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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-07-08 · 27 (8.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
27 (8.7.1927)
Date
1927-07-08
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3. lahraina, l)r. 27 8 lull 1927 fejtfMfMl! #t- * . a/. f _ 1 j # ' X^f Amtliches N^chnckiehbld! tyer G*HieiH<leverwtliHM kz l iqiongqz mzindz Äti^tg K Ob* <" tird u«tt ci&ci e<m »cchrntluh am Prtittg, Diu 1^ iqlled.in otl hehgionscemexue wud es unr tgiltllcn d.-Lh die Host .xgestfiU Be:i csp e»s üi Nie -irciUiiieuti ri:onatlich 60 Ptenivgt. *r 7ciyti«apnaMT.e W. Tech Gtccttnstitb« 11, Telephon WO, W Schrille 'urr.;: Leni't;aerat>L (.»ustav ( ohi. Li Löhutr, 0. 'fiepr-on 29641. Druck nd Vclan ic.cner, Ltipltg, Glcctensir. II, Telephon'14449* An- .c i.f .ujr, 4 gespaltene mm teile 20 Pfg. Fa amlu - nc kloint Ameigen!0 Pf$ Umsch>acj&e<*cn unj TiitlMtMtf nach beaord Tarif - F-'i' den rr*crattnttll: J Kühne. Reichelstr. 7 (Telephon 14449) Die Schtiftleitung übernimmt tui die unter dem Nsn.en de? Vfrias.sers Vscheinenden Beträge und «1ie Vereinsnachrichten nur die ptelJ«^eset*liche Verantwortung- Nachdruck nu' mt (Quellenangabe i nd Genehmigung des Vertasseis -ie-siattct Amtliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Wählerliste Genen linde dieses Jahres findet die satzungsmaß.ge Wahl zur Uemciiidexenre ung statt. Wahlherechtiyt sind alle männlichen und weiblichen Gemeindemitjieder, die am Wahltage das 20 Le eiisjahr vollendet haben und in der Wählerliste aufgefahit sind. Lim eine volls Madige und richtige Wählerliste zu erhalten, geben wir schon jetzt den Oemeindemitgliedern Uelegenhei', werktäglich von 9- 4 Unr im Gemeindeamt. LöhrslraBe 10', Linsidit in die vorlautige Wählerliste zu nehmen und Berichti^uugsac'iräge zu steilen. Wahlberechtigte Gemcindemitglieder, die in der vorigen Wählerliste gar nicr.t oder nicht richtin aufgeführt waren, oder bis zum neuen Wahltage 20 Ja re alt werden oder umeirudb des Uemeindebeziiks neu zugezogen oder umgezogen sind oder durch VereheNchung einen andere.; Familiennaii.cn angenommen haben, haben besondere Veranlassung nachzuprüfen, ob sie richtig in der Wählerliste sieben, und erforderlichenfalls de Berichtigung zu beantragen. Oer Vorstand Leipzig, den 27. Juni 1927. der israelitischen Religionsgemeinde tu Leipzig. Geschichten von jüdischen Namen Von Prof. ür. Heinrich Löwe in Berlin. eiuahe könnte man sagen, daß die Qeschichten, die : l-£! von der Namensgebung erzählt werden, so alt sind, %_ß \ wie die Führung von Namen überhaupt. Wenigstens •..........• kennt schon die Bibel in ihren ältesten Teilen eine ganze Reihe von Namen, die in Anlehnung an Ereignisse und Erlebnisse gegeben wären. Wenn der Name Noaeh damit erklärt wird, daß ihm dieser Name, der „Ruhemann" bedeutet, von seinem Vater beigelegt worden sei, mit der Begründung, „Denn er wird uns trösten von allen unsern Mühen," so haben wir darin eine uralte Namensanekdote. Von den mehr als fünfzig solcher Namenscrklärungcn, die im ersten Buche Moses überliefert sind, hat der größte Teil einen ähnlichen Charakter. Und nicht anders ist es, wenn in späterer Zeit hebräische Nebi'im ihren Neugeborenen Namen beilegen, mit denen sie dem Volke, das sie mit diesen Namen rufen soll, etwas andeuten. Auch in der la I urudiselieii Zeit werden au die Namen oft Anekdoten und Witze, Wortspiele und Scherzworte geknüpft, und mögen zu Beinamen Anlaß gegeben haben. So wird einer der größten jüdischen Autoritäten gelegentlich einfach als „der Kahlkopf" bezeichnet. Bibelstellen dienen als Andeutungen, die mit dem Namen in Zusammenhang stehen. In gelehrter methodischer Forschung hat Wilhelm Bacher wahrscheinlich gemacht, daß der bekannte Talmudist Ben Bag, d.h. der „Sohn von Bcth- Gimel" derselbe sei wie „Bar lle He, d.h. ihr ,Sohn von lle-lle'". Er bringt damit die bekannte Geschichte in Verbindung von dem Heiden, der zu Hillel und Schammai kommt, um die Thora „auf einein Beine stehend", d Ii. ohne die mündliche Tradition /u erlernen. Auf Hilleis drollige Methode, ihn zur i hoia „auf zw ei Beinen", nämlich /ni" schriftlichen und mündlichen Lehre gebracht zu haben, fuhrt Bacher die Namen Ben Bag Bag und Bar He He zurück. Am einleuchtendsten ist die Deutung der Stelle in Kidduschin „Law Chamnüna schimcha, ella Karnunä wo der Name Chamnüna als „Warmfisch" aufgefaßt wird, und ihm in „Karnünä ein „Kaltfisch" entgegengesetzt wird. Diese Sitte, Namen zu deuten, in sie etwas hineinzulegen und umgekehrt in Anlehnung an Ereignisse des Tages Namen zu geben, liegt im jüdischen Volkscharakter. Diese Neigung äußert sich überhaupt in der Erfassung der Sprache als solcher, in der Freude am Formalen in ihr, au ihrem Sinne und an Vergteichungen. Daher haben wir bei den Griechen keine ähnlichen Ueberlieferungen über Namensgebungen im Anschluß an Ereignisse, ebenso wie wir hei den Hebräern oft genug Mitteilungen über Namen und Worte aus andern Sprachen finden, während die Griechen nur auf ihre eigene Sprache geachtet und von fremden Zungen nichts überliefert haben. , Dort nun, wo eine bekannte Namensgebung im großen vorliegt, knüpfen solche Anekdoten am ehesten an. Eine solche gab es vor allem bei den deutschen Juden, um die

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