Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 42 (16.10.1931)
- Date
- 1931-10-16
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 QEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEM RELIGIONSQEMEINDK ZU LEIPZIG Nummer 4L' Centraiverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Ortsgruppe Leipzig Mit JÜC gliederversammli Dianstag 20. Oktober 1931 20 Uhr mg lim Herr Stadtrat Prof. Dr. Riemann, Leipzig spricht zu dem Thema: „Nationalsozialismus und Schule" im Saale des tischen Jugendhc Leipzig C 1, Elsterstraße 7 Da der Referent in seinen Ausführungen die schweren und aktuellen Probleme der jetzigen Zeit eingehend behandein wird, hoffen wir, alle unsere Mitglieder und Freunde, besonders die Eltern der schulpflichtigen Kinder, zu diesem interessanten Vortrag begrüßen zu dürfen. I. A.: Julius Krause, Vorsitzender. Lebensart hat er manchen Kampf um sein Judentum ausgetragen, namentlich zur Zeit der Btöcker, Ahlwardt und anderer Väter der Nasis. Aber auch hierein Positiver: wo Not am Mann, wo produktive Hilfe lockt, ist er dabei, beim Aufbau Palästina», im Polen der Kriegsaelt und neuerdings bei der ersten jüdischen Siedlung in Deutschland, Die Laufbahn: Ursprünglich Arst (vielseitige Praxis: Militär, ['nsensche Landheairke, Proletarierviertel im Norden Berlins), wird er freier Schriftsteller. Dann: Studium der soaialen Präge, der Nationalökonomie, der Volkskunde, der Geschichte; erat mit 45 Jahren Privatdosent, mit 1111 rast Ordinarius, nun aber: einer der erfolgreichsten Dozenten an den Universitäten Berlin und Prankfurt. Die Leistung: Bin «weiter Lassalle, hat er durch wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Versuche einer besseren Gesellschaftsordnung die Wege geebnet. Seine Siedlungsgenosaenachaften haben .Iii- Lösbarkeit der sozialen Präge jetzt und in unseren Tauen erwiesen. Die Lehren aber, in dem imposanten System der „Sosiologie" susaramengefaßt iiml von Hunderten von Schülern wcltergetragen, werden Kranz Oppenheimers Namen dem Gedächtnis einer dankbaren Nachwelt Ober Generationen hinaus erhalten, I1.1v soeben von der Gesellschaft zur Krfiirsrhiing jüdischer Kunsldciikiniiler, Prankfurt a, M.< Pahrgaaae 14fi für ihre Mitglieder herausgegebene Notiablatl enthält die mit zahlreichen Illustrationen versehene Portsetaung des Katalogen der Bestände im v. I( othschild- M 11 sc 11 ni. Prankfurt a, M. Die drei Hauptgruppen, die Historisches. Biographisches und Ritualien umfassen, sind durch verschiedene Vorseichen in Unterabteilungen aufgelöst, die ohne Schwierigkeiten die Binreihung der Neueingänge an der zeitlich oder sachlich gebotenen Stelle durch Portsetaung der Zahlen- oder Buchatabenreihe ermöglichen. Außer den Abbildungen, die insbesondere bei den Manuskripten nur Teilansichten geben können, verdient auch die eingehende Beschreibung der nichtabgebildeten Gegenstände Beachtung, weil sich daraus mehrfach die künstlerische wie auch volkskundliche Bedeutung der Sammlung ermessen lädt. Unsere Jugend Soziale Arbeit der Jugend. Das Wintcrprngraniin des jüdischen Jligcnilringes zu Leipzig mit dem Gebiete der sozialen Hilfe. Ks wild allgemein erwartet, dal! der kommende Winter eine grolle Notzeit mitaichhringen wird. In dieaer Notzeit den Menschen, die unter ihr leiden, zu helfen, muH unbedingte und edelste Pflicht eines jeden sein, der in der Lage ist. seine kleine Eingelkraft zur Linderung dieaer Notstände einzusetzen. Von dieser Tatsache ausgehend und in der Erkenntnis, dafl es ein Teil der Braiehung jugendlicher Menschen sein muU. diesen nicht nur Pltlig keiten, Wissen und Kenntnisse zu vermitteln, sondern auch in ethischer Besiehung das rein Menschliche und Seelische und ihre Moral zu bilden, hat der Leipziger Jugendring In einer seiner lotsten Besprechungen beschlossen, im kommenden Winter in verstärktem MsBe praktische sociale Hilfe ZU leisten. Die Aufgaben des Leipalger jüdischen Jugendringes, die jüdischen .In gendbflnde und -verbände durch Zusammenschlufl in eine Geaamtorganlsation einander näher zu bringen, und vor allein die der Errichtung eines eigenen Heimes für die Leipalger jüdische Jugend, sind erfüllt worden. Der Jugendring will nunmehr zum wesentlichsten Inhalt seiner Arbeil das Bemühen erheben, sich an der sozialen Arbeit, an der Linderung der Not bei vielen Pamilien, deren Kindern, und bei Jugendlichen Oberhaupt, auch von der .lugend her zu beteiligen, sowie ferner dieser .lugend die hiermit susammenhängenden Ideen und sosiah n Probleme Biberaubringen. Wir glauben schon mit dem Teil an Hilfe, den wir zu leisten in der Lage sind, und dadurch, dal! wir unseren Jugendlieben diese Ideen näherbringen und hierdurch gleichsam ihr Denken zu einem gewissen Teil ein soziales werden lassen, das allgemeine soziale Hilfswerk zu unter stützen. Ks steht nicht in unserer Absicht, die Jugendlichen über dei Arbeil und dem Denken für andere sieb selbst vergessen zu lassen sondern die Braiehung, Heranbildung und das Jugendleben sollen nach wie vor im Mittelpunkt unserer Arbeil stehen. