Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-04-08 · 14 (8.4.1927) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
14 (8.4.1927)
Date
1927-04-08
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/4876568-5968785-5968958--1072-4878768
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RKLIG'.ONSGEMKINDE, LEIPZIG 3. Jahrgang Aus anderen Gemeinden und Verbänden Tätigkeitsbericht der Haupistelle für jüdische Wandertürsorge. Der soeben erschienene Tätigkeitsbericht der Hauptstelle für jüdische Wa.iderfürsornc (Berlin N 24, Auguststraüe 17) für die Zeit vom 1. April ly^ö bis 31. Dezember 1926 ^ibt ein umfassendes Bild über den Aufbau der gegenwärtigen jüdischen Wanderfürsorge Deutschlands. Der Haupt« sie!!; ist es in kaum zweijänrigetn B.'Stehen gelungen, die jü< sehe Wanderfürsorge derartig zu organisieren, daß heute ganz Deutschland ein einheitliches Net/, von Provinzialverbändcn in ifafit, denen die systematische Abf-rtigung der Wanderer ohliegt. Wahrend vor Beginn der Tätigkeit der Haiptstelle der jüdische Wanderer innerhalb Deutschlands genötigt war, von Gemeinde zu Gemeinde /.u zielten, um sein Ziel zu erreichen, is: heute die finanzielle Kraft der Provinzen und Länder in A jfertigungsstellen zur organisatorischen Regelung der Wanderfürsoraje zusammengefaßt. Die Provir.zialkassen arbeiten nach einheitlichen von der Hauptstelle herausgegebenen Richt'inien. Ein umfangreiches Meldesystem bringt die einzelnen Kassen untereinander in engste:. Konnex, soiaB jede einzelne Kasse I,- hl in der!.;;e.e ist sich Uber das Schicksal jedes Wanderers ir. Deu'sch^and zu orientieret!. Von den durch die Hauptstelle zusammengefaßten Unterverbänden sind während der Berichtsperiode im ganzen zirka 25 000 Wanderer erfulv. worden. Iis handelte sich zum aller gr »Uten Teüe um Personen, die die Reise nach ihrem He'matsorte ar.rJe.i mußten (12 000 Personen). 3400 Personen befanden sich aut der Arbeitssuche, zirka 200 Personen wurden zum Arbeitsantritt befördert, der Rest waren Auswanderer und Personen, die zu Anver.vandteti reisten. An Reisekosten wurde ein Betrat; von zirka 14)000 Mark aufgewandt, Unterstützung wurde in Höhe von 60000 Mark gewährt. Im neusn Arbeitsjahr wird die llaup'stelle nach Beendigung der Ucjanisationsarbeiten insbesondere dem Problem der Produktivierarg der jüdischen Wanderung ihre Aufmerksamkeit zuwenden. Ikdeu'ende Fachleute haben der Hauptstelle Gutachten über die Errichtung einer Arbeiterkoionie für jüdische Wanderer zur Verfügung gestellt. Die Generalversammlung der Hauptstelle, die am 8.Mai d.i. in Ber'in staltfindet, wird er Beschlüsse über diese Pläne fassen!£S94 I J.G Hanisch, Leipzig S Grimmische Str.29 und Hauptbahnhof Wcsthallc £ Gegründet 1836 . Fernspr. Nr. 20016, 211 73 RH «u| g Frisciie Blumen zu jeder Gelegenheit *| (dLsyv.Vifäi' ^^avs^m Schöne Geschenke in hochwertigem modernen Kristall von Fahle im Laubenlang des alten Raihauses Erfurt. Einen neuen interessanten Versuch zur Lösung der so schwierigen Frage, wie man in einer Gemeinde allen Richtungen gerecht werden kann, hat die Gemeinde Erfurt unternommen. Dort ist bei einer jüngst neu angenommenen Satzung das übliche Verhältniswahlrecht abgelehnt und ein System zur Annahme gelangt, das den Schutz, der Minderheit in ganz eigenartiger, bisher noch nicht erprobter Weise vorsieht. Maßgebend waren hierbei die Erwägungen, daß das Verhältniswahlrecht sich auf ein starres Listensystem gründet, so daß der Wähler nicht den Mann seines Vertrauens s Ibst aussuchen kann, sondern gebunden ist an diejenigen Personen, die von den Parteien — also denjenigen, die in den Parleien die Kandidaten nominieren — aufgestellt werden. Der entsprechende Paragraph der Satzung hat folgenden Wortlaut: „Die Vertretervers immlung besteht?:us mindestens 15 Mitglied?rn und /war denjenigen, die von den wählbaren Qemeindemitgliedcrn bei der Wahl die meisten Stimmen erhalten haben. Haben wählbare Gemeindemitglieder melir als die Hällte der Stimmen des an 15. Stelle gewählten Gemeindevertreters auf sich vereinigt, so sind diejenigen von ihnen, die die meisten Stimmen erhalten haben,, bis zur Höchstzahl von 5 ebenfalls gewählt. Bei Stimmengleichheit entscheidet erforderlichenfalls das vom Wahlleüer gezogene Los." — Der Entwurf des neuen Judengesetzes für Preußen. Am 27. März besjarm der 3 Verbandstag des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden. Der wichtigste Gegenstand der Beratungen war der schon seit langem vorbereitete Entwurf eines neuen Judengesetzes, das an db Stelle des noch immer gültigen Judengesel/.es von 1847 treten soll. Einer der in den Vorberatungen am heißesten umstrittenen Punkte war die Frage des Austrittes aus einer Gemeinde. Der Entwurf, der als Ergebnis langwieriger Verhandlungen dem Verbandstage vorgelegt wurde, läßt den Austritt im Sinne der Bestimmungen des preußischen Gesetzes von 1876 auch weiterhin zu; die gegenwärtige Rechtslage wirJ nur in zwei Beziehungen geändert: I. Die Austrittserklärung muß die Versicherung enthalten, daß das Ausscheiden aus religiösen Bedenken erfolgt. Diese Erklärung soll nicht nur bei einem Unterschied in der religiösen Auffassung, sondern auch dann abgegeben werden können, wenn etwa eine Gemeinde sich aus einer vorwiegend "Ifll V\>-i»->no ^1/>l*l ' \/i^1 o/-!-<5,rj I,/-l-i/>n du i ui Ii iyg,ugi iwi t itfMjoi 11ICI teil Verhaltniöseiv entsprechend, preiswerte Neuheiten! \ V{SQtä& \w vJUm ^wfÄ^ Cv,;'-;t/>vT >r^-» 3«. JLn^ pg^aaia..... ^^S^i^r'^»«? ^^gj^j^^^ggB^^^s*'^^ * ' ' Leipziger%- \ Beieuchtungs-Zenlröle: Ju.stm .Schörwösser Leipzig / N i kobi -5t röööe - 25 2 M.n<.t*n wn fe.ptbahnhof *» Tel. 2»9ft

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.