Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 49 (4.12.1931)
- Date
- 1931-12-04
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Dezember 1031 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIQIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 halten eine Belästigung selber verschuldet, die dann allerdings unbegründeterweise nicht gegen den Mlfiglifl dei Schülers, sondern gegen ihn nls .luden in Erscheinung trat. In vielen anderen Fällen aber auch stellt es sich heraus, daß in der Tat Lehrer oder Schiller aus judenfeindlicher Gesinnung gegen die jüdischen Schüler und Schülerinnen vorgegangen waren. Die Prüfung der einzelnen Fülle ist meist nicht leicht: sie setzt viel Erfahrung, viel Takt und viel Geschick voraus. Aus diesen Gründen hat die Ortsgruppe des Centrnlvereins beschlossen, einen Schul-Ausschuß einzusetzen, der allen Mitgliedern unserer Religionsgeineinde in allen solchen FWlen zur Verfügung stehen wird. Der Ausschuß sieht seine Aufgabe vor allen Dingen darin, den Eltern beratend zur Seite zu stehen; er wird sehr häufig in der Lage sein, zu verhindern, daß dem Kinde durch übereilte Schritte der Filtern ein dauernder Nachteil erwlirhst; er wird aber auch in anderen Fillen durch rechtzeitiges, energisches Vorgehen weiteren Belästigungen der Kinder vorbeugen können. Wirksam aber kann der Ausschuß nur dann arbeiten, wenn ihm alle F'älle der gedachten Art zur Kenntnis gebracht werden, ehe die Eltern selber irgendwelche Schritte unternehmen. Die Filtern dürfen überzeugt sein, daß der Ausschuß in entsprechenden Füllen in seiner Zurückhaltung nicht zu weit gehen wird, wie er in anderen F'ällen vor jedem Zuviel warnen und dadurch größere Nachteile verhindern wird. Darum nochmals: Meldet jeden Einzelfall nn Frau Dora Ury, Haydnstraße 5 (Tel. 32030), die Vorsitzende des Ausschusses, oder an eines der anderen Ausschußmitglieder, die Herren: Gemeinderabbiner Dr. Gold mann und Cohn. Dr. W. Michaelis, Haydnstraße 1t (Tel. 328 88): die Frauen: Else Cohn, Löhrstraße 10 (Tel. 206 41), Erna Gompertz. Kaiserin-Augusta-Straße 21 (Tel. 350 28), Rosi Lampel. König-Johann-Straße 23 (Tel. 270 77), Alma Schindler. Springerstraße 20 (Tel. 586 77), Lotte Spitz, Stallbaunistraße 13 (Tel. 503 86). Es wird darauf hingewiesen, daß der Aufsats über „Wilhelm TraugoH Krug" in der letzten Nummer des Gemeindeblattes, Herrn L. Horwiti, Cassel, tum Verfasser hat. Amtliche Bekanntmachungen Forthitdungsunterrirht. Der jüdische Religionsunterricht, den die Israelitische Religionsgeineinde für alle Schüler und Schülerinnen der Leipziger Volksschulen und höheren Lehranstalten eingerichtet hat. wird leider nicht in dem Maße besucht, wie es die Bedeutung der Sache erforderlich macht. Gerade die jungen Menschen, welche die oberen Klassen höherer Lehranstalten besuchen, in die jüdische Religionslehre und in die Vergangenheit des Judentums einzuführen, in ihnen Interesse für das Judentum und ein starkes jüdisches Wollen zu erwecken, ist die wichtigste jüdische Aufgabe der heutigen Zeit. Es darf nicht ein Geschlecht heranwachsen, das ohne Kenntnis seines Judentums ins Leben tritt und dann nicht in der Lage ist, innerlichen Stolz auf die Zugehörigkeit zu unserer Gemeinschaft zu empfinden und äußere Angriffe dagegen abzuwehren. Wir möchten besonders ernst darauf hinweisen, daß christliche Schüler und Schülerinnen fast durchgängig am Religionsunterricht ihrer Konfession teilnehmen. Etwa 05% beträgt die Zahl derer, die die religiöse Unterweisung ihrer Konfession erhalten. Am jüdischen Religionsunterricht nehmen aber sehr wenige teil. Insbesondere zu dein