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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-11-06 · 45 (6.11.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
45 (6.11.1931)
Date
1931-11-06
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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6. November 1931 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIO Reite 3 einwandfrei gelungen. Ks unterlieg! aber keinem Zweifel, dafi in der großen Mehrzahl der Falle die hetzerische Propaganda der letalen Jahre den direkten Anstoß zu diesen 'l'nlen gegeben hat. Wann endlich wird die Erkenntnis der Sehmachwttrdigkeit dieser Schändungen in die breiten Massen wie in die maßgeblichen, führenden Kreise eingedrungen sein und dahin (Ohren, dafi dieser Schande unterer Tage mit energischen Maßnahmen begegnet wird-.'! Die jüdische (iemeinde in Lodl, Der Gedanke, das Interesse der Gemeindemitglieder an ihrer Jüdischen Gemeinde durch periodische Zeitachritten, Gemeindebtttter u. dgl. au verstärken, hat nicht nur in Deutachland, sondern auch in anderen Ländern Wurzel getaflt. So gibt auch die Gemeinde in Lodz eine Zeitschrift „Chronik" heraus, die die Verbindung zwischen Gemeindeverwaltang und Gemeindemitgliedern zu testigen und für wichtige gemeindepolitische Aeufierungen der Gemeindeverwaltang als Sprachrohr zu dienen bestimmt ist. lieber den Rahmen der Gemeinde hinaus ist die Zeilschrift auch für unsere Gemeinden von Interesse, weil sie Einblicke in die dortige Gemeindeentwicklung gewährt, — Die letaterschienene (August-1 Nummer der Zeitschrift veröffentlicht, vielfach durch Bildbeigaben unterstützt, in I! Sprachen — jiddisch, hebräisch und polnisch — u. a. Aufsätze Uber «las Säuglingsheim, über die Entwicklung der Gemeinde im letzten Jahre. Das Säuglingsheim beherberg! zur Zeit über '10 Kinder, ist aber neuerdings durch Erweiterung auf die Aufnahme von <H) Kindern eingerichtet. Hesonders interessant ist, was der Präses der Gemeinde, .1. L. Minzherg. über die Entwicklung der Gemeinde in einer Rede vor dem Gemeinderai ausgeführt hat. Ks ist bemerkenswert, daß etwa 50",', eines über eine Million betragenden Haushalts für soziale Aufgaben verwendet werden. Nicht ohne Stolz vergleicht Minzberg diese Leistung mit dem In Rerlin für Wnhlfahrtszwerke vorgesehenen Teil des Haushalts, der nur 38°!, des gesamten Haushalts ausmache. Mit nicht geringerer Genugtuung betont er die Modernisierung der Gemeindeverwaltang, die ein außerordentliches Maß von Vorgängen erledig!. So wurden beispielsweise 1920: 2224 Vorgänge im allgemeinen Tagebuch, 1712 bei der sozialen Hilfe und 10532 Rekurse erledigt. — Charakteristisch für die besonderen Erfordernisse einer solchen Gemeindeverwaltung ist die Auseinandersetzung, mit der der Gemeindesekretär, P. Nadel, auf die Wichtigkeit der Eintragungen in die Personenstandsregister (Matrikel) hinweist. Als den vielleicht krassesten Kall erwähnt er. daß eines Tages Großmutter. Muller und Tochter in der Kanzlei erschienen, um ihre nachträgliche Eintragung in das Geburtsregister sn bewerkstelligen! in einer Erbschaftoangelegenheil benötigten sie der Dokumente. - Sehr interessant ist auch ein Ueberblick, der die Krage des Kruw an Hand der verschiedenen Verordnungen der früheren und jetzigen Landesbehörden entwickelt. Schon 1835 hat eine Verordnung der Regierungskonunission für die Kullusangelegenheiten die Frage befriedigend geregelt. — Der Haushalt fflr das Jahr 1930 schließt mit einem Gesamtbeträge von 1 332 274 Zlolv .il>. wovon 317 500 Zlotv für offene soziale Hilfe. OB584 Zloty für das Hospital für Geisleskranke. 