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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-05-27 · 21 (27.5.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
21 (27.5.1927)
Date
1927-05-27
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE, LEIPZIG 3 lartett g ganisationen, die über die Frage der Taufen, Misch eli en und Austritte beraten soll. Namens des Wohlfahrtsausschusses berichtete Prof. Türk, daß vorbereitende wissenschaftliche Durcharbeitung des vorhandenen Materials unter Heranziehung der mit ahnlichen Fragen befaßten Organisationen geplant sei, daß sich der bevölkerungspolitische Ausschuß des Wohlfahrtsausschusses damit befasse. Es wurde beschlossen, daß die Vorarbeiten bis zum I. Oktober beendet sein sollten, um dann die Krage der Einberufung der Konferenz aufs neue zu erörtern. Zu der wichtigen Frage einer gesetzlichen Rege«! U ng der Dop p e I b e s t e u e rung sprach Justi/rut Blau- Frankfurt a. M, Die Angelegenheit wurde dem Rechtsaus« schuß /ur Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes überwiesen. Zw der Frage der Einschränkung der Sonntagsruhe in jüdischen Betrieben referierte Dr. Freund. Hier sind die Arbeiten im Gange, ein definitives Resultat wird voraussichtlich in absehbarer Zeit in dieser wichtigen Frage erzielt werden. Was die Unterstützung des Münsterer Seminars anlangt, so soii zunächst muh Auskunft über Besuch und finanzielle Situation in Münster eingezogen werden. (Iber die für die Zwecke der Jugendpflege und der Sportbewegung ausder nächsten Sitzung beraten Herrn Kareski /u dieser Frage in lies gesetzten Mimineii soll weiden, da ein Referat noch erwartet wird. Mit Rücksicht auf die Erfahrungen, die bei den Protesten gegen die Repräsentantenwahlen in der Berliner indischen Gemeinde gemacht worden sind, soll, einer Anregung Dr. Badts entsprechend, ein Verbandsgesetz über die Einrichtung eines Wahl prüf ungsgeri cht s beim Landesverbände geschaffen werden. Der Referent, Rechtsanawlt Dr. Klee, bat, den Rechtsausschuß mit der Ausarbeitung des Entwurfs zu betrauen. In diesem Sinne wurde beschlossen. Die Frage der Bestellung von Sachverständigen für jüdische Angelegenheiten bei der preußischen Regierung w urde vertagt. Grundsätzlich erörtert wurde noch im Anschluß an eine Einzelfrage aus der ehemaligen Provinz Posen die Frage des eventuellen Verkaufs von Synagogengrundstücken zu kirchlichen Zwecken. Dem Kantorenverband wurde ein Zuschuß für die Teilnahme seiner Mitgtieder an der in Frankfurt a. M. stattfindenden Hauptversammlung des Verbandes bewilligt. Einen breiten Raum in den Beratungen nahm die F r a g e d e s | u d e n gesetzes ein. 1 >em Rat lag der Entwurf in der durch die Landesversammlung abgeänderten Form vor. Justizrai Makower referierte. Er bat um unveränderte Annahme des Entwurfs und schlug vor, dem Halber- Vz////, ffnng, Städter Verband den Entwurf mit der Aufforderung zur Mitunterzeichnung zwecks Einreichung an die Regierung vorzulegen, (iegen diesen Vorschlag wandte sich scharf Rechtsanwalt Dr. Klee. Der Sinn der Landesversammlungsbeschlüsse sei nicht, dem Halberstädter Verband einen fertigen Entwurf zur Annahme oder Ablehnung vorzulegen, sondern mit ihm in Beratungen einzutreten. Er verlange deshalb, daß Beratungen mit dem Halberstädter Verband stattfinden und daß das Ergebnis dieser Beratungen erneut dem Rate vorgelegt werde. Dabei sei er sich klar, daß, wenn Änderungen in dem Entwurf nötig seien, er natürlich aufs neue der Landesversammlung vorgelegt werden müsse. Die anwesenden Lehrervertreter bezeichneten den Entwurf, wie er von der Landesversammlung beschlossen sei, als völlig untragbar. Die Regelung des Austritts aus Gemeinden und der Umstand, daß die Gemeinden keinem Verbände anzugehören brauchten, machen die Existenz Hunderter Gemeinden für die Zukunft so unsicher, daß ein Lehrer ohne Risiko für seine Existenz Stellungen in diesen Gemeinden nicht bekleiden könne. Die jüdischen Lehrer Deutschlands werden sich aufs schärfste gegen diesen Entwurf wenden, der unter keinen Umständen Gesetz werden dürfe. Herr Moritz A. Loch bat ebenfalls, zunächst in Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband einzutreten. Nach sehr eingehender Debatte wurde beschlossen, eine Kommission, bestehend aus den Herren Kammergerichtsrat Wolf, Rechtsanwalt Dr. Klee, Justizrat Lilienthal, Bankier Qalewski, Justizrat Makow er, Dr. Freund und Moritz A. Loeb, zu wählen, die die entsprechenden Verhandlungen mit dem Halberstädter Verband zu führen haben werde. Ein Antrag, den Artikel 24 wieder in der ursprünglichen Eorm, wie ihn der Rat der Landesversammlung vorgelegt hatte, herzustellen, nämlich so, daß jede Synagogengemeinde verpflichtet sei, einem anerkannten Landesverbände anzugehören, wurde mit 10 gegen 15 Stimmen abgelehnt. Die übrigen Änderungen der Landesversammlung wurden en hloc mit 17 gegen ') Stimmen genehmigt Herr Justizrat Makower sprach dann noch über die Frage, ob der Landesverband, falls Konkordatsverhandlungen mit der evangelischen und katholischen Kirche geführt würden, seinerseits auch ähnliche Verhandlungen zu fuhren beabsichtigt. Er schlug vor, die Frage zu erörtern, ob und welche Antrage gegebenenfalls seitens des Landesverbandes zu stellen seien. Auf Antrag des Ministerialdirektors Badt kam man überein, von einer Beschlußfassung in dieser Angelegenheit Abstand zu nehmen. Ein jüdisches Konversations-Lexikon. Ein jüdisches Lexikon in ih r Art des grollen oder kleinen „Meyer" und „Brinkhaus" gib es bisher in deutscher Sprache nicht. (Vor 25 Jahren erschien in englischer Sprache die 12bändige „Jcwish Enzyclopcdia" und vor dem Kriege ein dieser ähnliches Werk in Rußland). Nach achtjähriger vorbereitender Arbeit gelangt jetzt im Jüdischen Verlag, Berlin, die erste Jüdische Enzyklopädie in deutscher Sprache zur Ausgabe. Sie besteht aus vier starken Bänden in Lexikonformat und wird von Dr. (ieorg Herlitz und Dr. Bruno Kirschner (Berlin) bei Mitarbeit von mehr als 230 der hervorragendsten jüdischen Gelehrten und Schriftsteller in den meisten Ländern der Welt und unter der Fachredaktion von HKS mm^mfrtm PANORAMA TLl 1 ROSS PLATES 19086. Katharinens™. 24 gegenüber dem Löwenbräu J.C. Hanifdi, Leipzig Grimmaische Str.29 und Hauptbahnhof Westhalle Gegründet 1836 / Fernspr. Nr. 20016, 21173 Frische Blumen zu jeder Gelegenheit lWM^^M-

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