Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 25 (14.6.1927)
- Date
- 1927-06-14
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Kr 25 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 6 Unterlassen, das sich mit der Frage des Ursprungs der israelitischen Religion befallt. Im vorliegenden Vortrage berichtet der Sohn und Herausgeber dieses nachgelassenen Werkes über die Methoden und die Ergebnisse der Untersuchung Kann anch an diesem Orte auf die Richtigkeit der neuen Hypothese und der Methoden, ilie da/u geführt haben, nicht eingegangen werden, so dürfte sie doch einem größeren Kreise von Lesern von Interesse sein. Bin (iorion glaubt nämlich durch systematische Heranziehung eines bisher wenig beachteten Materials zur Bibelforschung, des rahbinischen Schrifttums, in Verbindung mit neuen Kriterien zur Qucllenschcidung die ganze bisher allgemein gültige Anschauung umstürzen zu müssen, da» die gesetzliche Grundlegung der israelitisch-jüdischen Lehre am Sinai criolyt sei. Die Qeburtsstunde der israelitischen Religion sei vielmehr die Versammlung ganz Israels vor Josua zu Sichern gewesen. Anstelle des Sinai in der Wüste müsse der (iarizim in Palästina als der heilige Kerg angesehen werden. Die zwölf Flüche, der DodeluÜOg von Sichern, seien alter als die zehn (iebote. Der eine unbehauene, unbeschriebene Stein, der Mein des Zeugnisses, der nur Zeuge sein will, sei ursprünglicher als die Vorstellung von den zwei steinernen beschriebenen Tafeln. Und: den Stifter der Religion Israels bitten wir nicht mehr in Mose zu sehen, sondern in Josua!! — — Der Vortrag beschrankt sich auf einige wenige herausgegriffene Beweisstucke bin Qorions. Ob die in dem eigentlichen Werke gegebene Beweisführung uberzeugender wirken kann als dieser kurze Bericht, kann erst eine eingehende Prüfung ergeben. —n. j>sr Jriorgen Heft 2 des 3. Jahrganges. Die Zweimonatsschrift „Der Morgen" (Herausgeber Professor Dr. Julius (ioldstein-Darmstadt) halt sich dem Tagespolitischen fern, obgleich sie allem Entscheidenden und Wertvollen der Zeit Ausdruck zu geben bemüht ist. Dieses Mal aber bringt die soeben erschienene Nummer 2 des i. Jahrgangs einen kräftigen Weckruf gegen die Schande unserer Tage: Die Schändung jüdischer (iräber. Wilhelm Michel, der bekannte Höldcrlinforscher, spricht im Namen des Deutschtums und der Menschlichkeit gegen eine Niederträchtigkeit, die die Ehre des deutschen Namens befleckt. Seinen Aufsatz. „Ka mpf gegen (iräber" wird mau nicht ohne innere Bewegung lesen können. Der /weite Aufsatz von Dr. Max Wiener behandelt die Frage der Unsterblichkeit Die Forderungen des religiösen Bewulltseins und die positive Haltung des Judentums zu der Frage der Unsterblichkeit kommen /u eindrucksvoller Darstellung. Carl Oebhardt, der Spinozaforscher und Herausgeher der Oesamtwerke Spino/as, behandelt das Thema „Spinozas Bann". Dr. B. Jacob-Dortmund fährt in seiner Einführung in das 1. B ii c h M 0 s c fort. Er behandelt dieses Mal die A k e d a , die Geschichte der Bindung Isaacs. Wie immer versteht es Jacob dem biblischen Bericht neue Seiten abzugewinnen. Professoi Julius Goldstein beschlieBt in seinem Aufsatz „Vom demokratischen zum völkischen Bürgertum" seine Artikilreih/ „Völkischer Antisemitismus". Er schildert die (ie- ■Uinungswandluiig des deutschen Bürgertums. In wenigen Seiten fallt er die politische und geistige Entwicklung eines Jahrhunderts zusammen, Einblicke gewährend in Zusammenhänge, die