89 000 Zloty für Kinderhilfe voraussaht waren. — Eine Gemeindechronik, in der über die bedeutsamsten Vorsinge in der Gemeinde berichtet wird, zeigt die Vielgestaltigkeil des Gemeindelebens. Die Lesende von der jüdischen Presscherrsrhaft. Auf Grund der Matiatischen Angaben des soeben von Prof. Dr. K Dovifat im Verlan f'arl Dunker herausgegebenen ..Handbuchs der Weltpresse" stellt Hans Oppenheimer in Nr. 15 der Zeitschrift dos Reichsbundes jüdi- TMtiiM Oktimgeß/i (^^^/km) Der Schlüssel zum Glück ist die ^Itl/v* 200- Jubiläums-Lotterie vj Ziehung 1. Klass« v. 16.-1». Nov. 1»31 Nur 160 000 Lose, aber 71000 Gewinne und 11 Prämien! Hauptgewinn im günstigsten Falle: *¥SOOOOrm spez. 500000RM 25© ©O© .. 200000 „ 150000 lOOOOO und die beliebten zahlreichen Mittelgewir.ne Lospreise für jode Klasse Vi Vi Vi Amtl. Plane gratis. RM 5.- RM 10.- RM 25.- RM 50.- Originallose in allen Abschnitten empfiehlt und versendet Felix Fließ, Leipzig, Pfaffendorfer Str.7 Sachs. Staatslotterie-Einnahme. Gegr. 1882. Postscheck-Konto Leipzig 53790 scher Frontsoldaten ..Der Schild" eine Untersuchung über den Einfluß der .luden auf das deutsche Pressewesen an. der von antisemitischer Seite immer wieder als übermächtig dargestellt wird. Vergleiche seigen, dafi die Zahl der deutschen Tageaseitungen sich von 1027 bis 1980 um 112 auf 8858 vermehrt hat. Der Prozentsatz der rechtsgerichteten Zeitungen von den Nationalsozialisten bis zum Zentrum ist mit 88,4% aller Zeitungen der gleiche geblieben. Dagegen ist die liberal-sozialistische Presse um 2,8% auf 8,5% gesunken. Die parteilose und die (ieneralanzeiger-Presse ist um 2,2% auf 55,3% gestiegen. Die Bogenannte „Linkspresse" einschließlich der kommunistischen stellt nach wie vor nur den zehnten Teil der deutschen Presse dar, die sogenannte ...ludenpresse" noch nicht einmal den 20. Teil. Von den 85 grüßten deutschen Zeitungen werden noch nicht zehn von jüdischen Chefredakteuren geleitet Da aber gerade die Provinsblltter, die Generalanzeigerpresse und die neutrale Presse noch viel weniger als die große Presse unter ..jüdischem Einfluß" stehen, so dürfle dort der jüdische Anteil kaum den bevölkerungsmäfiigen Anteil von 1% übersteigen. Von einein Vorherrschen der ..jüdischen" Presse kann also in keinem Falle die Rede sein, auch nicht, wenn man auf die deutschen Zeitungskonzerne näher einginge, von denen nach wie vor der Huirenberg-Konzern an der Spitze steht. Unsere Gemeinde rhaiiiikn-Ritfe des Israelitischen Wohltätigkeitsvercin>. Um die alljährlich beim Israelitischen Wohllätigkeilsvercin durchgeführte Chanuka-BeSchenkung in diesem Jahre, in dem die Nol ins Ungemessene gesteigert ist. den Zeilverhällnissen entsprechend gestalten zu können, wendet sich das vorbereitende Komitee an die Freunde und GSnner des Vereins. Wir unterstreichen die 0han uka-Bi 11 e an dieser Stelle und empfehlen sie aufs wärmste der Beachtung aller derer, an die sie gerichtet ist: Ckaaaka-Bitte! Allgemeine Not! Diese schwere Zeit! Nut! Xot! so hören wir dauernd Worte an unser Ohr klingen. Man traut sich kaum noch mit Kitten um Spenden an diejenigen heranzutreten, die noch einigermaßen gehen können und dennoch müssen wir es tun. Wir müssen an unsere Mitglieder. Freunde und Wohltäter — die einigermaßen — trotz eigener Kiiisrhräukung auch nur etwas entbehren können — herantreten und um ihre gütige Hilfe für die Aermsten der Armen bitten. (■erade hei uns klopfen diejenigen an die Tür. die aus Verzweiflung nicht mehr wissen, was sie tun sollen. Wir müssen ihnen helfen! Wir müssen ihren Hunger stillen! Wir müssen für warme Kleidung sorgen! Wir müssen ihre Kinder in unserem Kinderhort betreuen! Unsere Speiseanstalt, unser Altersheim und unser Kinderhort können ihre Aufgabe nur dann erfüllen, wenn ein Jeder bestrebt ist. uns hei diesem unserem Liebeswerk zu helfen, und wenn die (iahe norh so bescheiden ist. Speziell zu (Tiuntika hoffen alle Bedürftigen auf eine I'nterstutzung. An unsere Mitglieder richten wir norh die ganz besondere Bitte.

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