoch folgte eine große Schar der Einladung der Ortsgruppe, um gemeinsam mit den Teilnehmern des Daf Hajautni- Schiurs und in Anwesenheit der Herren Jacob Rosenheim und Rabbiner Dr. Esra Münk, Berlin, den Sijum auf Seder Noschim und Bobo Kammoh festlich zu begehen. Herr Rabbiner Dr. Carlebach beschloß Seder Noschim, woraufhin der t icmeindedajaii, Herr Rabbiner Rogosnitzky, einen tiefgründigen Hadran hielt. Ihm schloß sich Herr Rabbiner Dr. Esra Münk, der leider noch am Abend Weiterreisen mußte, mit einer kurzen, aber temperamentvoll«?» Ansprache an, indem er das geistige Verhältnis der ein/einen Masseehtos zueinander beleuchtete. Am Beginn des Festessens begrüßte Herr Dr. J. Hallemann im Namen des Vorstandes der Ortsgruppe die I rschienenen, insbesondere die anwesenden hohen Oiste und Talmide Chachomim und wies darauf hin, daß diese Sijum-Feier sowohl eine Kundgirbung für den Oedanken der fbora als auch für die Idee der Agudas Jisroel, deren Führer w ir in unserer Mitte begrüßen) zugleich sei. Redner sprach die Hoffnung aus, daß durch die Anwesenheit des Herrn Rosenheiin die Arbeil ih r I cip/iger Agudas Jisroel einen energischen Antrieb erhalte. Hierauf beschloß Herr Dr. I)/ialovvski Hoho Kammoh, woraufhin Herr Hirsch Merkin, der I eiter des I >at-l lajaiuni- Schiura, den Hadran hielt. Nachdem Herr Dr Halevi Bobo Mtrztoh begonnen hatte, feierte Herr Rabbiner Dr. < arlebach in eindrucksvoller Rede Jacob Rosenheira als den großen rubrer und Präsidenten der \gudas Jisroel. Unvergeßlich werden uns die Worte bleiben, mit denen J.uob Rosenheim auf diese Rede antwortete. Ausgehend von dem gfr Jüdische sozialds-mkratische Rrbeiter-Organisation „Poale-Zion" Wer lür ein allgemeines und gleiches Wahlrecht ist, Wer '.'ine weitliche Volksgemeindfl will, Acr ge^en eine De^radterung der Osijuden ist, wähl, am 27. November „poale-Zion" wählt am 27. November „poale-Zion" wählt am 27. November „poale-Zion" Wer für eine l'.odjkti.teruni^ der jüdischen Volksmassen ist. wählt am 27. November „Poale-Zion" We Idr eine kulturelle h'orderuni; der jüdischen Jugend ist, wählt am 27. November „poale-Zion" wählt am 27. November „poale-Zion" Wer für eine proletarische Vertretung in der jüdischen Gemeinde ist, wfthlt am 27. November „poale-Zion" Wähler und Wählerinnen vergaBI nicht, daß die Poale-Zion-Liste die einzige Linke Liste Ist 'vWrlür eine Keßulierun« der Immigration ist, Sonnabend, den 26. November, abends 8 Uhr sprechen in der Coburger Bierhalle. Brühl 8 Dr. Oskar Cohn, Berlin / SchSchter und Seiinger, Leipzig Erscheint In Massen Freie Aussprach«