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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1927-02-11 · 6 (11.2.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
3 (1927)
Issue
6 (11.2.1927)
Date
1927-02-11
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 4 3. Jahrgang etwa folgende* am: Die alt« .Lernschule" huldigte der falschen Meinung daß die Masie beigebrachten Wissens ganz selbsttätig das eifentliche hxziahungariel, die Charakterbildung, erreichen könne. Die Arbeitsschule hat diese „sittliche Mancheiterlehre" beseitigt. Die Praxis beweist ja auch, daß z. B. Schüler von orthodoxen „Lernsdiulen" nur in geringem Maße •trengglaubig bleiben. Es ist kein Zweifel, daß mindestens neben dem Lernen uueh ein Tun alt Übung nebenhergehen muß um schon in dir Schule Charaktere zu bilden. Daher muß daran erinnert werden, d»ß lür Erreichung echter Religiosität das jüdische Zeremonialgesetz im Kindesleben eine überragende Rolle spielt Es muß wieder in das jüdische Elternhaus einziehen und im Lehrplan der Schule ganz besonders in den Vordergrund treten Es ist geeignet, die erwünschte Freudigkeil in das religiöse Leben des Kindes zu bringen, die die Quelle jener Heldenkraft unserer Vorfahren war. Die Wendungen unserer Gebete, wie Wi u?1?" SW na vnm oder ra* »wif imrVoa mar1 müssen zu empfundenem Leben erwachen. — Die Wege zu solchen Zielen führen naturgemäß üb«r die Eiternschalt zu unseren Kindern. Einrichtungen zur Beeinflussung unserer Eltern sind deshalb anzuitreben, damit die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule gesichert ist. Insbesondere sollte in liberalen Häusern nicht außer acht gelassen werden, daß nicht alles über Bord geworfen werden muß, weil äußere Umstände, weltliche Schule u. dergl. oft die Beachtung des Zeremonialgesetzes behindern. Jeder gerettete Rest ist von hohem Wert. — Auf den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte ein kurzer musikalischer Teil: Herr 1 lauptkantor Lampe! bot einige Lieder, die gleichfalls allgemeinen Beifall fanden. Eine Aussprache über Fragen der religiösen Erziehung beschloß den Abend, dem nunmehr in regelmäßigen kur/en Abständen weitere folgen sollen. Nordstraße 15 atv-wumK--« v gl l|\Ver von unseren Leipziger Gemeindemitgliedern kennt nicht die israelitische Wohltätigkeits Anstalt, Nordstraße 15, dieses verwitterte, gebrechliche, alte und doch innen so saubere Haus?! — Selten ist wohl auf so engem Raum so viel konzentrierte Kürsorge geschehen. wie in diesem kleinen, unscheinbaren Winkel! 't Hier werden nun schon seit Generationen im Kinderhort die Kinder unserer bedürftigen Glaubensgenossen betreut, erzogen. Hier besitzt das hilflose Alter ein warmes, von Menschenliebe getragenes Heim. Hier werden in der Volksküche die Hungrigen gespeist. Jedes Einzelne eine Aufgabe von größter sozialer Bedeutung' Um aber all dieses schaffen und erhalten zu können, bedarf es großer Mittel, und nur der steten Gebefreudigkeit unserer Freunde und Gönner war es zu danken, daß der Wohltätigkeitsverein bisher den an ihn gestellten Anforderungen gerecht werden konnte. Seit einiger Zeit jedoch ist leider ein Stillstand in den uns zufließenden Mitteln eingetreten, der beängstigend wirkt und uns mit ernstlicher Sorge für die nächste Zukunft erfüllt. Die Jahresbeiträge unserer Mitglieder genügen nicht, es müssen uns auch im Laule des Jahres noch freiwillige Spenden zugeführt werden, um die Institutionen der Anstalt aufrechtzuerhalten. Erhalten aber müssen wir sie, das ist ein Gebot der Stunde, ein Gebot für den Verein und jedes einzelne jüdische Gemeindemitglied, dem Wohl und Wehe seiner bedürftigen Brüder am Herzen liegt. Wir richten daher heute die herzliche und dringende Bitte an alle: Helft uns durch Spenden! Denkt an uns bei allen Anlässen des wechselvollen Lebens, und laßt die teilnehmen am Tische des Lebens, denen das Schicksal die Sonne vorenthielt. H. M. Aus dem Gemeindeamt Kalendarlum 11.—19. Februar 1927. — 9—17. Adar I 5687 im Februar Adar 1 5687 Freitag 11. 9. Sonnabend 12. 10. Sabbath T'zaweh Sonntag 13. 11. Montag 14. 12. Dienstag 15. 13. Mittwoch 16. 14. Donnerstag 17. 15. Freitag 18. 16. Sonnabend 10. 17. Sabbath Ki'sisso Gottesdienste Gemeindesynagoge Sabbathgottesdienst. Freitag, 11. Februar, Abendgebet 530 Uhr Sonnabend, 12. Februar, Morgengebet 9 Uhr, Jugendgottesdienst 315 (Jhr mit Predigt (Rabbiner Dr. Goldmann); Nachmittagsgebet 53t) Uhr, anschließend Lehrvortrag (Rabb. Dr. Goldmann); Abendgebet 602 Uhr. Wochentags früh 7 30 Uhr, abends 530 Uhr. Talmud - Thora-Synagogen Otto Schillstraße 6 u. Keilstraße 4 Freitag, 11. Februar, Abendgebet 530 Uhr, nach dem Gebet Schrifterklärung. Sonnabend, 12. Februar, Morgengebet 8 30 Uhr, Jugendg'ttesdienst 3 Uhr Mincha 4 Uhr, Sabbathausgang 602 Uhr. Jüd. Theatervereins Jüd. Jugendbundes Sonnabend, 12. Februar Beginn pktl. 8 Uhr Maskenfest ** Eine Nacht in St. Pauli im Hotel Kaiser Friedrich, Menckestr. 24 Straßenbahn!. 9 pekoration der SSIe: A. Jaskiel, ehem. Mitgl. d. Schauspielh. nWBRMT. Leitg. Alb. Lehmann. Mitw. „Die Dunkelmänner" u.a.m. Maske od. Gesellschansanzug Vorschrift. Ende? f Eintrittskarten zu Mk. 2.. int SJoroerhcmf bei: £atl $trfd), Äathartnenftro&e 6, S). gredjer, Sau(t|acr Str. 11, ^h. äjflbner, l'efftngftr. 6

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