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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-06-17 · 24 (17.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
24 (17.6.1927)
Date
1927-06-17
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Ht 24 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seile & echcn aber wichst die Angst vor dem Juden und zermürbt sein eigenes Rassengefühl; Überall wittert er die geheime Macht des Juden, der er nicht entgehen könne, krankhaftes Mißtrauen lähmt ihn. Das Symbol, das ihn entlasten sollte, wird zur fürchterlichsten Belastung: er wird «nfrei, kann sich nicht mehr bewegen, die ganze Uewalt des geistigen und seelischen Druckes beschwert ihn. Noch könnte der Deutsehe gesunden Aber er müßte erkennen, dali er die Krankheit, die au seinem Marke zehn, um überwinden kann, wenn er wieder frei wird, sich auf die Kraft seines Volkstums besinnt. „Das Zeichen der Heilung aber wird ilu-s nur sein. daB wir den Juden nicht als erschreckendes Symbol sondern als deutschen Staatsbürger zu sehen wagen, den wir ebensowenig ZU furchten haben wie jeden anderen Lebenden irgend* einer Art und Rasse, < Wer vernehmlicher gesagt, wenn es uns selbstverständlich ist, daß er innerhalb unseres Rhythmus nichts anderes sein kaun als deutschet Staatsbürger. Dann wird kein Jude in Deutschland etwas anderes sein w ollen als deutscher Staatsbürger." — Mit bewundernswertem Scharfblick zergliedert der Vf. das brennende Problem; .111jeder Seite leuchtet die begeisterte Liebe zum deutschen Volke heraus, sie diktier» ihm den eindringlichen Weckruf an die Volksgenossen; sie sollen den Abgrund erkennen, an den t.ii ihr Volk dringen. Verständnisvoll geht er mit den Methoden der Psychoanalyse ZU Werke. Unübertrefflich sind die Kapitel, in denen er darstellt, wie in den Kindern in der Schule der (icgensatz der Rasse entwickelt wird, und wie sich das < mit"t in die Adern mengt Wendet sich auch das Buch in erster Reihe an die nicht-jüdischen Deutschen: es bietet auch uns ungeheuer viel zum Verständnis unserer Zeit. O. C. 3r. fnedrich Jriuruwski. — „Die Juden bei den Kirchenv ä t e r u und Scholastiker n". Eine kirchengeschichtliche Skizze als Beitrag zum Kampf gegen den Antisemitismus. Berlin 1023. (C. A. Schwetschke & Sohn.) Zu den schmerzlichsten Kapiteln der jüdischen Geschichte in den Zeiten dc> Mittelalters gehören jene, in denen Verfolgungen in Führung der christlichen Geistlichkeit vor sich gingen. Die vorliegende schlimmster Form und größtem Ausmaß unter den Augen, ja unter Schritt hal das große Verdienst, die ungeheure Literatur der Kirchenväter nach Aeußetungen dieser in der Entwicklung des Katholizismus führenden Geister durchforscht und den Nachweis erbracht zu haben, dali der Antisemitismus „als etwas der katholischen Kirche Wesensfremdes" betrachtet werden muß. Gewiß finden sich bei dem Gange durch die Kirchengeschichte oft genug Vertreter judenfeindlicher Gedanken. Zu ihrem Verständnis weist aber der Vf. darauf hin, daß im menschlichen Verhalten immer wieder beobachtet werden kann, wie „die reinsten Ideen bei ihrer Umsetzung in Taten verderbt werden"; daß ferner die Kirche in den ersten Jahrhunderten die Juden als eine Gefahr für ihren Auf- und Ausbau ansehen mußte, und schließlich, daß sie im Mittelalter „eine uns heute unerträglieiie VeihiiidiuiK mit der Politik eingegangen war". Aus diesen menschlichen und geschichtlichen Erwägungen heraus lassen sich die traurigen Ereignisse und ihre treibenden Kräfte begreifen. Das aber sollte nicht da/u verführen, die Verantwortung der katholischen Lehre aufzubürden. Im (leiste der Kirche liegt der Antisemitismus nicht, und der l leberblick beweist, „dalt von den Schriftstellern, die aus dein Altertum und dem Mittelalter sieh mit den Juden beschäftigen, die Mehrzahl ihnen keine Feindschaft entgegenbringt." „Die Kirche ist in ihren größten Geistern niemals antisemitisch gewesen." -- Es ist ein erfreuliches