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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-11-18 · 46 (18.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
46 (18.11.1927)
Date
1927-11-18
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3. üabroana, Dr. 46 18. november 1927 titttoieMaft dzr Jzr&elitischen Anillichzs Mdxhnchiehyidt ^dtr GeMieiiicleverw&ltHif kz l iglongqc rnzindz $u Sti^iq CiKtAUP. %£ \ Qu Gemendnlatt erscheint w3chentlich am Freitag. Dir. Mtg,:el-.n der Relig onsgemeinde wird es un- •atgeltUch durch die Post zugestellt. Be-ucspreis f Jr Nie .ttnitglieder monatlich 60 Pfennige. Arteigen *rnahme: W. Teich ir GlorkenstraCe 11, Telephon 14449. Schridleitung: Gemeinderabb. Gustav Cohn, Leipzig, Lohrstr. 10. Telephon 29641. :: Druck und Verlag; W. Tei-her, Leipzig. Glockenstr. II, Telephon 14449. An- :« genpreise: Die 4 gespaltene mm-Zeile 20 Pfg. Familien- und kleine Anzeigen 10 Pfg. Uma-hlagseiten und Teatips irate nach bä*ond. Tirif. - Für den Inseratenteil ■ J. Kühne. Bauhof:;:. 9 (Telephon 14449). Die Schri'tleitung übernimmt für die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Beiträge und die Veremsnachr.chten nur die preßgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Quellenangabe und Genehmigung des Verfassers gestattet. Amiliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig Für die am 27. November d. J. stattfindende Wahl zur Gemeinde-! Vertretung sind folgende 7 Wahlvorschläge eingegangen: I. Vorschlag: a) 1. Michael Hoff mann, Schneidermeister, 2. Moritz Kleinmann, Buchdrucker, 3. Michael Hase Iiis, Installateur; b) (Ersatzmann): Salo Qabor, Tischlermeister, samtlich in Leipzig. II. Vorschlag: I. Meier Tager, Kfm., 2. Rechtsanwall Dr. Siegfried Landau, '1. Wilhelm Zellner, Fleischermeister, sämtlich in Leipzig. III. Vorschlag: I. Siegmund Qottlieb, Kfm., 2. Des'der Gutmaun, Kfm., 3. Emil Joske, Privatmann, 4. Rechtsanwalt Justizrat Dr. Berthold Löwenstein, 5. Direktor Dagobert Aronxstein, 6. Alma Schindler. Ehefrau, 7. Arthur Weil, Kfm., 8. David Bergmann, Kfm., '». Albert Goldstein, Kfm., 10. Willy Löwy; Kfm., II. Louis Henry Cohn, Kfm., sämtlich in Leipzig. IV. Vorschlag: a) I. Elias Kestenbaum, Kfm., 2. Adolf Qoldwassor, Kfm.; b) (Ersatzmann): Meyer Außenberg, Kfm., sämtlich in Leipzig. V. Vorschlag: I. Elias Seiinger, Kfm., 2. Jente Azdcrbal, Ehefrau, Oeschäftsinhaberin, 3. Isidor Jakubowitsch, Mechaniker, 4. Samuel Ooldenmacher, Maler, sämtlich in Leipzig, VI. Vorschlag: I. Louis Tumpow sky, Kfm., 2. Regina Pfefferblfith, Ehefrau, 3. Elias Hersch Bromberg, Kfm.. I. Dr, Arthur Pietrkowski, Prokurist. 5. I)r. med. el phil. Fritz Loe benstein, Ar/t, (». Dr. med. Nathan Körb er, Arzt, 7. Israel Engländer, Kfm., 8. Dr. med. Hans Abelsohn, Arzt, 0, Berthold Zülzcr, Kfm., sämtlich in Leipzig. VII. Vorschlag: a) l Simcha Binom Qoldrei, Kfm., 2. Josef Benjamin Sachs, Kfm., i. Dr. Oskar Dzialowski, Arzt, l. Sally Qoldmann, Kfm., Y Dr. Qabriel Nobel. Zahnarzt, 6, Gabriel Nathansen, Kfm., h) (Ersatzleute): l Leo Blauner, Kfm., 2.Paul Frank, Kfm., sämtlich in Leipzig. Leipzig, den 17. November W21 Di r Wahlausschuß Meyer Winterbach, ein jüdischer Deutscher der Reformation Vcm Rechtsanwalt Dr. Jacobson, Leipzig. Der Zeitpunkt, ZU dem ein Gastvolk sieh seinem Wirlsvolk soweit erschlossen hat, dessen Wesen und Art SO ganz In sich aufgesogen bat, daß die Fremdheit \ erschwunden, beide eins geworden sind, wird sieh immer schwer bestimmen lassen. Auf deutscher Erde hat sich der Vorgang mehrfach, sicts aber in anderer Weise vollzogen. «Die grolle germanische Sturmflut überbrauste im Zuge von Su.l nach Nord, vom Westen nach Nordost eine slavische Well Feuer und Schwert wüteten in Menschenwerk und Menschenleben, Jahrhunderte von rauher Herrschaft und mildem Wirken in Kirche und Schule, ein ptfgsames Vorbild höherer Lebensgcstattung im Hause, überlegner, planvollerer Wirtschaft im Feld und im Wald wandelten langsam aber sicher slaviselies W esen. Glaubensfreiheit zog einige Häuflein Hugenotten aus Frankreich an die Meine und an die Spree. In Leipzig erinnern gerade noch die Namen an die Abkunft, in Berlin bilden ihre Träger nin-h eine (ilaubens- und Sprachgemeinde; schon in der zweiten, spätestenin der dritten Generation war jedoch der Zusammenhang mit Stammvolk und Stammland gelöst Von den Römerzeiten her übernahmen germanische Stämme im Beginne des Mittelalters im heutigen Sud- und Westdeutschland die dort seßhaft gewordenen Juden I rst di e Sonnenwirme der klassischen deutschen 1 iteratur brachte das I ider Fremdheit nun Schmelzen. 1 änger als ein Jahrtausend hatten die Juden, in Deutschland abgeschlossn, sich selbst auch deutschem Wesen verschlossen. In kaum einem halben Jahrhundert sprang die Kruste. Das Wort Leasings, Goethes, Schillers schuf durch Mendelssohn Deutscht jüdischen Glaubens. Vom Ende des 18. Jahrhunderts ab ist die Sprache der Juden in Deutschland deutsch; jeder Ruf .inirgend welcher I cke deutschen Geisteslebens weckt bei ihnen Widerhall und bald sind hier und da auch Juden die Rufer. Mehr noch in den Befreiungskriegen kämpfen jüdische Deutsche gegen I ranzösen gleichen Glaubens, kämpfen gerade gegen den, der ihnen vielfach politische Befreiung gebracht hatte, gegen Napoleon. Im letzten Drittel tles 18. [Jahrhunderts hatte diese ungeheure Wandlung die Gesamtheit der deutschen Judenheit ergriffen; es

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