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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-06-03 · 22 (3.6.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
22 (3.6.1927)
Date
1927-06-03
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Mr. 22 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG Seite 3 Den zweiten großen Erfolg errangen unsere Leichtathleten am Himmelfahrtstage in Döbeln bei dem nationalen Spurtfest, daß der dortige Sportklub anläßlich seines 25 jährigen Jubiläums veranstaltete. Hier belegte unsere 4x100 m Jugend-Staffel den 1. Platz vor VfB. Leipzig. Auch hier mußten die „L. N.N." den von ihnen gestifteten Ehrenpreis den Bar Kochhanern überlassen! Bemerkenswert ist, daß unsere 2. Mannschaft dicht hinter VfB. cinkam und noch alle übrigen Konkurrenten aus Dresden, Berlin usw. schlagen konnte. Diese schönen Erfolge sind ein Zeichen für die wertvolle Arbeit, die innerhalb der Leichtathletik-Abteilung geleistet wird, und die uns in der erst beginnenden Saison wohl noch manchen Erfolg bringen wird. Am 12. Juni beteiligt sich unsere Leichtathletik-Abteilung an einem internationalen Sportfest in Prag, das unser Bruderverein Hagibor veranstaltet, und an dem sich die besten jüdischen Sportsleute aus der Tschecho-Slovakei, Oesterreich, Polen und Deutschland beteiligen werden. Wir sind überzeugt, daß unsere Leichtathleten auch dort in Ehren bestehen werden. — Schlachtenbummler, die sich an dieser Fahrt beteiligen wollen, werden gebeten, sich in der Geschäftsstelle oder bei Herrn S. Lchrfreund, Brühl 34—40, zu melden. Jüdische Pflegestelle Um dem Mangel an geeigneten jüdischen Pflegestellen für Kinder von 2—6 Jahren abzuhelfen, hat der Jüdische "Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig, zunächst eine Pflegestelle «ingerichtet, in der ev. noch 2 Kinder Unterkunft finden können. Pflegesatz je Kind und Monat 60. Mk. Nähere Auskunft erteilt Frau Else Cohn, Löhrstr. 10 (206 41). Aus mderen Gemeinden Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden Am 12. Mai trat in Berlin die bei der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden bestehende Arbeitsgemeinschaft für QefihrdetenfQrsorge zusammen. In der von Sanitätsrat Dr. Seetigsohn geleiteten Sitzung waren die Vertreter aller angeschlossenen Organisationen, sowie die der Kommission angehörenden Sachverständigen anwesend. Hauptgegenstände der Verhandlung waren die Fragen des Ausbaues der Psychopathenfürsorge und der Gefange neu fürsorg e, sowie ein Bericht über den Stand der Reform der FürsorgeenieIiu n g. Zur Frage der Psychopathenfürsorge konnte mitgeteilt werden, daß erfreulicherweise sowohl in den Kreisen der Lehrer, wie der Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen das Interesse für diese Spezialaufgabe in ständigem Wachsen begriffen ist und daß eine Reihe von Anmeldungen zur Spezialausbildung in der Psychopathenfürsorge vorliegen. Die Zentralwohlfahrtsstelle wird bemüht sein, durch Ausbildungs/uschüsse, die sie entweder selbst geben oder vermitteln kann, diese Bestrebungen möglichst zu fordern. Ebenso ist sie zu eingehender Auskuuftscrtciluug über die Ausbildungswege und -möglichkeiten bereit. Sodann winde die Frage der Beratungsstellen für Heilerzieluing eingehend besprochen und aul die Notwendigkeit ihrer Einrichtung gegebenenfalls in Anglicdcruiig au die bestehenden Einrichtungen der allgemeinen Psychopathenfürsorge, hingewiesen. Ein Verzeichnis der bestehenden Beratungsstellen bei denen auch eine Umfrage über ihre Tätigkeit und deren Ergebnisse eingeleitet ist - wird veröffentlicht werden. Schließlich wurde von den Plänen der Errichtung eines Heilemehuflgsfieum Mitteilung gemacht und eine besondere Sachverständigenkommission für Psychopathenfürsorge gebildet, der insbesondere Rabbiner, Anstaltsleiter, Lehrer und Fürsorgerinnen angehören werden. In der Frage der Q ef an genen für sorge ist eine Abgrenzung der Arbeit mit dem „Sozialen Ausschuß des Allgemeinen Deutschen Rabbinerverbandes" dahin ertolgt, daß diesem die seelsorgerische, der Zentralwohlfahrtsstelle bzw. den zuständigen Wohlfahrtsstellen im Reiche die fürsorgerische Arbeit obliegt. Die seelsorgerische und fürsorgerische Arbeit soll m dauerndem engem Zusammenwirken untereinander, vor allem aber mit allen Organisationen der allgemeinen Gefangenen- und. S]traf.entla.ssenenfürsorge tatig sein. Diese Notwendigkeit der Zusammenarbeit gilt natürlich ebenso für alle anderen üebiete der Ge: fährdetenfürsorge. Im übrigen sind die Zentralwohlfahrtsstelle und der Soziale Ausschuß des Rabbinerverbandes zur Zeit mit der Aufstellung von Verzeichnissen der in I rage kommenden Strafanstalten und Gefängnisse mit Angabe der für sie zustandigen Rabbiner und jüdischen Wohlfahrtsstellen sowie allgemeinen Gefangcncnfürsorgc-Organisationen beschäftigt. Endlich wird ein Merkblatt für die Durchführung der Arbeit aufgestellt. Auf dem Gebiet der Ref ormder Fürsor geerzie hu n g konnte über das Fortschreiten der Arbeiten sowohl bezüglich der Anstalten für männliche, wie für weibliche lugendliche berichtet werden. Die Reformarbeiten sind noch nicht zum Abschluß gelangt, so daß auf diese Frage später eingehend zurückgekommen werden muß. Schließlich beschäftigt sich die Arbeitsgemeinschaft noch mit der Delegation zur Konferenz über Fragen des M ä d c Ii e n s e Ii u t z e s u n d Mädchenhandels in London im Juni ds. J. Die zu entsendenden Vertreter werden mit den beteiligten Organisationen voraussichtlich noch kurz vor der Londoner Konferenz zu einer Vorberatung in Berlin zusammentreten. Amtliche Bekanntmachungen der Israelitischen Religionsgemeinde in Leipzig Ausgabe der Synagogenkarten Die Erneuerung der Synagogenkarten findet vom 1 ]. Juni bis 8. Juli d. J. im Gemeindeamt, Löhrstraße 1(1 1. st.itt. Ueber diese Zeit hinaus ist eine Aufbewahrung der Karten ausgeschlossen. Karten, die bis dahin nicht abgeholt sind, werden ohne weiteres anderweit v ergeben. Weyen Zuteilung verfügbarer Plätze erfolgt später persönliche Benachrichtigung. Leipzig, den }(». Mai 1(>27. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. •TAGLICH ÜBER 100000 AUFLAGE© CS 3> o Cd LU CO fteueJfoipjiger ieitung BFZUCSPRrJS 2.50 MOSATUCH IM POSTBEZUG 3.42 EINSCHL. BESTELLGELD CO O O >> -n r— O »TÄGLICH ÜBER 100000 AUFLAGE»!

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