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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-03-25 · 12 (25.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
12 (25.3.1927)
Date
1927-03-25
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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fSr. 12 UEMEINDEBLATT DKK ISRAELITIB0H1N MfelGIONBGEMEINDE, LEIPZIG Seite 5 durch die zionistische Bewegung wurde für die Juden wieder die Möglichkeit geschaffen, ein natürliches Verhältnis zu der Umwelt zu gewinnen. Das Interesse, das andere Völker der zionistischen Bewegung widmen, bezeugt, daß man von der , Wiedergeburt des judischen Volkes einen Nutzen für die ganze menschliche Kultur erwartet. Der messianische Gedanke lebt wieder aul. Wir sind im Anfang einer messianischen Zeit und - sind alle berufen, Diener und Herrscher dieses Gedankens zu werden. ___ In schlichten Worten, ohne retorische Künste, lediglich durch den Schwung des klaren Gedankens getragen und atf tiefgehende Erkenntnis der jüdischen Geschichte gestützt, brachte der Vortragende seine Auffassung der zionistischen Bewegung der aufmerksam lauschenden Zuhörerschaft zum Ausdruck. Es fehlt rieht an Möglichkeiten und an Versuchen, die zionistische Idee von diesem oder jenem Standpunkt aus zu begründen. Dieser Vortrag aber war nicht eine willkürliche Konstruktion und nicht Parteisache. Die hier entwickelte Lehre wurzelte im unmittelbaren religiösen Erlebnis des Judentums, wie dieses Erlebnis in Wirklichkeit in weiten Kreisen des Volkes existiert, freilich ohne daß die betreffenden Kreise immer auch die nationalen Konsequenzen ziehen, wie sie der Vortragende gezogen hat. Und über diese Kreise hinaus bringt die von Prof. Dr. Chajes vertretene Auffassung des geistigen Nationalismus für diejenigen, die sich von uriüdischen Quellen entfernt haben, eine erwünschte und erhabene Walle im Kampf um die nationale Erneuerung — den Gedanken der Pflicht zur Nation im Kampf der Menschheit. Möge dieser Vortrag den Beweis dafür erbringen, daß der wahre Idealismus zu Taten treibt und in diesem Sinne also ungemein praktisch wirken kann. Dr.S.L. Abschiedskonzert des Herrn Oberkantor S. Stern. Es gibt leider sehr wenig Tenöre von solcher Qualität. Wenn unsere deutschen Opernhäuser unter Ihren Tenören nur die Hälfte an solchen Stimmen zu verzeichnen hätten, sie wären glücklich zu nennen- Nicht etwa, daß Kantor Stern eine geschulte Stimme hätte, nein, er gehört einfach zu den begnadeten Menschen, die von der Natur aus zum Heldentenor bestimmt sind. Trotz des langen Programmes merkte man in seiner Stimme keinerlei Ermüdung und hätte auch ruhig noch eine Stunde länger zuhören können; von so seltener Schönheit ist seine Stimme. Er besitzt ein zartes mezzo voce, hat in der Höhe den echt italienischen Timbre und verletzt selbst in den kraftvollsten Stimmomenten das Ohr nich'. Von den drei Abteilungen des Programmes (Hebräische Oebete, Opernarien, Jargonlieder) gelangen Kantor Stern am besten die Gebete. — Hier stiegen Erinnerungen auf an die Chasonim, die man aus Russisch-Litauen her gewohnt ist und die vom echten jüdischen Geiste beseelt sind. In den Arien von Puccini, Verd', Leoncavailo fehlte Kantor Stern die reine italienische Sprache,?uch kamen die Rezitative nicht zu ihrem Recht. Gesanglich löste er aber auch diese Aufgabe "WD bti nos Offeriere jämtliche Sorten: Palästinaweine Österr. Süßweine Rhein-* u. Moselweine Slivowitz 55" „ und 75" „ Selterswasser Vcrsnnd frei Haus. TOD bti noo Ks wird gebeten, die Bestellungen für Selterswasser rechtzeitig autzugeben, da ich zu nOB nur eine bestimmte Anzahl Flaschen habe, und Lieferung infolge des Karfreitags nur bis Donne stag den 14. April erfolgen kann. A.Weigler Likör- und Miaeralwasserfabrik & Leipzig Tauchaer Str. 22 Telefon 24960 vortrefflich. Die jüdischen Lieder sang Kantor S t e r n ausgezeichnet, nur vermißte man bei ihm jene meisterhafte Gestaltungskraft eines Golanin —Siegfried Weinberger am Flügel war ein feinsinniger, sich gut anschmiegender Partner. B. L. Aus dem Gemeindeamt Kalendarlum 25. März bis 2. April 1927. — 21.-29. Adar Ii 5687 1927 Freitag Sonnabend Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Sonnabend März Aprilj Adar I! S687 25. 26. 27. 28. 29. 30. 31. LS 2.3 Gott 21. 22. 23. 24. 25. 26. 27. 28. 29. >sdl< Sabbath Sch'mini Sabbath Tasria »nste Gemeindesynagoge Sabbathgottesdienst: Freitag, 25. März, Abendgebet 630 Uhr mit Predigt (Rabbiner Cohn); Sonnabend, 26. März, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 313 Uhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Nachmittagsgebet 640 Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabbiner Cohn); Abendgebet 714 Uhr. Wochentags früh 730 tjhr, abends 630 Uhr. Talmud-Thora-Synagogen Otto Schillstraße 6 u. Keilstraße 4 Freitag, 25. März, Abendgebet 615 Uhr. Sonnabend, 26. März, Morgengebet 830 Uhr, Jugendg'ttesdienst 3 Uhr Mindia 4 Uhr, Sabbathausgang 714 Uhr. Personenstandsnachrichten a) Geburten | 28. Februar 1927 Leo Hindier und Pesel geb. Schlamowitz, Ranftsche Gasse 6, einen Sohn „Moritz Heinrich". 7. März 1927 David Palaschnizki und Golde geb. Czaczkes, InselstraQe 13, einen Sohn „Philipp". 8. März 1927 Jsrael Juda Seinwe und Mindel geb. Storch. Berlin W, NibuhrstraBe 9, einen Sohn „Beno". b) Barmizwah 2. April 1927 Walter Uutmann, Sohn des Herrn Desider Gutmann und Krau Martha geb. Klkisch, Fiickestratte 4. c) Trauungen Am Freitag, den 25 März 1927. 2 Uhr nachmittags, Fräulein Sally Kaultutt, Hutnboldtstraße 13, mit Herrn Manes Kuttenberg aus Wiesbaden in der Wohnung Humboldtstraße 13. d) Todesfälle 17. März 1927 Anna Tamarkin, Wintergartenstraße 10. Für die kommenden FESTTAGE empfehle ich zur Ergänzung und Neuanschaffung, sowie für Geschenkzwecke meine GROSSE AUSWAHL in Tafelbesfecken, Aufsätze, Leuch fer,Brofkörbe,Kiddu5chbecherijsw. zu bekannt billigen Preisen. S. Erlbaum, Juwelier Gegr. 1911 ReicllSstr. 18-20 Tel. 16375

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