Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 46 (13.11.1931)
- Date
- 1931-11-13
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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13. November 1031 fiKMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 Vortragsgemeinschaft der Leipziger jüdischen Frauenbünde Montag, den 16. November, nachmittags 4 Uhr, in den Räumen T"^^r|Q/^Urv>i++Qri der Leipzig-Loge, Arndtstraße 1, aus Anlaß der Handarbeitsautstellung: I M dO II iM I L Ldü anschließend 5 Uhr Referat: Frau Hadassah Chamizer über „Das jüdische Buch" jüdischer Frauenbund, Ortsgruppe Leipzig Schwesternbund der Leipzig-Loge — Verband jüdischer Frauen für Palastinaarbeit — Frauengruppe des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens finden folgende Veranstaltungen statt: Sonntag, den 15. November: Eröffnung. Gesang: Frau Marg. Goldstein. Vortrag von Frau Lotte Spitz: „Die Handarbeit im Leben der heutigen Frau." Montag, den 16. November: Veranstaltung des jüdischen Frauenbundes, Ortsgruppe Leipzig im Rahmen der Vortragsgemeinschaft jüdischer Frauenvereine. Vortrag von Frau Hadassah C h a - m i z e r : „Das jüdische B u c h.". — Dienstag, den 17. November: Vorlesung einer unveröffentlichten jüdischen Novelle. An diesem Nachmittag ist auch Gelegenheit zum Bridgespielen gegeben. — Mittwoch, den 18. November: Musikalischer Nachmittag. Gesang: Frau Susi Schild: Geige: Frl. /.unser; Klavier: Frau Tanja Ury-Zunser. — Donnerstag, den 19. November: Rezitation : Frau Rosa B a u in a n n - H e i 1 p c r n. Zu allen Nachmittagsveranstaltungen haben alle Gemeindemitglieder freien Zutritt. Für Kaffee ist gesorgt, doch besteht kein Kaffeezwang. Aus dem Gemeindeamt Personenstandsnachrichten Geburten : 21. Oktober 1031 Abraham Beer und Bruche geb. Triebwasser, (iustav- Adolf-Str. 30, eine Tochter „Helga". B a r in i z W a Am Sonnabend, 21. November, Moritz Hein, Sohn des Herrn Salo Hein und Frau Marie geb. Gaster, Fregestr. 28, in der Ez-Chaim- Bjmagoge. Austritte aus der israelitischen Religionsgesellschalt (Dach geltendem sächsischen Recht bedeutet der Austritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft den Austritt aus dem Judentum) : Ulli Anneliese Wangenheini, Arndtstr. 37. Martin Gerhard Cohn, Harkortstr. 6. Neue Bücher Irwii R ol11a, Die kulturelle Bedeutung der Bildersprache, Führer in die Sinnbilder der Religionen, «los Ordens- und Kittcrwesens, der Freimaurerei, suwiu des Cesellsehnfls- und Volkslebens. Leipzig Will (Hen-Verlag, Arnold Schwarz). Geht man der Entwicklung der BpracJte nach, so tritt einem immer wieder, weit mehr als man im Sprechen des Alltags sieh vergegenwärtigt, die Tatsache ins UewuUtsein, wie ungemein viel Bilder die menschliche Sprache enthält. Wie die Urschrift Bilderschrift gewesen ist. so hnl auch der menschliche Sprachausdruck sieh ursprünglich in vollem Bewußtsein der Bilder bedient, um Verständigung von Mensch zu Mensch herbefarafOhren. Je mehr der bildliche Ausdruck im Henken der Menschen verwurzelt wurde, um so weniger deutlich stand ihm diese Tatsache lebendig vor Augen: Ks trat eine solche Verwischung ein, iltiB man vielfach nur Mllhe hat, sich der bildlichen Bedeutung eines Begriffes noch zu erinnern. Gleich Wohl bleibt der Drang der Phantasie im Menschen, neue Bilder als Ausdruck des Denkens anzuwenden, immer lebendig, eine Krscheinung, die ja wesentlich zur Fortentwicklung und steten Bereicherung der Sprache beiträgt: Bin ungeheurer Schatz an Bildern wird von Dichtern und Denkern in ihren geistigen Schöpfungen angewendet, um mit ihnen Ober den Alltag hinauszuwachsen. Ein vielleicht noch größerer Schatz von Bildern wird von menschlichen Verbänden, Keligionsgemeiuschaften, Logen. Orden angewendet, um (iedanken, für die sie wirken möchten, in symbolischer Gestalt dem Verständnis der Menschen näher- ■abringen. Ks ist ein außerordentlich verdienstvolles Unternehmen, das der Verfasser der vorliegenden Arbeit in Angriff genommen hat, die ungeheure Fülle dieser Bilder