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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-03-11 · 10 (11.3.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
10 (11.3.1927)
Date
1927-03-11
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3. üaftraano, Hr. 10 11. Ittärz 1927 deh Jstr&elitiscken Amtliches tüxhrich&thtß %J*r deHiei/ideverwält \z Uqion^qz ftizindz &mi% &«WÜL %s \ Das Ctn.eir^eblatt erscheint wAchentlich am Freitag. Den MltglMtta der I'cl'gionsgeine'nde wird es unentc;h!ti.h durch die Fost zugestellt. Bezugspreis ftlr Nichtmitglieder monatlich 60 Flennige. Anzeigenannahme: W Teicher, Glockcnstraße 11, Telephon 14449. Schritt!ciluna: Gcmc.nderabb. Gustav Cohn, Leipzig, Lchsir,!0. Telephon 29641. S Für dm Inseratenteil: Sigmund Cohn. Leipzig, C'ttostraße 24, T ei. 42945. Diuck u. Verlag; W. Teicher, Leipzig. Clockenstr. II, Teleph. 14449. An.eiuenpieise; Die 4 nesuaitene n.m- Ze.le 20 Pfg. Familien- und kleine Anzeigen 10 Hg. Umschlagseiten und Teitinserate nach beäond. Tar'f. Die SchtiftUltung übernimmt füi d'C unter dem Nan.cn des Verfasseis erscheinenden BeitriM ,:nd die Vereinsmehrichti-n nur die pießgesetvliche Verantwortung. Nachdruck nur m;t Quellenangabe und Genehmigung de" Ve'fasscrs gertattet. 40 «fahre Hilfsverein Aus einer kurzen Vereinsgeschiente Von Dr. Felix Goldmann A~T 27. Januar 1887 «raten unter Vorsitz des Herrn : Gabriel Bot lack einundzwanzig Herren in Leipzig : zusammen und gründeten den „Hilfsverein israe Ii tisch er Gewerbetreibender". Als erster Vorsitzender wurde am 3. Februar Herr Berthold W o 11 gewählt, stellvertretender Vorsitzender war Herr 1. Wasserstrom, und als Kassierer, Schriftführer und sein Stellverl reter gehörten dem ersten Vorstande an die Herren Schönbach, Goldhammer und Kajet. Die Namen des ersten Vorstandes sind mit voller Absicht aufgezählt worden, nicht nur. um das Andenken dieser um das Wohl der Leipziger Gemeinde hochverdienten Main.er zu ehren, sondern auch, um ein Licht aui die Motive der Vereinsgründung und auf die Kreise zu werfen, aus denen die Gründer Mammen. Mastert man die Liste der nicht ganz hundert ersten Mitglieder, so versteht man Zwecke und Ziele der neuen Organisation genau. Sie ging nicht aus den Kreisen von Philanthropen hervor, und nicht aus der Lust an Vereinsmeierei tnt stand sie. Sondern sie war lediglich der Ausdruck des Willens zur Selbsthilfe, den der Leipziger Mittelstand empfand. Zu gleich aber bedeutete sie den ersten Versuch, in der Gemeinde, die durch die eigentümliche Geschichte ihres Entstehens in zwei schroff voneinander gesonderte Teile getrennt war, etwas Einheitliches zu schaffen. Wohl zum ersten Male waren im Hilfsverein Kreise zusammengekommen, die sonst durch Staatszugehörigkeit und religiöse Einstellung weit voneinander getrennt waren. Die Ziele des Vereins waren ursprünglich nur die gegenseitige Hilfe in Krankheit und Not. Freilich verdient hervorgehoben zu werden, daß bereits im ursprünglichen Inventar sich Thorarollen, Vorhänge, ein Thoraschrank und anderes findet, das auf den Wunsch nach Einrichtung eines Gottesdienstes deutet. Bereits im April 1887 mußte die erste Unterstützung ausgezahlt werden, und durch die zu gleicher Zeit angenommenen ersten Statuten wurde festgestellt, daß nur Mitglieder des Vereins, die ihm gegenüber ihre Pflichten erfüllt haben, auf Berücksichtigung Anspruch haben. Der Gegenseiligkeitsdharakter wird dadurch sichergestellt, und er ist für den Verein bis auf den heutigen Tag charakteristisch geblieben..... Über die wachsenden Mitglicderzahlen mögen folgende Zahlen Aufschluß geben: Im Jahre 1896 zählte der Verein 181 Mitglieder, im Jahre 1900 schon 304. 1905 sind es 488 und 1910 bereits 689. Bis zum Jahre 1914, dem ersten Kriegsjahre, hat sich die Zahl au! 809 erhöht. 1920 betiug sie 1403 und jet/t, am 40. Stiftungsfeste, hat sie die stattliche Höhe von 1972 erreicht. Der Hilfsverein ist damit der weitaus größte Leipziger Verein, vielleicht sogar einer der größten jüdischen Vereine Deutschlands überhaupt geworden....... Die Entwicklung des Vereins zc-ig'e sich aber vor allem in dem Ausbau seiner Institutionen Von besonderer Bedeutung wurde die Darlehnskasse, die im Jahre 1898 unter tätiger Beihilfe des bekannten Leipziger Philanthropen Alfons Jacobson ins l eben gerufen wurde. Sdion im ersten Jahre konnten 58 Darlehen in Höhe ron 13 440 Mark ausgegeben weiden. Auch sonst zeigte sich, daß aus dem kleinen Verein eine großzügig wirkende Insti'ution geworden war. denn im Jahre 1901 erlangte er die ReditsfühiQkeit Die allgemeine Fürs rge wird immer weiter ausgedehnt. Seit 1903 erhalten erkrankte Mitglieder Beihilfen zu Badereisen, schon vorher war die Einrichtung getroffen worden, daß dauernd erwerbsunfähige Mitglieder zu Invaliden erklärt werden konnten und eit e Rente erhielten ebenso war auch die Versorgung der Witwen geregelt worden. Traurige Erinnerungen weckt es. wenn im Jahre 1903 auch eine Spende für die ungüiekliehen Pogromopfer in Kisdiinetf in den Etat eingesetzt wird. Bemerkenswert ist auch, daß die Zahl und Höhe der freiwilligen Spenden sich von Jahr zu Jahr mehrt. Dadurch wird es möglich, was die Jahresberichte mit gerechtem Stolz hervorheben. allen berechtigten Ansprüchen zu genügen....... Das Jahr 1913 weist einen der wichtigsten Fortschritte des Vereins auf. Unsere Zeitschrift wurde gegründet! In kluger Voraussicht erkannten ihre Väter, welche Bedeutung eine

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