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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-06-17 · 24 (17.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
24 (17.6.1927)
Date
1927-06-17
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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■Mr. 24 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Sei « 7 Personenstandsnachrichten a) (i e b u r l e n: 17. Mai l'>27: Kopcl Margulies und Bajla Berta geb. Jedlieka, Uferstralic 10 III, einen Sohn, „Efrairn Fritz". IS. Mai 1027: Jost'f Hochbcrger und Liebe geb. Ring, Uferstr. eine Tochter „Kosa". 20. Mai 1027: Ahraham Aibisch Rosner gen. Friinkcl und Rebekka geb. Steinmarder, Hauptzollamtstr. i III, einen Sohn „Georg". 1. Juni 1027: Jakob Jakohowit/ und l.eonore geb. Deitsch, Promenadenstr. 15, einen Sohn „Gereon". 4. Juni 1027: Abraham Ahuseh Fleischer und Auguste geb. Lipper, Mumboldtstr. 1011, einen Sohn. b) B a r m i z w a Ii: 25. Juni 1027: Herbert Geyer, Sohn der Frau Margarete Cieyer geh. Bernstein, Bayerschc Str. 33. c) Todesfälle: I. Juni 1027: Lmilie PincUS, Auenstr. 21. 4. Juni 1027: Pessie Neger, Nordstr. 14. 7. Juni 1027: Joseph Michael Rochocz, Wettinerstr. 30. Kl. Juni 1027: Kind Kecha Jda Hirschbergcr, Blücherstr. I. Austritte aus dem Judentum: Redakteur Oeorg Alfred Fuchs, Leipzig-Schö., Klara-Wieck-Str.24. Rückerstattung des Steuerabzugs vom Kapitalertrage bei Kleinrentnern In der „Neuen Leipziger Zeitung" veröffentlicht der Obersteuersekretir i. K. E. Schecrer-Leipzig eine Darstellung der Bestimmungen Ober den Steuerabzug vom Kapitalertrage. Wir geben daraus den Schiuliteil wieder, der von der Rückerstattung des Abzuges für Klein* rentner handelt. — Die einbehaltene Steuer wird erstattet, wenn das gesamte abgerundete Einkommen eines unbeschränkt einkommensteuerpflichtigen Gläubigers nicht den Betrag von 1300 Mark jährlich übersteigt und in diesem Einkommen Einkünfte vorhanden sind, die dem Steuerabzug vom Kapitalertrag unterlegen haben: die Erstattung erfolgt aber nur, wenn die einbehaltenen Steuerbeträge jährlich 20. Mark übersteigen. Der Erstattungsantrag ist binnen drei Monaten nach Ablauf des Steuerabschnittes für diesen Abschnitt einzureichen. Für die Steuerrückzahlung ist das Finanzamt des Erstattungsberechtigten zuständig. Jn dein Erstattungsantrag sind die Gründe darzulegen, welche die Erstattung rechtfertigen. Der (iläubiger von Kapitalerträgen hat den Nachweis zu führen, welche Kapitalbeträge er bezogen hat, ilall hiervon der Steuerabzug dabehalten worden ist, dal! die betreffenden Kapitalanlagen ihm gehören und die besonderen Voraussetzungen für die Erstattung vorliegen. Der Nachweis der FrstattungsgrQnde kann in jeder geeigneten Form geführt werden. Es genügt die Benachrichtigung einer Bank oder Sparkasse über die Gutschrift, wenn die Einlösungsstelle ilie Höhe des Kapitalertrags und des vorgenommenen Steuerabzuges vermerkt hat. Bei Einkünften aus einer stillen Beteiligung genügt die vom Schuldner ausgestellte Bescheinigung. Zum Nachweis, dal) die betreffende Kapitalanlage dem (iläubiger gehört, können die Angaben in der letzten Vermögenserkläriing dienen. 