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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-04-08 · 14 (8.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
14 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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>W 10 Cl Mi IND! Bl ATr Di;H ISRAELITISCHEN RLUGIONdGEMclNUEi ChiVÜiÜ 2. Jahrgang: ^a^^HM^M^MHI^MHMMMHMHMHMil^^HMHWMMMM^HaHBMB^HHHHHHM^p I nOS Mazzes Mazxemehl nOS VjnitfD 1 I (Fabrikat Markus in Burgsteinfurth) " 1 | Kolonialwaren - Delikatessen - Konserven - Weine j unter Aufsicht des hiesigen orthodoxen Rabbinats empfiehlt | 1 Nordstraße 11 K. DIA A T% T Fernspr.29541 | MB——i«W-' Dis | Uhr von SSSS" HERMRNN HORRMMIM "STi «»»■«»■•«»■■«ib '^#2 <&re&£<>fitfm<Gt<$*' c MBMBMBWaMaBaWBBBBBBBKj •.{:-,, ***^7ffm0Mfchn4imF Öei3t?3 CcJiPen am 7ftar/c£ BaeaBaearassBSDssssss: — 74 — (Eint« J nticclegte ein äKann mit einem großen Rorbe eine Vetier an ben Saum unb begann bie Äpfel ui pilüden. öon 8roeig t,u Bweiß °'? Arbeit oor« wärt«, £em bunfelroten Äpfel begann bac j£>erj höhet ui f^laden; nenn nun mußte ftd) ja ball) bat 8d)id« fal entityiben. l£a bauerte aucf) nid)t lange, ba griff Der 9Rann nad) iljm. Sdion war et g'pflüdt, unb balb lag er bei ben anberen im Stürbe. ,.o<ijt geht's iit bie ÜJelt hinaus," bad)te bor Äpfel; „wohin mag es midi wof)l billigen?" — Ter Rorb würbe in He Stabt getragen, unb auf bem l'i.ufte würben bie Äpfel jnm Qerfaufe geboten, ler buntelrote große Äpfel war Oer allen bieten SWaitt« fran balb aufgefallen, unb üe haue ihn audgefonberi unb auf bie (Breitet i irrt SWnrftftanbei t^ele^i. Äud) bie anbeten Äpfel b^s gleiten öaumeä waten feljt }d)ön, bod) feiner mar io fd)ön nie biejer ein». Cit tarnen ftinbet ootübrr, nnb wenn bie ben Äpfel bemerften, blieben fte ftel)en nnb ftauutenil)n bewunbetnb an. Sie ftleinften wollten ihn ju gerne nnfnffen, aber bann l)ub bie Jpinbletin bie \v.nö jutn Silage ober fd)tie bie Kleinen an. Tie Utfen rann natinlirti, io frtjneH ffe tonnten, fort unb blidten nut nod) aus bet Aome ,',11 beut fd)Önen Äpfel hinüber Ti t un and) eine hallte in iehr oorneiimer Stiel« bung an ben Staub. „fBnä foftet ber grofoe Äpfel hier?" fragte He. »Sto Äptel iit unoertauflid), gndbige Arau," lautete bie Äntroort, „er bienl mii iur Meflatne." — „Äbet id) iurtie gero.be einen foleben Äpfel, id) .viiile Utjnen einen hohen i*teis, menn Sie ihn nur übeilaffen," fagte bie Dame, ffifitjrenb bie Qerfäufrtin nod) uberlegte, ftrabTte Oer Äpfel in befonberem ®lan^e; benn er jühite: bie^ Tante idjeinte it)n iehr hodi. U'iele Don ben nn« Seren Äpfeln waren fdjon meitergemanbert; auch er lrollte fort: eis war io langweilig, immer auf ben Brettern bort;,u liegen unb an.ifft.iunt;,u werben. Darum Mar er nd)t frol), als bie Taine ben!)oi)en ''.ßreis, ben bie Cbftlerin nannte, bezahlte. i'iitn enblid) ging's weiter. <£twa£ ionberbar würbe iljm aflerbings utmnte, al«! er in Rapier eingefd lagen »uibe unb in bie SKnrfttafdje ber Dame roartberte; ba »ar e« fo bunfel unb fo bumpf; er Ijatte nod) nie — 75 — foldje Äbfperrung non l'idit unb Stift erlebt, linb ge< rabe jr|jt, ba er bod) io iietu i]ejfl)en hätte, nvhin tet Üi^eii ging. Äber bann mnfte er, iuie bie Tarne, bie ihn;\e» tragen hatte, ftehen blieb, er!)ihte, wie ein Sd}lüffel in eine Tür geftetft mürbe, unb balb lag er auf eint in 'Jn'c! e. ßinberftimmeu brangen }U ihm in fein ounflrt (SkffingnU. Sie begtüBten ftiirmiid) bie ^jiuttri unb fragten burd)einanber: „sXitttti, ^aft bu ben oerrlidien Äpfel getauft, ju Srjarofrt für ben Seber?" — Tie Wutter ladite: „?\a, ranna, i^ernbe ben habe id; a.e« tauft." Tu jubelten bie Stinber, matten ftd) über : ie sjÜüirtttaid)e her. Toppelte ^teube empfanb ber Äpfel: Ufun trat er mieber in 8id)t unb Öttft Hn^ nod) baju iimjubeft Don ben Minbern, lir ging Don einer $>anb in bie anbere. unb babei bodite er immer nur: e? imiß bod) etma« £»errlid)rt ieiu, w?jn idt beftimmt bin. Tann aber betarn er einen großen @djted; benn er Iiörte, wie bie ftinber burdjeinnnber riefen: 3d) fdtale ihn, id) brehe ihn bind). ®anj fall mürbe i()in bei beut Sebanten, bau iljm bie jpaut abgerrffen, ba| er In Stüde j^erfdjnitten unb in ber iVuhle jertieben werben Frille. Tns mar ja batf gteidje «Mefrt)icf, wie ro allen anberen Äpfeln aud) beftimmt war. 2Sie fte Würbe and) ri nun balb ner^ehrt werben. Unb als nun SRirjam, bie Vlltefte. ba* SKeffet an» frtjte unb anftni JU id)älen, bn fnii»"d)te bet Äpiel Ooi Srbmerjt; unb ieiu Pommer fprudj bem mitfnb^IenbeM SDc'i^dirn. „Siaentlidj ift e<5 bod) fdjabe," meinte i"ie, „baii wir einen fo(rf)en?lpiel fdjälen. iir ift fo Idibn, unb eo tut it)m bod) fidjer aud) wet)!" Ta beruliiitte fie bie sJ0iutter: „(Mewif;, mein ftinb, aber gerabe »eil er fo )d)ön iit, Iii ben wir ihn ja ni ttbyarofrt befrimmi." Ta tiüftete tid) aud) ber Äpfel, benn er badjte bei fid): ec mn| bod) etwa! Sdönec fein, ju (iharofeö tterwen* bet }V toerben.?Ennoifdien hatte fdjon i^anna bie 5Dinfdiine!ier« oor.vlio'.t, unb al« ber Äpfel gcfdiält unb in Stüde gefd)nitten war, würbe er verrieben. Unfr1gtid)e €d)inrr» gen empfanb bet Äpfel bei nllebem unb oftmals tarn e< Ulm fo uor, ald fei er fd)on im Stetben. 9iur bet SBunfd), gu feljen, wie alle« enben werbe, ließ ihn aE bieö aushalten.

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