Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 8 (25.2.1927)
- Date
- 1927-02-25
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir. 8 Schwimmer in großer und sportlich so ausgewählter Zahl gegen die besten Vertreter des deutschen Schwimmsports zum Wettkampf antreten. Utiiziell starten unsee jüdischen Schwimmkameraden von der .Hakoah'-Wien tur die Farben der österreichischen Republik, die „Ha- Riboraner" vertreten die Tschechoslovakei. Für ein erfolgreiches Abschneiden unserer jüdischen Schwimmer ist es nicht nur notwendig, daß wir ein anfeuerndes, sondern auch ein zahlreiches jüdisches Publikum auf unserem ersten großen internationalen Wettschwimmen begrüßer. können. — Judtn, trschtint in Jfiasstn! Vortrag Prof. Chaies. Der Leipziger Zionistischen Vereinigung ist es gelungen, Herrn Oberrabbiner Prof. Chajes, Wien, zu einem öffentlichen Vortrag zu gewinnen. Der Vortrag findet voraussichtlich Dienstag, 8. März, statt. Die Anwesenheit dieser hervorragenden Persönlichkeit wird für alle jüdischen Kreise von außerordentlichem Interesse sein. Israelit. Wottltatlgkeitsverain au Leipzig {Sptistan tatt, Kinderhort, Altersversorgung, Kinderheim Dü - renberg). Posisitieckkonlo Leipzig 9791. — An unsere geehrten Mitglieder t Um die Kosten des Kinkassierens zu ersparen, bitten wir Sie, ebenso höilich wie dringend, Ihren Jahresbeitrag für 1927 per Postscheck - 9791 Leipzig — einsenden zu wollen. Der Vorstand „Geistige Entwicklung des Judentums nach der Zerstörung des S. Tempels". Über dieses Thema sp ach Herr Arnstein an zwei Heimabenden der „Misrachi- Jugendgruppe", Keilsttaße 4. — Der Referent begann mit der Schilderung von Rabbi Jochanan ben Sakai, der von den Belagerern Jerusalems, die ihm drei bitten gewähren wollten, die Erhaltung der Stadt Jabre verlangte Entgegen der Ansicht seiner Zeitgenossen erkannte er das unabwendbare Schicksal Jerusalems. Mit der Gründung des Sanhediins zu Jabne beugte er der Zerspliiterung des Judentums vor. — Danach charakterisierte der Vortrauende die Nachfolger v>n Rabbi ben Sakai, die an der Spitze des Sanhedrins standen. Rabbi Gamlie' II. ist bestrebt, dem Judentum eine Autonomie zu errichten, an deren Spitze der Sanhedrin stehen soll. Das Unverständnis seiner Zeitgenossen, die seine Bemühungen für Ehrgeiz halten, e-zwingt schließlich seinen Rücktritt als Nasi. — Interessent waren die Ausiührungen des Referenten betr. Rabbi Akibas. In verständnisvoller Weise entnllte er vor den Zuhörern das Bild dieses Mannes, 0« r wie kein anderer einen unerschütterlichen GUuben an die kommende Befreiung der Nation hatte. Sein nationaler Eifer läßt ihn den geistigen Urheber des Bar Kochba-Aufstandes werden. Nicht unerwähnt blieben seine bedeutenden Leistungen auf dem Gebie'e der Ha achah. Seine ethischen Aussprüche zeugen von der Tiefe seiner Weltanschauung. — Besonderes Interesse erregte d:r Referent mit der Schilderung eines Mannes, der ob seines tragischen Lebens in seiner Zeit emporragte. Ein Freund von Rabbi Akiba, der Lehrer des K'abbi Meir, Elischa ben Abujah. der an seinem Glauben wankelmütig Gewordene, an seinen früheren Idealen Zweifelnde, machte eine qualvolle geistige Krise durch. Der Talmud bezeichnet als Ursache seines Zweifeins die griechische Philosophie und schildert ihn als Freund derselben. Die Meinung des Referenten wir, daß die Lehre der christlichen Gnostiker ihn im gleichem Maße beeinflußt hätte. Im Zusammenhang mit seiner seelischen Krise glaubte der Vortragende das Mißlingen des Bar Kochba-Aufstardes bringen zu können . Zur näheren Erläuterung führte er die kekannte Sage de< Talmuds von der Zunge des Rabbi Chuzpeth H; intur^umon an. Trotz der Anfeindungen wendete siJi sein Schüler Rabbi Mei'r als einziger nicht von ihm ab. Weit entfernt, in Abujah einen Missetäter zu erblicken, sah er an Htm nur seine tragische Persönlichkeit Er schätzte alles Gute, das in diesem Denker zurückgeblieben war. Am