3S9&5€3£ä^äfi£3£fi££*ä£39ffi£&?33333333£93332iS33S-£^i Blumenhaus M.KröberNdif. I Tel. 287 63 Bur«straße 22 Tel. 287 63 Die schönsten Scfiniftblumen, spezieil Rosen Feinste Bindereien aller Art jr/i 77 n I fji rflTJTJl ItiyjT7i~3 ii.ii _S.v Vi v\>" " "^Tl iSü tsn i Herzheilbad AUheide Haus Bellevue Inhaber J. Heppner Fernsprecher Nr. 71 Vorzügliche Küche Auf Wunsch Diät Beste Lage an Kurplatz und Bädern Schön gelegene Balkonzimmer Großer Garten Neue Bücher J>r. jtiiehaal Jtiülitr-Claudius- — „Deutsche R a s s e ita n g s 1.*■ Eine Biologie des deutschen Antisemitismus. Berlin B»27. (C A. Schwetschke 6 Sohn.) Man hat den Antisemitismus als eine ^Schmach des Jahrhunderts" bezeichnet: er ist viel Schlimmeres, ist eine Gefahr für das deutsche Volk, eine Krankheit, die den Organismus zerreibt. Der Vf. stellt die Diagnose: Rassenangst. Die Masse bedarf der Symbole als greifbarer „Zeichen für das Ahnend-Erfühlbare". Die Religion gibt ihr das Symbol für die ewige Aufgabe und den Weg des Menschen zu Gott: die Heiligung. Aber die Masse braucht auch eine Symbolgestalt für das, was die Einheit zwischen Ciott und Mensch zerreißt, das Böse; an ihr wächst der Mensch in der Freude am sittlichen Ucberwinden: er bedarf der Entlastung, wenn der Gedanke an dem Unwert sich regt, wenn die Kluft zwischen Wollen und Sollen empfunden wird. Auch das Denken des Alltags schafft Symbole, die bestimmt sind, alles Niederdrückende, Quälende, Zermalmende zu besiegen, in der Entlastung, die sie schaffen, Stärkung und Förderung der lebensnotwendigen Kraft des Selbstbewußtseins zu geben. Eine dieser unter den IVutschen sehr zahlreichen Symbolbildungen hat den Fremden „zum Symbol des Wertfremden, Wertraubenden, Störenden und deshalb Abzuweisenden" gestaltet. Nicht immer galt den Deutschen der Jude als das Symbol des Fremden. Im frühen Mittelalter haben die Landesherren den Juden geradezu herangezogen, ihn in jeder Weise geschützt, ja vielfach weitestgehende Rücksicht auf ihn genommen. Die Kirche, die sich in diesen Zeiten nicht immer juden freund lieh zeigte, hat sie nicht als Fremde abgelehnt, sondern in ihnen nur das die Festigung des Christentums hemmende Flement Kreuzzuge bezeichnet, doch auch da noch wird ihm ohne Weiteres das bekämpft. Als der Fremde wurde der Jude zum ersten Male im ersten Vollrecht und der Vollwert des Deutschen zuerkannt, wenn er sich bekehrt. Noch hat sich das Symbol nicht durchgesetzt. Frst der zweite Kreuzzug (das Jahr 1146) wird zum Wendepunkt in der < ieschichtc des jüdischen Symbolschicksals: von da an wird spontan die QeftaH des Juden umgeformt und umgewertet. Noch ist allerdings der Antisemitismus rein religiös; der Jude ist der Ungläubige, der Ciottwidrigc. Aber er ist der Andere, und als solcher das Symbol für alles Schädliche, alles Ocmeine. Von da ist es nur noch ein kleiner Schritt zur absoluten Wertverneinung des Juden: er wird der unbedingt zu Verfemende. Und nun löst sich mehr und mehr das Symbolhild von seinen ursprünglich religiösen Motiven und tritt in die Sphäre des Nationalen. So entwickelt sich das Krankheitssymptom der l&>ssenangst. Auch anderwärts sieht man „das Andere" am Juden. Der Franke beispielsweise weill sehr wohl von der Fremdheit des Juden. Aber er reagiert darauf mit dem Bewußtsein der Starke seines eigenen Volkstums. Er ist auf der Hut, doch er fürchtet sich nicht Dem Deut- Max Singer Uhrmacher u. Juwelier Plauenfche Str. 2 Fernsprecher |273 2 7 H Gegr. I. J. 1900 Eigene Werkstatt *fv* + * OVJ^ ■ * Uhren Juwelen Schmuck Verlobungsö Rinje Silberne Becher, Schalen Körbe, Leuchter u. s. w. besonders preiswert!

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