von unseren Geineinderabbinern erteilten Fortbildungsunterricht kommen höchstens 15%, also norh nicht einmal jeder sechste Schüler. Die Gemeinde hat alle Einrichtungen getroffen, damit ein anregender und fruchtbarer Religionsunterricht für die Schüler der höheren Klassen erteilt werden kann. Der Unterricht ist für die liberale und orthodoxe Richtung getrennt. F> umfaßt, wobei es den Schülern freisteht, die einzelnen Fächer zu wählen, jüdische Geschichte, jüdische Religionslehre, moderne jüdische Probleme und hebräische Sprache und Literatur. Für den Fortbildungsunterricht der Religionsschule I (liberale Richtung) findet die Anmeldung bei Herrn Gemeinderabbiner Dr. G o 1 d in a n u , König-.lohann-Straße 17 1 (Fernsprecher 216 67, Sprechstunde: Sonntag, Mittwoch und Freitag 0 54—11 Uhr, nach vorheriger telephonischer Verständigung auch zu anderer Zeit), statt. Für den F'ortbildungsunterricht der Religionsschule II (orthodoxe Richtung) ist die Anmeldung bei Herrn Gemeindernhhiner Dr. Carlehach, Nikisehplatz 1, (Fernsprecher 102 25, Sprechstunde: täglich, außer Sonntags, 10—11 Uhr, in der Höheren israelitischen Schule, Gustav-Adolf-Straße 7, Montags und Donnerstags 10—17 Uhr in der Wohnung, zu bewirken. Wir hoffen, daß dieser Weckruf nicht vergeblich erklingt. Leipzig, den 30. November 1931. Der Vorstand der israelitischen Religionsgeineinde zu Leipzig. Offene Stelle. Auf unserem neuen Friedhof an der Delitzscher Landstraße ist die Stelle eines Gärtners und Hausmannes zu besetzen. Bevorzugt wird ein gelernter Gärtner. Außer gärtnerischen Arbeiten hat der Betreffende die Zentralheizung zu bedienen und auch sonstige Arbeiten zu verrichten. Die Ehefrau muß die Reinhaltung der Gebäude übernehmen. Beschlagnahmefreie Dienstwohnung von 2 Zimmern und Wohnküche ist vorhanden. Geeignete Bewerber, die vollkommen gesund sind, wollen einen kurzen Lebenslauf mit Zeugnisabschriften an den unterzeichneten Vorstand einreichen. Leipzig, den 26. November 1981. Der Vorstand der israelitischen Religionsgeineinde zu Leipzig. ßarmizwa-Vorhcreilung Zur Barmtswa-Vorbereitung werden seitens der Gemeinde unentgeltlich besondere Lehrgänge abgehalten. Für die in der Zeit vom 1. Juli 1010 bis 30. September 1910 geborenen Knaben beginnt der Lehrgang am 1. Januar 1032. Nur wer daran teilgenommen hat, wird als Barmizwa in der Gemeindesynagoge zugelassen. Anmeldungen bis 31. Dezember 1031 im Gemeindeamt. Löhrstr. 10 1. Von der Teilnahme können auf Antrag der Filtern solche Knaben befreit werden, welche bereits ihren Religionsunterricht privat durch einen von der Gemeinde angestellten Lehrer erhalten. Audi diese Kinder sind zur angegebenen Zeit zu melden. Leipzig, den 1. Dezember 1031. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Personenstandsnachrirhten Oeburten 14. November 1031 Ahraham David Kornhlüth und Lea geb. Gersten, Humboldtstr. 5, einen Sohn „Jack". Trauungen Am Freitag, 27. November 1031, Fräulein Lea Katz, Ranstädter Steinweg 40, mit Herrn Jtseph Zucker, Pfaffendorfer Str. 34. in der Wohnung des Herrn Rabbiner Cohn, Todesfälle 17. November 1031 Hann! Ella Dolnik, Berlin. 18. November 1981 Martha Ernestine Zeitlin, Gustav Freytag-Str. 32. 18. November 1031 Pinkas Krauthammer, Blücherstr. 30. 21. November 1031 Clara Pinner, Görlitz. 23. November 1031 Saul Mendel Rubin, Pfaffendorfer Str. 54. 23. November 1931 Schewe Stefi Müller, Reudnltser Str. 15. 26. November 1931 Kind Karl Nudelträger, Tauchaer Str. 54. 27. November 1931 Srul Schapse, Packhofstr. 3. 28. November 1931 Heinrich Tand, Hamburg. 30. November 1931 Reisel Diment, Pfaffendorfer Str. 4.