in dieser Schärte und Klarheit bisher noch nicht erkannt worden sind. Das Problem der Sintflut in Sage und Dichtung behandelt Professor Basnitzky. Im Anschhlfi an das Buch des Hamburger Senators Stubniann: Alhert Ball in stellt Dr. Carlebach die Gestalt des grollen Hamburger Reeden vor uns hin, und erörtert die Frage, aus welchen Kräften das Lebenswerk dieses Mannes sich aufgebaut hat. In dm beiden aufschlußreichen Aufsätzen von Dr. Kurt Zielenziger: Der Einfluß der Juden auf die kalte Sozialisierung, und Ernst I andsberg: Die Beteiligung der Juden an deutschen Montanmternchmungen fuhrt der Morgen die Aufgabe weiter, die wirtschaftliche l ige der deutschen Juden festzustellen. In dem zweiten Teil des Heftes bespricht der Zentrumsabgeordnete Adam Rocder Emil Ludwigs Bismarck-Buch; Professor Goldstein macht mit der Bekerintnisschrift eines zum Judentum übergetretenen Katholiken bekannt und bespricht die Lebenserinnerungen Samuel Oompers, de~ Schöpfers der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung, Dr Stahl gibt seine Eindrucke über das englische |udentum wieder. POM Telephon Nr. 24333 12137 reinigt und färbt schnell und preiswert Teppiche, Portieren Herrenu. Damengard. Nächste Filiale: 8aJsgftBcben Nr 6. Amtliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipaig Ausgabe der Synagogenkarten Die Erneuerung der Synagogenkarten findet vom 13. Juni bis S. Juli d. J. im Gemeindeamt, Löhrstraße 101, statt. Ueber diese Zeit hinaus ist eine Aufbewahrung der Karten ausgeschlossen. Karten, die bis dahin nicht abgeholt sind, werden ohne weiteres anderweit vergeben. Wegen Zuteilung verfügbarer Plätze erfolgt später persönliche Benachrichtigung. Leipzig, am 30. Mai 1927 Vontud der Isr. Keligionsgemeinde zu Leipzig Barmizwah-Vorbereitung Zur Barmizwa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Januar 1915 bis 31. März 1015 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1. Juli 1927. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Barmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 30. Juni 1927 im Gemeindeamt, Löhrstraße 101. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, 8. Juni 1927. Der Vorstand der israelitischen Religionsgcmeinde zu Leipzig. Barmizwah-Vorbereitung für Knaben orthodoxer Richtung: Im Anschluß an den Unterricht in unserer Religionsschule II ist ein Barmizwah-Vorbereitungsunterricht eingerichtet worden. In diesem Unterricht sollen vor allem das Erlernen der Tonzeichen (Ncginoth) für die Thora- und Prophetenvorlesung geübt und die praktisch-religiösen Vorschriften (T'fillin, Zizzith usw.) behandelt werden. Der Beginn der Lehrgänge wird von Zeit zu Zeit bekanntgegeben werden. Der erste Lehrgang, der vor allem für Knaben bestimmt ist, die in der Zeit bis Ende September d. J. Barmizwah werden, hat am Dienstag, 31. Mai d. J., begonnen. Die Teilnahme an den Lehrgängen ist kostenlos. Die Anmeldung erfolgt bei dem Direktor der Religionsschulc II, Herrn Rabbiner Dr. E. Carlebach, in der Höheren israelitischen Schule Gustav-Adolf-Straße 7 in der Zeit von 9—12 Uhr vormittags. Leipzig, den 30. Mai 1927. Der Vorstand der israelitischen Religionsgcmeinde zu Leipzig. f »■«»i *«wmwinM«M»«mmMm>t*«inHi«««»»««M»n«mMnnim«nM»M««tHt»w?«i Versicherungen aller Arf Siegmund Colin Elsfersfraße 2.4 Fernspr. löOöö Blumenhaus M.KröberNchf. Tel. 287 63 Burgstraße 22 Tel. 287 63 Die schönsten Schnittblumen, speziell Rosen Feinste Bindereien aller Art