Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 52 (25.12.1931)
- Date
- 1931-12-25
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Scito 4 Nummer r>2 Deutschland -Toum6 - Amiand i Jenny Lehmann ' Künstlerin u. Sängerin Sonnabend, 26. Dex. 1931, abends 8.30 Uhr auf allgemeinen Wunsch des Leipziger Publikum. * Im Volkiwohl, Löhrslr. V MSfkaAl 19 atlUMNU der h«"«->»"«e Hlm-u. ^IlCnaei KaSUmny Bühnen-Schauspieler Gad Shelaso (ehemaliges Mitglied des Staats ■Theaters, Berlin) in JÜDISCHER KLEINKUNST Karten von 0.75 bis 2 — RM. S «f.strte, Groteske, Tänze, jüdische Lieder u.a.m. Die Volkszählung im Jahre V.i'2'2 ergab eine palästinensische Qe.'*«>;iihovölkerung von 757182 Seelen, davon waren 590 890 Moslems. s:> :>A •luden. 78024 Christen und 7028 Drusen. Die /.ahl der .luden hat sieh also uin mehr als u\ ihh). die der Moslems um Ober 1<>9<K)0. die der Christen um Uber 27000 erhöht. xo. (iehurtstuR Laura« OddscksiMts. Der bekannte Gelehrte und bibliophile Lazarus Uoldschmidl feierte am 1". Dezember 19:?: .seinen (K). Geburtstag. Goldschmidt, der aus Litauen stammt, kam in jungen Jahren nach Deutschland, wo er in Herlin und Stvnßburg <irientalistik studierte. Abgesehen von der Herauagabe von fltliiopisrhen und hebräischen Handschriften und Fachschriften auf dem Gebiete der orientalischen Sprachen ist Goldsrhmidl vor allem als Uebersetzer des Talmuds ins Deutsche weithin bekannt geworden. Seit 1K!)"i aiLeitet der Gelehrte an dieser Uebersetsung — eine Leistung, die vor ihm wiederholt versucht, aber von niemandem bewllttgl worden war. Von angefangen erschienen acht Folio-Bande der großen Ausgabe seiner deutschen Talmud-Uebersetzung. Diese entfallt auch ilen von ihm nach der berühmten Talmudausgabe des christlichen D.-uckers Bomberg (Venedig 1820—1523) und nach eigenem handschriftlichen Material neu revidierten hebräischen Text. Die Schlufihände dieser Ausgabe sind bereits Im Manuskript fertig, aber noch nicht erschienen Seit 1928 ist hingegen seine neu durchgesehene und überarbeitete deutsche Hebert ragung des babylonischen Talmud in einer iwolfb* "'igen populären Ausgabe des Jüdischen Yerlagr Berlin, im Bmhf.'lien begriffen. Bisher liegen von dieser populären Ausgabe fünf 'i^-tde vor. während die weiteren in den nächsten Jui.ren •lusgegeben ' erden sollen. Auch die Bibel und den Koran hat i.aaius 'Johl "hmidt neu übersetzt. Berühmt ist seine umfang'eiche Bibll Ihek, iie kostbare Schätze, darunter neben wertvollen modernen Presse-Dn cJnn viele hebräische Inkunabeln, enthält. Jüdische Verbände und Gemeinden Kine deschichtr der Jüdischen Gemeinde K;.....I. Die israelitisch, deine!..dt Kassel gibt demnächst eine ..Geschichte der Ku.ise- 1< r .luden" heraus, deren Darstellung auch die Hessen-" um ler Oesaintjudenheil berücksichtigen wird. Mit Recht weisen die Herausgeber darauf hin, dafl gerade in gegenwärtiger Zeit eine solch" Erlehftinung von großer Bedeutung i-t: die Krkeni.'iis der Geschr gibt beseligend Zukunftshoffnung und männliche Haltung in u -r Gegenwart 1)..- Werk erscheint in zwei Binden: der I. Band *ri I ilie innere Geschichte der Gemeinde enthalten: 1, Landrnbbiner >> Walter. Die Geschichte cles Kultus und des Religionsurd» rri.hi... J. Rechtsanwalt Dalberg. Die Volkskunde der Hessen-Kasseler 'uden. 3. Dr. Hello. Synagogen und Friedhöfe. Kunst und Hand- \ erk J<- Kasseler Juden. Das Erscheinen dieses ersten Bandes soll sci>on in kurzer Zeit erfolgen. Der II. Band wird der äußeren Ge* schichte gewidmet sein: 1. Kantor Horwits, Die Geschichte der Kasseler ludeu bis zur Verlegung des Landearabbinata nach Kassel 1772. 