Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 47 (25.11.1927)
- Date
- 1927-11-25
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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3. 3a!*raattfl, nr. hl 25. novimber 1927 dzr J$r&zlitl$cken Amtliches NäckrichieiiMdi ^J*r Geniein<leverwölt Cu Gerne odsbWtt er '•hcint wöchentlich am Freitag. Dan Mltgl oJe.n üei Je'-\<. on .qcmc nde wird es un- :cUettticn durrn dir Post zuqeitelll. Beruosprcis für Nlchtmit^lieder monatlich 60 Pfennige. AnTeigeranna^me W. T«lrher, Otock«ll«traS« II. Telephon U449. Schriftle tunq: Gerne:nderabb. Gustav Cohn, Leipzig, Lohrstr, 10. Telephon 29641. :: D'uck und Verlag. W Teu-her, Leipzig. Clockenstr. II, Telephon 14449. An;e aenpreise: CR« 4 qesp.ilttne mm-Zcüe 20 Pfg. Familien und kleine Anzeigen 10 Pfg. Uma^hlaqseiten und Textinserate nach b«*ond. Tarif Kür den Inseratenteil: J. Kühne, Dauhorst:. 9 (Telephon 14449V Die Schr'iüeitung übernimmt lur c e u itcr deni Namer. d«t Verfassern erscheinenden Berra;e und dt« Ver e:nsnachr :hlen nur d e prcß^esetzliciu* Vernntwotuno Nachdruck nur mit Quellenangabe und Genehmigung des Verfassers gestattet. Amtliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde za Leipzig Wahl zur Vertretung der israelitischen Religionsgettieinde Leipzif Die Wahl findet am Sonntag, dem 27. November 1027, von lo bis 17 Dlir ununterbrochen statt. Die Gesamtheit der Wähler ist in 8 Qnippen eingeteilt; das Wahlrecht kann nur in dem Wahlraum dei < trappe ausgeübt werden, in deren Wählerliste der Wahlberechtigte eingetragen ist l s wählen die Wähler, deren Familienname beginnt mit den Buchstaben: A immJ B: im Erdgeschoß des israelitischen Gemeindeamtes, LötirstraBe 10; C bis F: im I. Obergeschoß des israelitischen Gemeindeamtes, Lohrstraße 10; ü und II: im kleinen Itcctsaal der (iemeindesynagoge, Gottschedstralte 28, Tor B, I rdgeachoB; J und K: in der Kanzlei der (iemeindesynagoge, (iottschedstr. 28. Tor A, I. Obergeschoß; L und M: m Zimmer 2 der Höheren israelitischen Schule, Gustav* Adolf-Straße 7, 1 rdgeschoß; N bis S: in /immer i dir Höheren israelitischen Schule, iinst.iT- Adolf-Straße 7, Erdgeschoß; T bis 7.: im Seitenlimmer der Turnhalle der Höheren israelitischen Schule (Hintergeblude), Qustav-Adolf-Straße 7. Die Wähler, die außerhalb des Stadtbezirks Leipzig wohnen, wählen im Ergcachoß des israelitischen Gemeindeamtes, l öhrstraße 10. Vor jedem Wahlraum wird von jedei Wählerpartei nur ein Stimmzettelverteiler zugelassen. Der Reichsbund judischer Frontsoldaten und dei Bund jüdischer Frontsoldaten der ehemaligen österreichisch-ungarischen Armet »u d ermächtigt, für Aufrechte ilialtuug dei ( irduuii^ in den Wahl räume«! und deren Umgebung /ii sorgen. I eipzig, am 22. November 1927. Der Vorstand der isracliti ,in ii Rc I »ei Wahlausschuß, igionsgemeinde zu I einzig „Arbeit Von I ii n e ii < tt ispa r v, Berlin. Die nachfolgenden, äußerst beachtenswerten Ausfühl uugeu entnehmen wir dei neuen Anschrift: J ii di seile Arbeits- und Wanderfür sorge Nr. 5. Als im Jahre I7'»8 