Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 13 (1.4.1927)
- Date
- 1927-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Nr 13 r.EMF.IN'DERLATT PER ISRAELITISCHEN KRMOIONSOEMEINDE. LEIPi.10 Sehe 3 •er Gemeine! < Ausstellung «tan Skulpturen Der bekannte Arzt Dr. Raphael Chami/er hat in c'en letzten zwei Jahren eine Anzahl Skulpturen (z. T. audi jüdische Stolle) geschalten, die in Verhirdune mit der vum hiesigen Kunstverein veranstalteten Levis 'Gorinih- Gedächtnis Ausstellung erstmalig gezeigt werden. Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag 3. April, voiiptttags 11 Uhr statt. Vereinigung der Rabbiner im Freistaat Sachsen Am 13. Mär/, fand zu Leipzig eine Sitzung der Vereini gung der :Rabbii er im Freistaat Sachsen statt. An irr nahmen außer dein Vorsitz enden, Prof. Dr. Winter (Dresden) nerch die Kollegen Cohn (Leipzig), Fuchs (Chemnitz), Gärtner (Zwickau), •Goldmann ((Leipzig) und Wolf (Dresdei) teil. Im Geschäftsbericht, den Goldmarn erstattete, wurde ausgeführt, daß nach der Neuorganisation des sächsischen Gemeindeverbandes die Rabbiner eine Vertretung in den Vorstand und in den Ausschuß entsenden. Prof. Winter gehört demnach dein Vorstand urd Dr. Goldmann dem Aus.^chuß an. Das Ersuchen des sächsischen I chreiverbandes, audi ihm eine Vertretung im Gemeindevecbard zu gewäfirer, soll vim Rabbinerverband unterstützt werden, und um die Annahme der Forderung zu erleichtern, will der Rabbinerverband auf das Stimmrecht seines Vertreters verzichten. Des weiteren werden S c h u I f r a g e n behandelt, insbesondere wird die Gleichstellung der jüdischen Religion mit den anderen Konfessionen im Schuluntetr cht behandelt. Nach der neuen Reidisverlassung und nach der Anerkennung des Judentums in Sachsen als einer Keligionsgesellschaft müßte theoretisch eine Gleichstellung erfolgen. Der sächsische Staat sträub! sich freilich roch immer, indem er dis alte sächsische Recht noch nicht durch die Reichsverfassung für aufgehoben hält. Abgesehen von der finanziellen Gleichstellung in der Bezahlung des Unterrichts, welche freilich nicht Sadie des Rabbinerverbaudes, sondern der Verwaltungsbehörde ist, kristallisieren sidi in der Debatte folgende drei Forderungen heraus: Daß der Religionsunterricht in den ordentlichen Stundenplan eingereiht werden solle, daß Unlerridilsräume lür ihn von allen Schule;; zu überlassen sind, und daß die Reiigionszensur in das Zeugnis einzusetzen und ebenso zu bewerten sei, wie bei den anderen Religionen. Schließlich wird die Frage des sogenannt» n .ethischen" Unterrichts bet prochen, weil er in Sachsen häutig zur Propaganda lür das Christentum benutzt worden ist. Im Anschluß daran wurden noch methodische Fragen des Religionsunterrichts besprochen, insbesondere die Reform des hebräischen Unterrichts und die Einführung größerer Sdiüler in das soziale Lehen der Gemeinde. In Zukunft v.ird jede Sitzung durch ein pädagogisches Thema begonnen werder.. Ein Artrag aut Schaltung eines wissenschaftlichen I eseziikels konnte wegen der technischen Sdiwiertgkeilen nicht erledigt werden. Zum Schi ß wurde noch zur Sd achllrage Stellt:! ,' genommen. Da zu belüidneii ist, daß man audi in Sachsen, wo bereits einmal ein Sdiächtverbot bestand, sidi den von Bayern ausgehenden Bestrebungen auf Erlaß eines Schacht.- verbets anschließen könnte, sollen die Rabbiner auf die Agitation der Schäditgcgner dringend aduen. Nach der Sitzung folgten die Rabbiner einer Einladung des Vorstandes der Israelitischen Religionsgeir.einde Leipzig zum Abendessen. Beefhovenfeier des Leipziger Jüdischen Abendheims Ein günstiger Stern waltete über der Heethovenleier ces Leipziger Jüdischen Abendheims, das unter der liebevollen Führung des Herrn Dr. Soloweetsdiik einen Kulturlaktor im jüdischen Leben unserer Stadt bedeutet Einleitende Worte des Hvrrn Dr. Soloweetsdiik, der ein Bruchstück des Beethovenschen sogenannten lleiligcnstadter Testaments schlicht, aber mit überzeugender Ergriffenheit vorlas vermochten gle:ch von vornheiein den Boden für die folgenden künstlerischen Darbietungen in denkbar bester Weise vorzubereiten. Vum Vortrag gelangten die Frfihlingstonate F-Dur, op. -4 für Vereine und Klavier, das Trio Nr. 4 D-Dur, op. 7U Nr 1 (genannt Geistertrio) und zwischen diesen beiden lnstriirr.erUwerken die herrliche „Adelaide* de Meisters, (.'her Jas ideale Zusnmmenspiel der Musizierenden ist wohl k;.um ein Wort /j verlieren, der Beifall bewies besser, als Worte es können, den Eindruck der Le stungen. Frau Hella Mandelbrodt am Flügel, den Herren l.eo SdlWJ rz (Violine) t nd Adolf Weise (Violoncello) vom Leipziger Geward« hausorchester last not least dem jungen Bariton F.r ch i.ürger. dem wir mit bestem Wissen und Gewissen eine große Karriere voraussagen können, gebührt unser herzlichster Dank für i n wundervollen Abend, ebenso den Veranstaltern desselben. Zum Schluß sei noch das ungewöhnlich gesdimackvi ie mit dem Beethoven*Bild von Waldmüller geschmückte Programm erwähnt, das he:ctts an und für sich ein künstlerischer OenuB war Miron |ac< b Milch, und Butler In bekannter Güte unter Rufsicht des hiesigen orthodoxen Rabbinats Nur die mit Gemeindeplombe gekennzeichneten Gefäße enthalten unter Aufsicht stehende Milch. Meine Butter flÖS b& "WS ist bereits ab 12. \pril frisch erhaltlich und bitte ich, auf den Wortlaut „flDD bV7 "ItPD unter Aufsicht der isr Religionsgemeinde zu Leipzig" und die Firmenbezeichnung Martfeld achten zu wollen. J.Bartfeld,Molkereiprcduktenhandlung,Yorkstraße9