Abrücken von dun auch unter den Katholiken noch keineswegs überwundenen julienfeindlichen Standpunkt, und es wäre zu wünschen, daB di r innere Widerspruch zwisc hen gläubigem Christentum und Judenhaß Überall 10 klai erkannt würde. Ob aber je die Kirche von dun Judenleid früherer Jahrhunderte wird entlastet werden können? Für die in dieser Rubrik erscheinenden Berichte usw. übernimmt die Schrriftleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung. Sportklub Bar Kochba, Box-Abteilung Die Bar Kochba Boxer haben in Chemnitz einen glänzenden Eindruck hinterlassen, was sich in den Kritiken der Presse auswirkt. Wir führen hier nur die Urteile der maligehenden deutschen Boxzeitschrifteu an. Der „Boxsport" Berlin schreibt u, a.: „Engel-Bar Kochba hielt sich gegen Kurt Welsch wieder hervorragend, schlug ganz genaue Kopfhaken, erfaßte stets die geschaffene Lage, und schien W. vollkommen ebenbürtig zu sein. Statt unentschieden errechnete das Kampfgericht einen Sieg Welschs. Auch im Weltergewicht, wo Batdermann-Bar Kochba auf Fr. Welsch stieß, traf das Kampfgericht mit dem unmöglichen Siege Welschs nicht das Richtige. Der in den Schulterpartien stark entwickelte Leipziger hatte in der zweiten Kunde weit mehr vom Kample, schlug klarei und auch wirksamer. Welschs Endspurt am Schluß der 1. Runde hätte höchstens ein unentschieden verdient." Die „Boxwoehe" Berlin sehreibt u. a.: ... Die drei Leipziger Gäste vom Boxkluh Bar Kochba waren in ausgezeichneter Form. Reiter, der Besieger Thietnanns, und Engel ließen sich nur durch volles Aussichherausgehen ihrer Gegner Liebers bzw. K. Welsch schlagen, wogegen Baldermaun durch Fehlurteil um den Sici; kam. Vereinsnachrichten (Redaktionsschluß: Dienstag vormittag 10 Uhr) Zeirej „Miarachi", Leipzig Ständige Veranstaltungen, zu welchen auch N ich t-Mi sr.ac bist en willkommen sind: Sonnabend: 8,30 mtlC rtVon, 3 4 m3R 'piD, 4-5 Kira N33. (Melamed) Sonntag: Jeweilige Nachmittagsausflüge mit wechselndem Ziel. Treffpunkt regelmäßig pünktl. um 2 Uhr, vor dem Hause Keilstr. 4. Einige Wochen später werden wir die Ausflüge den ganzen Tag ausdehnen. Montag, 8—10: Spieiahend (Schach, Tischtennis, Dame und dergl.). Dienstag, 8—9: Diskussion nach erfolgtem Referat eines Miti gliedes oder Lektüre aus der Palästinapresse. 9-10 rryv Mittwoch, 8-«): Spielabend. 9-10 tnna X33 (Melamed) Donnerstag, 8—10: Heimabend Und Spielabend. Der Vorstand. Jugandgruppe der Leipzig-Loge U. O B B Sonntag, 19. Juni: Bei schönem Wetter Ausflug. Treffen: pünktlich 7.30 Uhr Zeitungskiosk Osthalle. Abfahrt 8 Uhr, Sonntagsfahrkarten nach Großbothen lösen (1.70 Mk.). Kückaukunft gegen 7.30Uhr. Jüd Arbeiter-Jugend- Im Jugendheim, Töpfcrstr. 2, Zi. 6, Montag, den 20. Juni, machen wir einen Spaziergang, wir treffe« uns 7.30 Uhr abends am Jugendheim, Töpfcrstr. 2. Wir fordern die jüdische Jugend auf, sich an unserem Ereiluftkursus über das Thema: „Proletarisches Grundwissen" teilzunehmen. Schriftliche Anmeldung Jüd. Arbcits-Gcmcinschaft, Kanstädtersteinweg 21, oder jeden Montag pünktlich 7.30 Uhr persönliche Anmeldung. Leipziger jüdisches Abendhelm (Abendheim im Zoo) Nächster Heimabend Dienstag, den 21. Juni, im Grünen Saal de« Zoo. Beginn 8 Uhr. Jüd. Tarn- und Sportverein „Bar Kochba", Leipzig Geschäftsstelle Keilstr. 6, Postscheckkonto 67975. Schwimm-Abteilung I Sonntag, 1'). Juni. Ausflug nach Taucha. Treffen früh 7 <■> Uhr in der Westhalle am Blumenhäusebeii. Bade/eug mitbringen. Rückkehr gegen 0 Uhr. Gäste herzlich willkommen. Strumpfe für Damen und Herren Waschseide, prima Bemberg Seide . (\9S Schliipler, wesenlos et und mit Volant L Schlüpfer, la Atlas Seide, lang gestreift 3.95 Hemdhose, la Alias Seide .... 4.95 Prinzcli-Rock, la Atlas-Seide . . . 5.95 Scidcngrift m Doppelt, u. Hochl. . . flD Eleg. Herrensocken....... ,ÖJ Lady-Salon, Nkolaistr.2 Versicherungen aller Art 1 Siegmund Cohn Elsfersfraße 2.4 i- Fernspr. löOöö

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