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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-04-29 · 17 (29.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
17 (29.4.1927)
Date
1927-04-29
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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3, lahrtiOR Im weiteren Verlauf der Verhandlungen beklagten sich verschiedene Herren aus den kleinen Gemeinden darüber, i daß die ihnen früher zugesagten Lehrkurte für die Wanderfürsorge nicht verwirklicht worden sind. Es wurde darauf festgestellt, daß Leipzig alle Ortsklassen eingeladen hatte, ihre Vertreter nach Leipzig zu entsenden, um an j einem praktischen Kursus teilzunehmen, daß aber hierauf Antworten nie erfolgt sind. Es wurde mitgeteilt, daß die Dresdener Gemeinde demnächst eine zweite Wohlfahrtspflegerin anstellen wird, die die kleineren Gemeinden besuchen und gern Anleitung für die Wanderfürsorge geben wird. Es kam dann nochmals von verschiedenen Seiten die Beförderung der Durchwanderer zur Sprache. Hierbei wurde festgestellt, daß von einzelnen Gemeinden die Richtlinien nicht genügend beachtet und daß trotz der Warnungslisten Wanderer befördert werden, die darauf durchaus keinen Anspruch haben. Die Vertreter der kleinen Gemeinden machten demgegenüber geltend, daß die strenge Einhaltung der Richtlinien glatterdings unmöglich sei, da sich die Wanderer nicht abweisen ließen. Demgegenüber wurde darauf hingewiesen, daß die gesamte Arbeit in der W'andcrfürsorge zunichte gemacht würde, wenn sie nicht einheitlich und zweckdienlich nach den Richtlinien der Hauptstelle ausgeübt werde. Die Beiträge zur Landeskasse für das laufende Geschäftsjahr sollen erst später festgesetzt werden. Ihre voraussichtliche Höhe wird auf 2 3'- des Steuersolls der einzelnen Gemeinden geschätzt. Die Leipziger Gemeinde fordert einen geringfügigen Beitrag zu den Verwaltungskosten, nämlich 2 der gesamten Ausgaben der Landeskasse. Die Besorgung der Vordruke für Geschäftsbücher, statistische Aufstellungen usw. wird dem Vcrwaltungsausschuli überlassen. Zu der Frage, inwieweit die Inanspruchnahnv öffentlicher Mittel für die jüdische Wanderfürsorge in Sachsen möglieh ist, teilen die einzelnen Gemeinden mit, daß von den städtischen Fürsorgeämtern geringe Beiträge bewilligt werden. Dr. Kreuzberger glaubt, daß hierin durch den Verband mehr erreicht werden könnte als durch die einzelnen Gemeinden. Ebenso werde der Verband leichter Ausweisungen verhindern können, als die örtlichen Gemeinden. Herr Rechtsanwalt Salinger erklärt, daß für Ausweisungsfragen der Landesverband die gegebene Stelle sei und bei den zuständigen Behörden stets das größte Entgegenkommen und Verständnis gefunden habe. Er bittet, daß alle Fälle dem Verband rechtzeitig übermittelt werden; wenn sie in letzter Minute erst an den Verband gelangen, könnte allerdings kein Erfolg mehr erwartet werden. Herr Rabbiner Cohn gab dem Bedauern Ausdruck, daß die Zeit nicht ausgereicht habe, um eingehend über die allge meinen Punkte der Tagesordnung zu sprechen, und empfahl, doch wenigstens noch eine von Leipzig vorgeschlagene Entschließung anzunehmen, damit sie der bevorstehenden Generalversammlung der Hauplslellc für jüdische Wanderfürsorge in Berlin vorliegt. Es habe sich im Laufe der heutigen Verhandlungen ergeben, daß die Entschließung die allgemeine Meinung zum Ausdruck bringt. Dem wurde allseitig zugestimmt, und einstimmig wurde die Entschließung angenommen: „Die sächsischen israelitischen Religionsgemeinden haben mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, daß in der Generalversammlung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge die Frage der Arbeitsbeschaffung besonders behandelt werden soll. Es wird der Wunsch ausgesprochen, daß außerdem erörtert werden soll, was mit den staatenlosen und ziellosen Wanderern geschehen, kann." Auf Antrag des Herrn Verwaltungsdirektors Kalzenstein stimmt die Versammlung auch zu, daß zu der Generalversammlung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge ein Antrag eingebracht wird, die Richtlinien neu zu fassen, durch Druck zu vervielfältigen und an alle Gemeinden der Landes- und Provinzialkassen zu versenden mit der Anweisung, daß streng darnach zu verfahren ist. Die Sitzung wurde durch ein gemeinsames Mittagessen in den Räumen der Leipzig-Loge unterbrochen. Aus unserer Gemeinde Zum 71). Geburtstage des Herrn Jacob Elias. Am 1. Mai begeht der allseitig geschätzte Vorsitzende unserer Chewra Kadischa, Herr Jacob Elias, seinen 70. Geburtstag. Weit mehr als drei Jahrzehnte schon widmet sich Herr Elias Hern frommen Liebesdienste an den Toten, seit nahezu anderthalb Jahrzehnten als erster Vorsitzender der Chewra Kadischa. Mit einer ganz ungewöhnlichen Opferfreudigkeit hat der Jubilar stets das schwere Amt bekleidet; es mußten schon recht zwingende Hindernisse im Wege stehen, wenn er einmal einer Abholung oder einer Bestattung fern blieb. Er hat damit die alten Traditionen würdig fortgesetzt, wie sie ihm von seinen Vorgängern, den sei. Herren Baum und Wohrizek, unter denen er auch schon tätig gewesen, übergeben waren. In Anerkennung seiner großen Verdienste um die Chewra Kadischa wurde Herr Elias schon vor einem Jahre zu ihrem Ehrenmittfliede ernannt. Wir wünschen dem Jubilar von ganzem Herzen, daß ihm noc h auf viele, viele Jahre seine mmmm, I.C. Hanisch, Leipzig H Grimmaisdie Str.29 und Hauptbahnhof Westhalle || Gegründet 1836 / r'emspr. Nr. 20016, 21173 Frische Blumen zu jeder Gelegenheit körperliche und geistige Frische unvermindert erhalten bleibe und ihm im Kreise der Seinen alle Freude des Lebens beschieden sei. Aufruf. An alle Gemeindcmitglieder ergeht hiermit der dringende und herzliche Aufruf, sich der Chewra Kadischa als aktive und auch als passive Mitglieder anzuschließen. Es ist von jeher der Stolz einer jeden jüdischen Gemeinde gewesen, daß alle Liebesdienste an Verstorbenen, insbesondere die Waschung und die Begleitung zum Grabe durch freiwillige Kräfte in brüderlicher Liebe vollzogen werden. Die Chewra Kadischa ist die älteste und wichtigste Vereinigung einer jeden jüdischen Gemeinde, und für den Bestand des Judentums ist es wesentlich, diese Einrichtung in alter Reinheit und Kraft zu erhalten. Von besonderer Bedeutung ist es immer gewesen, daß ohne Unterschied der religiösen Richtung alle Kreise der Gemeinde sich am Liebesdienste für die Leopold Lyssow Steckner Passage, Tel. 29183 Spezial-Qesdiäft feinster Schokoladen Heller — Lindt Hamann Russ. Spezialitäten neu aufgenommen

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