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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-11-18 · 46 (18.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
46 (18.11.1927)
Date
1927-11-18
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Nr. 46 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite & Unser« Gemeinde Söhne für den Mord in Markranstädt (1920) Di« schauerliche Bluttat, der vor sieben Jahren zwei Leipziger Juden zum Opfer fielen, hat vor kurzem ihre gerichtliche Sühne gefunden. Am 2 Februar 1920 wurden in der Nähe von Markranstädt der 27-jährige Schneidet Abraham Seid (der sich erst wenige Wochen zuvor verheiratet halte) und sein Schwager Moritz Peczenik gen. Scgalt •uf freiem Felde erschlagen aufgefunden. Den polnischen Tätern waren 15(KH> M. in die I lande gefallen. IX-n polnischen Tätern Jahre 102» wegen seiner Teilnahme an dem Verbrechen zu fünf Jahren 7uchthaus verurteilt, ist jedoch nach Verhüllung von drei Jahren über die Grenze abgeschoben worden. Der Haupttäter, ein Pole Josef Pvstr/ygowski, der als landwirtschaftlicher Arbeiter in der Zuckerfabrik Markranstädt beschäftigt war, hatte es verstanden, sich bis zum April dieses Jahres unerkannt abwechselnd in Polen und in Deutschland aufzuhalten. Nachdem es nun gelungen war, seiner habhaft zu werden, halte er sich vor dem Schwurgericht in Naumburg wegen doppelten Raubmordes zu verantworten. Wie wir erfahren, ist seine Verurteilung tum Tode verkündet worden. Die Not der jüdischen Untermieter Wie nicht anders /u erwarten war, wies die Versammlung, die der Besprechung der Not der jüdischen Untermieter diente, einen guten Besuch auf Heu (i e m e i n d er a b h i n e r Cohn legte in eindringlichen Ausführungen, unter lebhafter Zustimmung der Erschienenen, die besonderen Schwierigkeiten dir, unter denen so zahlreiche Mitglieder unserer Gemeinde bei der Lösung ihrer Wohnungsfrage zu leiden haben, und untersuchte dann die verschiedenen Möglichkeiten, Abhilfe ZU schaffen. Seine Ausführungen kamen ZU dem Ergebnis, daB nur Selbsthilfe Aussicht auf Crfolg biete. In Betracht zu ziehen sei in erster Linie die Gründung einer S iedlungsgenossenscliaft, vielleicht auch die Frlanguiig von Häusern in der Innenstadt, die der ZwMgstmirtschaftung nicht unterliegen. Im Sinne des Referat-- wurde nach einer Aussprache beschlossen, den Plan der Siedl an gsgenossen schaff eifrig zu verfolgen. Wie wir erfahren, wird in der Tat schon die (irundung beirieben, und es steht ZU hoffen. dad sie zur Beseitigung der grollen Beschwerlichkeiten beitragen wird. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe Leipzig Am 8. November fand nach mehrjähriger Pause unsere Winterveranstaltung statt, die, als erste Veranstaltung der Saison, einen sehr guten Besuch aufwies und einen glänzenden Verlauf nahm. Den offiziellen Beginn des Abends eröffnete der Vorsitzende, Dr. Alfred Jacohy mit einer Ansprache, in der er hervorhob, dall in der Zeit der wirtschaftlichen Not es die Pflicht des RjF war, von gesellschaftlichen Veranstaltungen grö leren Stils Abstand zu nehmen. Ja dem Bunde nichts ferner läge, als Feste zu feiern, wenn sie nicht von der Gesamtheit seiner Mitglieder besucht werden können Sparsamkeit sei zwar auch heute noch geboten, aber es sei immerhin schon möglich geworden, eine Festlichkeit wie diese vorzubereiten und der gute Besuch gäbe seinen Voraussetzungen recht. Die Parole I der Messeveranstaltungen laute jedesmal: RjF — „Rin ins Fergnügen'\ die des heutigen Abends solle werden: — RjF — „Rhythmus, Jugend, Fröhlichkeit". Daß dieser Aufforderung nachgekommen wurde, dafür sorgten neben Robert Freimanns Merry-Berry-Band, die künstlerisch auf hohem Niveau stehenden Vorträge der Opernsingerin ■tJä&CCCCCCEEC!4 Der Jüd. Stu..eatenverein veranstaltet E □ E rj Mittwoch p B 1A B a Wm b B Dezember B j^j in den Räumen des C. T. seinen traditionellen a Stiiflentfen-Ball b a b ■naannnnannnn^ Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Ortsgruppe Leipzig Gesciiälisstelle Täubchenweg 77b - Tel. Nr 60805 Öffentliche Gemeindeversammlung Herr Arthur Schweriner Syndikus des Landesverbandes Groß Bclin, spricht am Montag, den 28 November 1927, 20 Uhr im «rußen Saale des Kaufmannischen Vereinshauses, Schulstraße 5 zu dem Thema: „Rückgang der antisemitischen Stimmen, Zunahme der judenfeindlichen Stimmung?" (Lehren der Vorgänge neuester Zeit). Vorangeht eine kurze (iedenkteier für den verewigten Dr. Paul Nathan, zu welcher der Vorstand derOrtsgruppe Leipzig des Hillsvtreins der deutschen Juden und des Centraivereins gemeinsam hiermit einladen. Wir bitten um zahlreiches hrscheinen! Gäste willkommen! Der Vorstand WÄHLT m KESTENBÄUM! Das U)ahlfeomite der ausländischen Orthodoxie.

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