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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-11-27 · 48 (27.11.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
48 (27.11.1931)
Date
1931-11-27
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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27. November 1031 GEMEINDEMLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSQEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Vortrag zum Besten des Kindergartens Herr Prof. Dr. med. Siesfried Rosenbaum Eintritt von RM 1.— an. hat die Güte, zum Besten des Isr. Kindergartens, am Montag, den 30. November, pünktlich um 4' , Uhr nachmittags, im Saale des Hotel Hauffe, über das Thema: Unser Kind in der Krise zu sprechen. Wir bitten um zahlreichen Besuch des gewiß sehr interessanten Vortrags. Weitere Einladungen und Anzeigen können nicht ausgesandt werden. Talmud-Tora-Vereins besonders veranstaltete Trauerkundgebung vorausgegangen, bei welchem der Verstorbene viele Jahre hindurch tust taglich sich im Talmud-Studium vervollkommnet bat; die Ansprache, die alle Teilnehmer auf das tiefste erschütterte, hielt der l'rivatrabbiner Weingarl (Plauen). Mit Prediger Heimann ist ein wahrhaft frommer und gerechter Mann dahingegangen, dessen Andenken In der Plauener Gemeinde nie verlöschen wird. Chanukka-Bitt« dos Israelitischen Woliltätiitkeitsvereins. Das für die diesjährige Chanukka-Beschenkung beim Israelitischen Wohltätigkeitsverein eingeseifte vorbereitende Komitee wendet sich nochmals an die Freunde und Gönner des Vereins mit folgender t'hanukka-lliite! Wir danken allen denen, die uns mit Spenden und sonstigen Zuwendungen bedacht haben, für ihre grofie UnterstQtsung und Hilfe. Trotzdem gestatten wir uns. unsere Bitte nochmals zu wiederholen. Wir müssen an unsere Mitglieder, Freunde und Wohltäter herantreten und um ihre gütige Hilfe für die Aermsten der Armen bitten. Unsen- Einrichtungen — .Speiseanstalt. Altersheim und Kinderhort — können ihre Aufgabe nur dann erfüllen, wenn ein jeder bestrebt ist, uns bei diesem unseren Liebeswerk tu helfen, und wäre die Gabe noch so bescheiden. Speziell zu (' Ii a n u k k a hoff e n alle Bedürftig e n auf ei n e Unterst ü t z u u g. An unsere Mitglieder richten wir die gani besondere Bitte, nicht nur selbst das Aeu Berste zu tun, sondern auch im Freundes- und Bekanntenkreise um Mithilfe zu werben. Gütige Spenden sind zu richten an den Israelitischen Wohltätigkeitsverein zu Leipsig, Nordstraüe 1"), zu Händen der Inspektorin Fräulein Grete l'okorny. oder auf unser Postseheckkonto Nr. 9791 Leipsig zu überweisen. Vortrag der Frau Margarete Fried. Auf den Vortrag, den die als Rednerin außerordentlich geschätzte Frau Margarete Fried aus Berlin am 2. Dezember im Rahmen der Vortragsgemeinschaft der Leipziger jüdischen Frauenbünde halten wird, sei auch an «lieser Stelle verwiesen. (Näheres siehe Anzeige.) Vereinigung jüdischer Musiker. Unter dem Drucke der Verhältnisse haben sich Leipziger jüdische Musiker, die bis vor kurzem in ersten Kapellen auch Klindfunk - gespielt haben, zu einer Vereinigung zusammengeschlossen. Die Vereinigung ist in der Lage, für Veranstaltungen jeglicher Art, wie Hochzeiten, Geselligkeiten und grö- Bere Feste, geeignete Musiker zu stellen. Der Zusammenscblufl verfolgt den Zweck, diesem gegenwärtig schwer notleidenden Stande eine reichere Möglichkeit zur Sicherung ihrer Existenz zu schaffen. Ks braucht nicht hervorgehoben zu werden, daß auch diese Kräfte unter der Flut der judenfeindlichen Bewegung in ihrer Betätigung außerordentlich gehemmt werden; es sollten deshalb — mehr als dies bisher vielfach geschieht von jüdischen Veranstaltern jüdische Musiker herangezogen werden. Die Geschäftsstelle