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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-12-18 · 51 (18.12.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
51 (18.12.1931)
Date
1931-12-18
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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18. Dezember 1031 GRMEINDERLATT DER ISRAELITISCIIFN RELIOIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 die Frage der Einordnung der Emigranten in ihren neuen Heimat- Staaten. Dies ist um so mehr zu bedauern, als derartige Angaben eine eminent wichtige Unterlage für die Berufsausbildung der für die Bmigration gemeldeten jüdischen Bewerber bilden könnten. An Hand derartigen Zahlenmaterials könnte ferner restgestellt werden, in welchem Matte der jüdische Emigrant zur Berutsumschichtung und Produktlvierung der jüdischen Wanderer beiträgt und was bedeutend wichtiger ist — beizutragen in der Lage wäre. Dr. S. K a 1 e k o. (Aus: .Jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik". 1031, Heft 12.) Unsere Gemeinde Frau Toni Halhc-Halhcrstam sprirht in Berlin. Die auch in Leipzig als hervorragende Sprecherin im Molodraina geschätzte Frau Toni Halbe-Halber st am wird, einer ehrenden Einladung folgend, am S o n n a b e n d, dein 20. Dezember, abends 20 Uhr, in einem Konzert des Berliner Symphonieorchesters auftreten. Toni Halbe ist wohl die namhafteste Vertreterin 'er h lodramatischen Rezitation. Sie betätigt sich auch diese? Mal auf diesem besonderen Qebiete der Kunst und spricht: „Nach Ii (ja 11" von Andersen (Melodram von Winternitz). Jüdisch-Akadcmi^-Iic Gesellsrliatt. Am Sonntag, dem 18, Dezember fand, wie angekündigt, die Gründungsvorsnmmlung der Jüdischen Akademischen Gesellschaft statt. Es ist bemerkenswert, daß sich sämtliche jüdischen Verbindungen an den Leipziger Hochschulen sowie zahlreiche Freistudenlen und Mitglieder paritätischer Verbindungen in der außerordentlich stark besuchten Studentenversammlung dieser Supra-Organisation anschlössen. In corpore traten bei: Hund jüdischer Akademiker. K. f., Verein Jfld. Studenten „Hatikwah" im K.j.V. und die Zinnistischen Studentinnen (Zis). — Das vorläufige Präsidium setzt sich wie folgt zusammen: Korporiert: F. Lehr. stud. med.. Lotte Rnchlin. stud, phil.. Hadassab Sherman, stud. mus., David Sonnenschein, stud. med.. .T. Zederbauin, stud. ehem. Freistudenten: IL Levy, stud. med.. IL Menuchin. stud. med. A. Kayssar. stud. med.. Viktor Schless. stud. med., B. Simonsohn, stud. iur. und für die ausländischen Studenten: Frankoff. stud. med. dent. Präsid.: Dr. Freudenthal. IL L. Amtliche Bekanntmachungen Aufsieht zu Pessnch. Kolonial Warengeschäfte, die zu Peaaach IM1 nicht unter Aufsicht des nemeinderabbinatea gestanden haben, ntier zu Peaaach 1932 Aufsicht wünschen, werden aufgefordert, sich bis zum 8, Januar 1982 beim israelitischen Gemeindeami tu melden. Ob und unter welchen Bedingungen «Ii«1 Aufsicht erteilt werden wird, wird dem Antragsteller schriftlich bekanntgegeben. Nur diejenigen Firmen werden in das Verzeichnis der zu Pessach unter Aufsicht siehenden Geschäfte, das am 22. Januar 1982 in unserem Gemeindeblatt bekanntgegeben wird, neu aufgenommen, die bis zum 8. Januar 1032 einen entsprechenden Aulrag gestellt haben, und denen unser Habbinat die Aufsicht erteilt. Leipzig, den 10. Dezember 1031. Der Vorstand der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Barmlzwa-Verbereitnag Zur Barmiswa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Juli 1010 bis 80. September 1919 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1. Januar 1982. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Harmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 31. Dezember 1931 im Gemeindeamt. Löhrstr. 101. Von der Teilnahme können auf Antrag der Eltern solche Knaben betreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Auch diese Kinder sind zur angegebenen Zeil zu melden. Leipzig, den 1. Dezember 1031. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Gemeladesitsuag am Montag. 21. Dezember 1981, 7 Uhr abends, im israelitischen Gemeindeamt. Löhrstr. 10 I. Das israelitische Gemeindeamt. Tagesordnung: 1. Festsetzung des Steuersatzes. 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Wahlrechts!'rage. 3. Dritte Schächterslelle. 4. Reitrngsgesuche. 5. Verschiedenes. Anschließend: Nichtöffentliche Sitzung. Wegen di'S zu erwartenden Andranges und des beschränkten Raumes ist der Eintritt für Zuhörer nur gegen Einlaßkarten gestattet. Diese werden am Montag. 