Sterbebett offenbare sich vor Rabbi Me'l'r d e abgrundtiefe Tragödie eines Geistes, der nach e'nein Ideale lechzte, an rt?s zu glauben seine Vernunft ihn iedoctl verwehrre. - Die klaren Auslührtni'.en wurden von den Anwesenden mit Beilall aufgenommen. Es ist zu hoffen, daß na± einem so verheißungsvollen Anfang das Interesse für die folgenden Abende in weitesten Kreisen geweckt woid^n ist. S. B. Schöne Geschenke in hochwertigem modernen Kristall von Fahle im Lftubenganj des allen Rathausss Mlsrachi-Jugendgruppe Leipzig. Nach zwei Vorträgen von W. Arnstein über die Jeschiwah von Jawneh, weiche von einem immensen talmudischen Wissen und von einem tiefen Eindringen in die unerschöpfliche Materie Zeugnis ablegten, brachte die obige Gruppe am vorigen Sonnabend ein Referat von J. Folmann über das 1. Kapitel des Buches von M. Buber »Geist des Judentums". F. rief durch seine vortrefflichen auf hohem Niveau stehenden Ausführungen eine 1. bhafte, gar nicht endenwoilende Diskussion hervor. Die Misrachi-Jugend, welche auf diese Weise ihre Mitglieder anhält, einerseits selber in jüdisches Wissen einzudringen, um dann ihrerseits die Kameraden zu belehren, verfolgt hierdurch einen wichtigen Weg. Die jüdische religiöse Jugend lernt dadurch den Gegnern der Religion Antwort zu geben, befolgt das Gebot G'ttes na jn und verbreitet unter den Kameraden das Gefühl einer Zusammengehörigkeit. tue Bücher 3>r. Wolf, mim D'pVT' Übersetzung und Bemerkungen zum Pentateuch. (Bibliothek des jüdischen Volksfreundes). Köln 5685. (Verlag der Bibliothek des Vereins für die jüdischen Interessen Rheinlands.) Mit dem umfassenden Rüstzevg der Kenntnis unserer rabbinischen Literatur, Talmud und Midrasch und Kommentatoren aus alter und neuer Zeit, bietet der Verfasser Krklärungen zum ersien Butte unserer Tiiora (bisher bis zum Wochenabschnitte iVFkkez einschl.), die zum Z<ele haben, den Text im Sinne des altüber tefer.en Judentums den Lesern nahezu bringen. Vor keinem Probleme der Neuzeit verschließt er die Augen; die Hypothesen der Wissenschait und die Denkweise der Zeit prüft er an Sätzen und Wor.en der Thora; aber immer wieder entscheidet er zu ihren Gun-ten. Auch der Leser, dem seine Erklärung nicht überzeugend erscheint, muß den tiefen Ernst anerkennen, mit dem hier die Brücke zwischen modernem Wissen und uraller Thora Auffassung zu schlagen versucht wird Kein Leser vviid sich in diese Blatter verliefen, ohne an zahlreichen geistvollen Wort- und Satzdeutungen wahrhafte Freude /u empfinden Die Ursprünglichkeit der Auslegung weist neue Oedanken auf und bestä'ict die al;e Anschauung von d^r UnausschOpfbarkeit des Tnura-Textes. Alle Fremde de« Sinnens und Forschens in ihm werden reiche Anregung aus dieser Erklärung gewinnen. C. VGreinsRSchrlchten. Redaktionsschluß t Die Vereine usw. werden gebeten, davon Kenntnis zu nehmen, daß technische Notwendigkeiten uns .'.wingen. die Redaktion jewei s am Dienstag um 10 Uhr vormittags /u schließet). Jfid. Tum- und ßi'crtvereiu .,Bar Kochba", Leipzig Gesaiättsstelle Keilstr. 6, Postscheckkonto 67975. Frauenabteil 'Cg Ks wird nodimals d.trauf hingewiesen, da.5 eis neuer Kursus lür gyrrnsstischea Frauenturnen am Montag, 2A J. M, abends 6 Uhr in der Turnhalle. G«StSV-Adolf'Str. 7, beginnt. Anmeldung dortselcst oder jederzeit;audi Auskunft bereitwilligst) telefonisch 22iiu2 oezw in der Geschäftsstelle, Keilstr. Ii (11 1 und ti —7 Uhr). Korockowiieiiu. Löhrstr. 11 Erdgeschoß, Montag, 2S. d M . Ausspruche -Abend, Donnerstag,;•>. Mar?. Vortag Ksjdan .,Der russische Bauer vor und nach der Revoluti >n-'. Sonnsbend, 5. Mär/. Referat E, Seiinger ,.l>ie Geweikschaiten und der jüdische Arbeiter", Sonntag. 20. Mär/, vormittags II Uhr, veranstalten wir eine Mo rgenfeier. Näheres wiid noch bekannigcjenen. i\i,ik Zion Telephon Nr. 24333 12137?*@52iig§t und färb! schnell und preiswert Teppiche, Portieren Herronu. D.nmengard. Nächste Filiale: Salzgäßcbon Nr 6-