Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 1 (7.1.1927)
- Date
- 1927-01-07
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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/'TllEl f |) J :■; J-i« 3(3. Jahrgang, Dr. 1 7. lanuar 1927 ofer Jsr&elitiscken Amtliches lhxhricKiehk12t Hhr demeirtdeyerw^UuM kzllqionZqimzindz &tttytg (IKtAUJL ts \ Das C<m «isd«l*M>iatt erscheint wöchentlich am Freitag. Dan MllaW^wm der Religionsgemeinde wird es unn tgel UidF i+ *irch die Post zugestellt. Bezugspreis für IMicfct'Ctenitglieder monatlich 60 Pfennige. Anzeigenannahme: W. T» iehtiilto, Clockenstraße 11, Telephon 14449. Schriftleitung: Gemeinderabb. Gustav Cohn, Leipzig. Löhrstr. 10, Telephon 29641. :: Für den Inseratenteil: Siegmund Cohn, Leipzig, Ottostraße 24, Tel. 42945. Druck u. Verlag; W. Teicher, Leipzig, Glockenstr. II. Teleph. 14449. Anzeigenpreise: Die 4 gespaltene mm- Zeile 20 Pfg. Familien- und kleine Anzeigen 10 Pfg. Umschlagseiten und Textinserate nach besond. Tarif. Die Schriftlcitung überniir.mt für die unter dem Namen des Verfassers erscheinenden Beiträge und die Vereinsnachrichten nur die pußgesetzliche Verantwortung. Nachdruck r.ur mit Quellenangabe i:nd Genehmigung des Verfassers gestattet. Zum neuen (dritten) -Jahrgang ,.....i uns dabei behilflich zu sein, das „Gemeindeblatt" immer ni cton zu einem ungern entbehrten Gast in allen jüdischen IHäwe&rn Leipzigs werden zu lassen," so schlössen wir unser <Jeleitttwort beim Eintritt in den zweiten Jahrgang. Wir zeichneten o damit das äußere Ziel, das wir erreichen müssen, wenn unser er junges Organ seine höhere, eigentliche Aulgabe erfüllen ssollM Heute dürfen wir — was vor einem Jahre als verfrüht norjßdi nicht anging — einen Rückblick auf die bisherige Entivicklufi; H werfen, und wir können es mit einer gewissen Belried iguiiigft tun. Aus zahlreichen Äußerungen, die an uns gelangten,.sei sArifilichen und mündlichen, haben wir mit Genugtuung die ÜbfJberzeugung gewinnen dürfen, daß sehr weite Kreise unserer GerWeinde ihre Gemeindezeitung nicht mehr missen mochten. S2Sie hat damit ihre Daseinsberechtigung erwiesen. DarifcbeWtr hinaus dürfen wir aber auch schon merkliche Anzeichen dcjlQiifr feststellen, daß das „Gemeindeblatt" zur Belebung der Anleüln$ffiahrne an den Vorgängen innerhalb der Gemeinde beiträgt. Dndforch die Ankündigung der Veranstaltungen in den einzelnen V1'Vereinigungen und die Berichte über sie ist ein Wesentliches* erreicht worden: viele Gemeindemitglieder, die den jiidis^e«" Dingen fernstanden, erhielten Kenntnis von dem, was gesdiaN), und wurden angeregt, darüber nachzudenken. Viele anderere, die nie Einblick in das Wollen und Denken Andersgesinnter gewonnen hatten, sahen zu ihrem Erstaunen, daß diese AI'.Anderen gar nicht so böse Menschen sind, wie sie gemeint hin alten. So hat doch schon mancher das Band, das ihn mit der» Gemeinschaft verknüpfen soll, fester werden lassen.----- (JIber 4 diese Entwicklung Freude zu empfinden, sind wir um s» rflelMr berechtigt, da das Erscheinen des „Gemeindeblatt es" staiiliikem Mißtrauen begegnete, da es auch nicht an Versudhert gj Refehlt hat, ihm Hindernisse in den Weg zu legen. Wir sirÄnd jedoch, wenn wir diesen Fortgang feststellen, weit Jav «n H entfernt, selbstzufrieden zu sein und zu glauben, daß im ,.,(ißuemeindeblatt' alles gut und in bester Ordnung sei. Wir fiebern jigerne zu, daß Hehler unterlaufen sind, und daß es Manuel fäm, deren Beseitigung wünschenswert wäre — wo gäbe «s eiiftine menschliche Einrichtung, die die ungeteilte Anerkenn unj! aller finden könnte? Und wir nehmen dankbar jede Ol** i entgegen, die positiv ist, d. h. auch zugleich den gangbareJi Ii Weg zeigt, etwas zu bessern. Wir weissen recht wohl, daß unser Blatt weiter ausgestaltet werden kunWn und muß. Aber wir möditen unsere Leser bitten, bei ihrem Urteil nie eines außer acht zu lassen: ein „Gemeindeblatt" ist k e i n e Z e i t u n g, die sich an einen bestimmten und deshalb einheitlichen Leserkreis wendet; der ihm gegebene Leserkreis ist vielmehr in mannigfacher Hinsicht verschieden: verschieden in seiner religiösen oder jüdisch-politischen Einstellung, verschieden in seiner Lebensarbeit und schließlich in seinen geistigen Interessen. Dadurch wird einerseits der Rahmen, in dem der Inhalt des Blattes sich darbieten darf, in manchem eingeengt. Ausgeschaltet müssen alle Fragen werden, die schon durch ihre Behandlung allein Gegensätzlichkeiten auf den plan rufen; und selbst neutrale Dinge müssen mit Vorsicht vorgetragen werden, um nicht nach irgend einer Seite verletzend zu wirken. Dann aber muß auch bei der Wahl der Gegenstände so verfahren werden, daß wechselnd jeder Geschmack zu seinem Rechte kommt. Es wird bei einem „Gemeindeblatt" kaum je möglich sein, daß allen Lesern aller Lesestoff in allen Ausgaben in gleichem Maße zusagt. Wir glauben, viel erreicht zu haben, wenn jeder Leser immer wieder einmal an einer Ausgabe seine ganze Freude findet. Einen Weg, unserem „Gemeindeblatt" eine reichere Ausgestaltung zu geben, kennen wir; wir haben ihn von Anfang an immer wieder gezeigt, bisher leider mit nicht gerade nennenswertem Erfolge: die Mitarbeit aus unserer Gemeinde heraus. Wir waren gewiß nach Möglichkeit bemüht, bei der Wahl der Themen für die Abhandlungen auf Abwechslung zu sehen. Aber es könnte in dieser Richtung noch weit mehr geschehen, wenn wir mehr Unterstützung seitens derer erfahren würden, die durch Wissen und Können fähig sind, zu unserer Gemeinde zu sprechen. Audi gewisse Arten von Nachrichten, die der Anteilnahme eines weiteren Kreises von Gemeindemitgliedern sicher wären, gehen uns nur spärlich zu. Berufliche oder Jubelleste von Männern und Frauen, die seh an hervorragender Stelle Verdienste erworben haben oder sich aus anderen Gründen besonderer Achtung und Wertschätzung erfreuen, Ernennungen und Berufungen von Mitgliedern unserer Gemeinde gelangen oft gar nicht oder erst verspätet zu unserer Kenntnis. Unvollständig mußte Midi immer die Ankündigung bevorstehender Barmizwah- Feiern sein, da uns nur die für die Gemeindesynagoge angemeldeten regelmäßig, andere nur selten bekanntgegeben wurden (soweit uns Meldungen bis Dienstag vormittag 10 Uhr