planmäßig und systematisch zu sammeln. Abgesehen von dem rein wissenschaftlichen Wert einer Bolchen Zusammenfassung, die vnlkskundlich, geistes- und spraehgesehiehtlich von ungeheuerstem Interesse sein muß, wird sie auch praktisch Bedeutung gewinnen, weil „bildende Klinstier, Symholforschor, Heraldiker, Prediger, Redner und Leiter ethischer und kultureller Vereine", „alter auch Freunde des Sehmut'kwesens (Denk- und Grsbmslkunst) sowie Stempel- und Formonschneider" aus ihr Unendlich viele Anregungen werden schöpfen können. Welch ein ungewöhnliches Maß von Arbeit zu bewältigen war, erhellt schon daraus, daß der Verfasser nicht weniger als 19(10 Quellsehriften heranziehen mußte, dies zugleich aber auch ein Boweil für die ungewöhnliche Reichhaltigkeit des Materials, das in dem Werke eine systematische Darstellung erfahren wird. Im Augenblick liegt nur die erste Lieferung (5 Bogen) vor, in der, neben einleitenden, allgemeinen Betrachtungen über die Absichten und Anlage des Werkes, Wesen und Zweck der Bildersprache, die Entwicklung der Zeichensprache, auch schon einige Kapitel mit einzelnen StnlTcu der Bildersprache enthalten sind: Feuer und Licht als Sinnbilder der Gottheit, des ewigen Lichtes und Lebens: das Auge: die Fackel: die Sonne: der Mond; die Sprache der Farben. Schon diese wenigen Kapitel gewähren einen Einblick in die überlegene Art, in der der Verfasser das umfangreiche Gebiet darstellen wird. Mit freudiger Spannung darf man dem Erscheinen der weiteren Lieferungen entgegensehen, weil in der Tat das Werk Anregungen und Aufklärungen in ungewöhnlich reichem Ausmaße bieten wird. Q. C. Vereinsnachrichten JUdischer Jugendhund „Franz Itoscnzweijr" Leipzig. Heute Abend: F r e i t a g - A b e n d - F e i e r. Die Leitung liegt in Händen von Bundesfreund K. Peck e 1. Beginn Su\M Uhr. Sonntag, den l.r>. November besucht uns der ■Iiigendbnnd Zw ik kau. Ks findet morgens 10 Uhr im Heim ein TischtenniltOUrnier zwischen dein zu Gast weilenden und unserem Bunde statt. .Nachm. Iii Uhr gemütliches Beisammensein mit unserem Zwikkauer Gästen im Saale des Jugendheimes. Tanz und Rezitationen. — Dienstag, den 17 November 20.4.1 l'hr (nicht wie im Programm angegeben Mittwoch) spricht Frau Rabbiner Klse Co h n über „D i e A n Ung e d e r K m a n l i p a 11 0 n il e r ,1 u - den in D e u t s c h I n n d." Moses Hess-Gruppe. Dienstag, den 17. November, ahds. 8K- Uhr, veranstalten wir im Borochowheim, Eberhards!r. 13. einen Heinrich Heine-Aben d unter der Leitung von F r i t I Fr a e n k e I. Oiste herzlich willkommen. Poale Zinn. Zu dem Heinrich Ucilic-Aheml der Moses iless-Gruppe sind besonders alle jüngeren Chnwerim herzlichst eingeladen. Die Veranstaltung ist Dienstag, den 17. November, abds. S!s Uhr. Jüdischer Frauenbund. Ortsgruppe Leipzig. Gruppe der Berufstätigen. Am Mittwoch, dem 18. November (Bußtagi fällt sowohl die Zusammenkunft wie der Gyiuiiastikunterricht aus. Jugend-Ausschuß der Ortsgruppe Leipzig des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens. Nächster Vortragsabend: Mittwoch. 18. Nov. 31 (Bußtag), 2(1 Uhr, im Saale des jüdischen Jugendheims, Klsterstraße 7. Ks spricht Frau Dura Ury, Leipzig über: ..Der 0.-V. der Vergangenheit und der 0. V. der Z u k u n f t. (Wesen -- Wege - Ziele)." Gäste willkommen. Jung-JUdischer-Club. Wir beabsichtigen, Anfang nächsten Monat ein literarisches Gericht zu veranstalten F.in bestimmtes Thema liegt bereits vor (K a s k o I n i k o w). Um aber den Umfang der Öffentlichen Mitarbeit festzustellen, wollen wir von den daran Interessierten weitere Vorsehläge hören, die evtl. zur Mitarbeit verpachten. Kurzausgeführte Mitteilung zu richten an Jung-JUdischer-Cluh, Jugendheim, Klsterstr. 7. Brith-Haolim. 1. Die Bibliothek der Sollelim und Olim ist jetzt jeden Montag von 19—20 Uhr geöffnet — 2. Der hebräische Kinführungskurs ist von Mittwoch auf Donnerstag von 19-—2ll Uhr verlegt worden. — H. Am Sonntag, den «. Desembsf rindet im Saal lies jud. Jugendheimes unsere Bundesfeier siatt. Hanhalath Agndah.