der neuen Vereinigung ist bei: A. Wolkowits, Nordstraße toll bei Jedlitski. Bestellungen Jeden Umfangt, bis zur vollbesetzten Tanzkapelle, werden dort entgegengenommen und für erstklassige Besetzung und Musik jede Gewähr geleistet. Eingesandt (Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung nur die preßgesetzliche Verantwortung.) In schwerer Zeil! Deber die schwere wirtschaftliche Krise der Juden sprii-lii heute Jedermann. Aber, daB die Bchwere «1er Krise den Jüdischen ll:in<lwerker um Stärksten IrilTl. wissen vielleirlil DOCH nicht alle. Deshalb sei es Ihnen sn dieser Stelle nochmals gesagt. Den jüdischen Handwerkern in Leipsig genügt es aber nicht, wenn man blofl er rührt, wie hart Ihr Schicksal ist; sie wollen auch, daB man iiineu hilft, ('ml da« ist. in einem gewissen Umfange natürlich noch Ii e u I e sehr gut möglich: denn such in der schwersten Krisenzeit werden Handwerker gehraucht. Wir klagen auch nicht sn, ilnli su wenig gemacht wird, sondern dal) da« Wenige, was gemacht werden muß, nicht von u n ■ ausgeführt wird. Ks in itl hier zu unserem ereilen Leidwesen gesagt werden, daU alle Schichten im Judentum mit Vorliebe mit ihrer Arbeit sum Nlchtjuden gehen, ohne hören su wellen, daB der jüdische Handwerker Hunger leidet und verkommt. - Ks ist heute swar sehr modern manchem ist es vielleicht auch ernst damit —, von Produktivierung di r jüdischen Jugend su reden: aber wissen es denn die jüdischen Führer nicht, daß, solange der jüdische Handwerker darben muB, die Umschichtung der .luden von dem kaufmännischen in die handwerklichen Berufe n ie Tatsache werden kann? Wer seil denn den jüdischen Handwerkslehrling in die Lehre nehmen, wenn nicht der jüdische Handwerker! Wie seil auch der religiösorientierte Lehrling Sabbat halten können, wenn er keinen jüdischen Lehrherrn findet? Aber nicht nur der jüdische Privatmann geht bewußt tum nichtjüdischen Handwerker; auch viele jüdische Institutionell wie Gemeinde, Vereine und Synagogen tun dieses, wir könnten genügend Beispiele anführen, aber uns liegt nicht am Zank. Bemerkt sei aber ausdrücklich, daß wir nicht nur aus Mitleid beschäftigt werden wollen, sondern wir haben ein gutes Recht, um Arbeit zu bitten, da Wir w issen, dato" alle unsere Mitglieder lulle Berufe fast ohne Ausnahme sind bei uns vertreten), nicht nur gute Arbeil leisten können, sondern sie außerdem noch su wirklieh billigsten Preisen herstellen. Jeder kann sieh überzeugen, wenn er sieli mit uns in Verbindung setzt. Unsere Geschäftsstelle befindet sich bei A, Mittelmann, Leipsig C i. Peters- ■teinweg 1.1 und ist den ganzen Tag zur Auskunft bereit (auch telefonisch unter Nr. 2iitt2.li. Bitte machen sie davon Gebrauch. Verlangen Sie eine Liste der jüdischen Handwerker Leipzigs. Sie kostet Hillen gar nichts und wird Ihnen auch gern zugestellt. Bitte unsere Mitgliederliste in vorliegender Nummer su beachten. Verein selbst, jüd. Handwerker zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Personenstandsnarhrichten Gebu r te n. 1. November 1981 Jakob Freifeld und Bertha geb. Blümlein, Marienstrafte 7, einen Solln. T ra u u n g e n. Am Sonntag. 29. November, 1.-1 Uhr mittags. Fräulein Martha Krank. Funkenburgatrafie 22, mit Herrn Dr. Krnst Heymann aus Qelsenkirchen, in Leipzig, in der Genieindesynagoge. Austritte ans der israelitischen Rcligionsgesellsrhaft (nach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum) : Friedrich Bisenberg, HähnelstraBe :t. Ing. Max Leopold. Ranstädter Steinweg in. Rita Bier Dr. phil. Paul Peisach Kestenbaum Berlin W 15 Sächsische Straße 71 Pariser Straße 42 Sonnabod, 28. November Verlobte Empfang: Berlin Leipzig C 1 KeilstraOe 5 Sonntag, 29- November .J

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