der Reverend Ihomas Robert Malthua seinen sensationellen „Versuch übci das Oesetz der Bevölkerung" schrieb kam er zu dem Schluß: Jede Art von Wohlfahrtspflege und von sozialei Fürsorge ist verderblich. Denn, weit davon entfernt, das Elend der unteren Klassen /u mildern, verewigt sie vielmehr, vermehrt und fördert das Elend, indem sie Menschen künstlich am l eben erhält und ihre Fortpflanzung ermöglicht, die die Natui selbst da/u bestimmt hat, im Kampfe ums Dasein unterzugehen. Die Bevölkerung hat die Tendenz, sich stärker zu vermehren, als der Nahrungsmittelspietraum wachst also muß es ständig Menschen geben, die von Natur aus überzählig sind und bestimmt, wegzusterben. Hilft man entgegen der deutlichen Absicht der Natur und entgegen dem Grundsatz der „natürlichen Zuchtwahl", nach dem nur der Stärkste leben Weihen soll dieser Wen-i hcn-clHcht. mi kann man ihr doch nur ein kümmerliches Dasein bieten und schädigt alle übrigen, schädigt die flicsellscbaft, der man die unproduktiven Elemente aufnötigt Nun, — wir Juden, die wir die soziale FÜTSOrgC von einem religiösen md sittlichen Standpunkt aus betreiben, die wir nicht einem •konoosWstiai, sondern einem ethisch-eharitativen Impulse folgen, wt» Sozialpolitik treiben, — w r müssen jene naturalistische. ganz und gar amoralische, vom jüdischen Standpunkt ms sogar unmoralische l ehre des Reverend Malthus, die die Rechtfertigung d« ärgsten Auswüchse des wirtschaftlichen Egoismus, des sogenannten Mancliestertums darstellt, ablehnen, l at-achc ist aber. ,l.ili der theoretische und praktische Malthusianismus in weitesten Kreisen der Wirtschaft und auch in jüdischen Kreisen der Wirtschaft nui allzu verbleitet ist. Tatsache ist abei auch, daß die lehre iles Malthus für die so/iale Fürsorge, sofern sie in großzügiger Wehte betrieben werden soll, von der größten Bedeutung ist. Sie enthalt den richtigen Kern, daß das Verteilen von Geldern au Arme, die unproduktive Fürsorge, das Almosengeben au Kettle atsächlich den Annen nicht hilft und die Gesamtheit schädigt. Das braucht an dieser Stelle nicht mein ausgeführt zu werden. Die Erkenntnis, daß unproduktive Fürsorge sowohl die Unterstützungsempfänger demoralisiert al» auch dei Wirtschaft produktive Kräfte entzieht, statt sie ihr zuzuführen, hat sich gottlob immerhin doch schon allgemein durchgesetzt. Aber selbst wenn es wirklich gelungen sein wird, sowohl itw Scliinn i ei tum als auch seine Förderung gänzlich zu unterdrücken, selbst wenn alle in der sozialen Fürsorge tätigen Personen und .• IV* Unterstützungsbedürftigen von dein besten Willen besieh sein weiden, dal) alle Unterstützungsbedürftigen, Arbeitsand Erwet >~t-H.w der Wirtschaft, die sie aus welchen Gründen immei ausgestoßen Wa' wieder Zugeführt werden, selbst dann bleibt unmri noch dk ni"B« Frage: Kann mau überhaupt der Wirtschaft beliebig Arbeit»- d h. Produktiouskräftc zufuhren'.' Diese Frage bedeutet anefciM: -*s^ alle die Personen, die einmal Ohjek» der wüafcn IftrsorgKuewori»»n sind, befähigt, sieh wieder anfs nc»e 4m\ ■»•»bit»B)el>«ii F*r«B»-