2. ';"i'iiriardirektor Dr. Lazarus. Die neuere Geschichte bis ..ur Gegenwart. ". Rechtsanwalt Dr. D e 1 I v i e. Die Rechtsverhältnisse der flessi-.i: in Juden bis zur preußischen Gesetzgebung von IM. " r Jlse Schwarz Hermann Tschernia Statt Karten! beehren sich, zugleich im Namen ihrer fcltem ihre Verlobung anzuzeigen. Lunzig Aster«: *ie 15 Dezember 1931 Kopenhagen Borgemester-Jensen-Allee 3 J In Leipzig leben zahlreiche, aus Kassel stammende Juden, die für das Erscheinen dieses Werkes Interesse haben dürften. Die israelitische Gemeinde Kassel fordert zur Subskription auf. Der 1. Band kostet im Subskriptionspreis 4 RM.. zuzüglich 50 l'fg. für Verpackung und Porto; nach Erscheinen wird der [adenpreia 5 RM. betragen. Der II. Band soll gegen Purini vorliegen. Jeder Band ist einzeln käuflich. Die Auflage wird beschränkt sein; Bestellungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs erledigt. Ein Aufruf des Ontralvereins. Der Centrnlverein erläßt folgenden Aufruf: ..An die deutschen Juden! Die politische Zuspitzung der letzten Wochen, der immer offener zutage tretende (ieist des Hasses und der Brutalität rufen uns erneut auf den Plan. Politische und wirtschaftliche Vernichtung wird uns angedroht! Boykott, dieses undeutsrhe Schlagwort, wird in Groß- und Kleinstädten gegen uns ausgerufen; Gräber werden zerstört, (iotteshäuser geschändet. In Versammlungen und in der Presse wird offen zu Gewalttaten gegen Juden aufgefordert. Das Boxheimer Dokument enthüllt eine Gesinnung, die vor keiner Grausamkeit haltmacht. Der f'entralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens hat seit Jahren auf diese gefährliche Entwicklung in Wort und Schrift hingewiesen. Lauheit. Kurzsichtigkeit. Besserwisserei wollten der unbequemen Wahrheit aus dem Vege gehen. Trotzdem! Keine Minute bangen wir. Unsere gerechte Sache ist unsere beste Waffe! Millionen Deutscher bekämpfen mit uns Verhetzung und Gewalttal als die Unseligkeit dieser Zeit. Wir sind des Vertrauens unserer Freunde zum Centraiverein nach wie vor sicher. Geride jetzt erhalten wir aus allen Teilen des Reiches vorbildliche Beispiele von Hilfe und Opferwilligkeit. Wie bemühen uns, dieses Vertrauens würdig zu sein. Bis zum letzten Einsatz unserelotsten Kraft versuchen wir alles, um Unheil vom deutschen Judentum loinzuhnlton! Darum: Ruhe und Vertrauen! Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e. V. Justizrat Dr. Julius Brodnitz. Dr. Ludwig Holländer. Familiensrhutx. Der Ausschuß des Verwaltungsrat des F n m 11 i e n - schütz. Gemeinnütziger Verein für HinterbliebenenfOrsorge der Mitglieder jüdischer Gemeinden e. V. hielt am 10. November 1931 seine erste Sitzung unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Dr. Seligni an ii. Berlin, ab. In der Sitzung wurde mit (lenugtuung festgestellt, daß sich die Arbeit des gemeinnützigen Vereins Fa m llienschuts sehr zufriedenstellend entwickelt. Eine große Anzahl jüdischer Gemeinden hat mit dem Verein Enipfehlungsverträge abgeschlossen. — Der ungewöhnlich starke Zuwachs an Mitgliedern beweist, wie sehr die Bestrebungen des Vereins einem wirklichen Bedürfnis entgegenkommen. Von Seiten der Mitglieder des Vereins wurde der dringende Wunsch geäußert, die Frage der Kinderversicherung, insbesondere der Aussteuerversicherung für den jüdischen Mittelstand zu lösen. Der Ausschuß hat dieser Erweiterung der Aufgaben des Vereins zugestimmt, sodaß sich der Verein Familienschütz in Zukunft auch dieser Arbeit zuwenden wird. Amtliche Bekanntmachungen Aufsicht iu Pessach. Kolonialwarengeschäfte, die zu Pessach 1*31 nicht unter Aufsicht des Gemeinderabbinates gestanden haben, aber zu Pessach 1932 Aufsicht »vünschen. werden aufgefordert, sich bis zum 8. Januar 1982 beim israelitischen Gemeindeamt zu melden. Ob und unter welchen Bedingungen die Aufsicht erteilt werden wird, wird dem Antragsteller schriftlich bekanntgegeben. Nur diejenigen Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach