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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-09-09 · 36 (9.9.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
36 (9.9.1927)
Date
1927-09-09
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3. Saiwnna. Rr, 36 9- S?pt«mb«r 1927 mcindeblait dzr Israelitischen Ant-flickes Hdxhricktehyiöt ^cicr GeMieiMdeverw&ltHfi Hz l iqionZqz ntzindz $u &twtg (.(.KHA k U %S V Das Gern in tolstl erscheint wöchentlich am Freitag. r>»n MHQ)i*H*'T der Religionsgeroe<nde wird *s un e-tqelt: c d r;h die Post zugestellt. Bezugsp-eis «ür Nl<intmttg eder monatlich oO Pfennige. Anzeigenannahme W T., HflHrftflft*»*!}» 11. T,»UnKnn M440. bcnnftleitung. t-iemeinderabb. Gustav Cohn, Leipzig, Löhrstr. 10, Telephon 29641. :: Druck und Verlag; W. Teicher, Leipzig, Glockenstr. 11, Telephon 14449. An zeigenpreise. Die 4 gespaltene mir- Ceile 20 Pfg. Fa milien und kleine Anzeigen iO F"g Umschlagseiten und Teitins-rate nach besond. Tarif. Für den Inse ra+ttltetl: J, Kühne, Reichelstr. 7 (Telephon 14449). Die Schriftleitung übernimmt für die unter dem Namen des Verfassers "erscheinenden Beiträge und die Var einsnachnchten nur die preßgesetzliche Verantwortung. Nachdruck nur mit Quellenangabe und Genehmigung drs Verfassers aestattet Amiliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Auslegung der Wählerliste Gegen linde dieses Jahres ist die Wahl von 11 Gemeindevertretern vorzunehmen. Der Tat; der Wahl sowie alles Nähere wird noch bekanntgegeben. Die Wählerliste liegt vom 5. bis mit 16. September 1927 (außer Sonr.abend) von 9—16 Uhr, am Sonntag, den 11. September, von 10—13 Uhr, im Gemeindeamt. Lohrstraße lü, I. zur Einsichtnahme für die Wahlberechtigten aus. Innerhalb der Auslegungsfrist kann gtgen die Aufnahme oder Wet»lassung eines Namens schriftlich Linspruch bei dem unterzeichneten Vorstand erhoben werden. Wahlberechtigt sind alle im Gemeindebezirke wohnenden männlichen und weiblichen Gemeindemitglieder, die bis zum Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben und in der Wählerliste aulgeführt sind. Leipzig, den 1. September 1927. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Weckruf der Rabbiner: Die bedeutsame Zeit des jüdischen Jahres steht vor der Tür. Roech llasrhonoh und Jörn llakippurim rufen zum Golteshause und zu siiller Feier in den jüdischen Häusern. Aber ihr Aufruf zur Besinnung, zur Linkehr und Umkehr rindet in unserer Mitte nicht mehr überall Gehör. Mancher ist gleichgültig, mancher ist seinen Brüdern und dem Gott seiner Väter fremd geworden. Andere sind unter der Last der Arbeit erdrückt. Die Zeit scheint dahin zu sein, da die geschlossenen Geschähe der jüdischen Kaulleute an Sabbathen und Festtagen, am Rosch llaschonoh und Jörn llakippurim ein stummes aber eindring liches Bekenntnis zu Gott und zum Judentum vor allei Weit ablegten. Aus dieser Unfähigkeit, unsere heiligen Tage zu leiern, sprechen Not und Druck der jüdischen Seele. Unsere Verantwortung, unsere Sorge bewegt uns deutsche Rabbiner zu einem ernsten Wort an die deutschen Juden. Genug des Leids, das so vielen von uns der Sabbath, dieser Quellpunkt unseres Familienlebens, die Wurzel der edelsten Tugenden unserer Gemeinschaft, der Tag unserer Seele, das Wahrzeichen unseres Glaubens, verloren gegangen ist. Sollen i Entweihung der hohen Feste | nun auch die ehrhrchlgebietenden Tage dem Materialismus mehr und mehr zum Opfer fallen? Die „Tage der Umkehr" 'nahen. Möchte ein jeder den Willen und den Weg finden, die heiligen Tage ganz und unge- ' schmälert zu feiern. Möchte jeder jüdische Geschäftsinhaber seine Angestellten von jeder Arbeit an den hohen Feiertagen befreien. Möchten die Treuesten der Freuen, denen es ein tiefes Bedürfnis ihres Herzens ist, der religiösen Pflicht gemäß Sabbathe und Feste zu feiern, weilherziges Verständnis bei allen in Betracht kommenden jüdischen Persönlichkeiten finden.. Luch alle aber bitten wir: Setzt alles daran, daß unsere Ruhe- und Festtage unserer jüdischen Gemeinschaft erhalten bleiben. Die Freue zum Judentum fordert Opfer. Aber ihr Lohn ist eine Ruhe des Gewissens, das Bewußtsein treu erfüllter Pflicht, die Festigung und Lrhöhung des Judentums. Im Geiste eng mit Luch allen verbunden, wünschen wir Luch den Segen der heiligen Tage „Möge alle Sorge von Luch weichen; die Freude an Gott bleibe die Quelle Lurer Kraft!" [)eT Vorstand des Rabbinerverbandes in Deutschland

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