21. Dezember, in der Zeit von 0 1 Uhr nehme den Vorschlag gerne an and werde in die angrenzende Bibliothek geführt Blne Schar von Kindern blättert in den Katalogen und sacht mich jüdischen Jugendbüchern. Franzos, Kompert, die historischen Brslhlungen vnii Lehmann, sind längst ausgelesen, und die kleinen Burschen lassen sii-ii daher gerne Mosez Piepenbrinks Abenteuer von Klötzel und verschiedene jüdische Erzählungen ans allen Ländern empfehlen. Ein allerer Herr verlangt Bcholem Alejchem auf Jiddisch; ein paar Junge Mädchen Rehen die Neuanschaffungen durch und scheinen zu schwanken, ob sie Renalem Aach: Petersburg, Iii» Bhrenburg, oder Romain Holland anfordern sollen, und ein lunger Zioniat verlangt ein hebräisches Buch aus dem neuen Palästina. Die zu:- Auswahl daliegenden modernen Romane «Irr Weltliteratur, die neben den Jüdischen Schriftstellern liegen, intereaaieren mich, und ich frage, weiche Schriftsteller von dem Publikum besonders bevorzugt werden. ..Das ist natürlich verschieden, alle neuen Romane werden gerne gelesen, z. Tl. Bchatom Asch und Nathan Asch, aber such sndere smerikanische Schriftsteller wie Upton Sinclair und Sinclair Lewlz werden viel verlangt," leb lasse mir den Katalog für Bolletrlstika geben, seh« aber dann auch den jndiach-wisaenschaftUchen Katalog durch, in dem «Ii«- Judaistiachen iiiul Jodiach-politiachen Schriften aufgefährt sind. In den Regalen entdecke Ich seltene alte Beltachriften. Die wichtlgstea Werke, die ich auehe, finde Ich aofort; doch einiges, besonders Jüdische Quellenwerke, sind alchl da. Daß eine Leipziger Jfldische Bibliothek es an Vollständigkell nicht mit der Berliner Jüdischen Geineindebibllothek aufnehmen kann, konnte ich mir denken. Ich fragte den Bibliothekar, ob er glaube, diesen Teil der Bibliothek In einem gewissen Malle erweitern zu können, und bitte um seine Meinung hierzu. ..Seinviel hingt von der Teilnahme der gesamten jüdischen Oeffentllchkeit ohne Unterschied der Partei ab. Ich danke Ihnen sehr für Ihre Präge. Vielleicht bringen Sie es durch Ihren Bericht fertig, daß daz ri>ter»aae dar Lelpsiger jüdischen Allgemeinheit für unsere Bibliothek gestärkt wird Die Dezentralisation von Bibliotheken, die demselben Zwecke dienen, halte ich für unnütz. Ks gibt verschiedene kleinere JUdl sehe Bibliotheken in Leipzig, die für den interessierten Leaer zehr schwer oder gar alchl zu erreichen sind, und deren BOcherreichtum leider Iiis Jetzt für weitere Kreise ungenutzt gehliehen ist. ..Werden der Jüdischen Bibliothek oft Bücher geschenkt oder Bücher nachlasse vermacht '!" »Bisher wenig," ist die Antwort, „vor einigen Tagen hat eine junge Dame vor ihrer Verheiratung einen Teil Ihrer Bücher der Jüdischen Bibliothek zum Geschenk gemacht." ..Versprechen sie sich etwas von Propaganda in dieser Richtung?" .Jawohl, ich glaube bestimmt, daO viele Leipziger Qemelndemltgliedcr von der Jüdischen Bibliothek noch viel zu wenig wissen. Wer Ge, legenhell hat, in Familien Bibliotheken durchsusehen, wird manchmal erstaunt sein, wie wenig die Itesit/er mit ihren Büchern leben. Da ist es oft besser, sie führen die Bücher dem Zwecke allgemeiner Benutzung x.ii. In der Jfldlschen Bibliothek lesen eine Menge Menschen, die Rieb geistig und jiidiseh fortbilden Wullen, aber nicht das Geld haben, sich die llüeher seihst ZU kaufen." „Finden Sie nicht, dafl in einer solch schweren Beil die Menschen weniger den Kopf haheu zum Lesen wie in anderen Jahren?" ..Nein, im Gegenteil. Vu ie linden in der Zeit der Brwerbalosigkeit erst Gelegenheit zur Weiterbildung ihrer Kenntnisse auch auf literarlaehem Gebiet. Wenn die jüdische Oeffentlichkeil uns Bnansiell und auch durch BOcherspenden atärker als bisher unterstützen würde, konnte unsere Arbeit eine ganze andere. Frucht barere Ausbreitung im Leipziger Judentum erfahren." „Welches sind die finanziellen Grundlagen, auf denen Bibliothek und Lesehalle aufgehallt sind?" „Unsere Institution wird im BtSl der jüdischen Gemeinde jährlich mit einer Subvention bedacht. In dieser Krisenzeit ist die Summe sehr gesenkt Worden, BUBerdem bähen wir eine Anzahl monatlicher Zahler." Ich danke dem Bibliothekar für seine Berichte und verspreche, auf dieses Kulturzentrum des Leipziger Judentums, soweit es in im nu n Kräften zteht, Ii - jüdische OeffeiiUictikeit sufmerkaain zu machen.

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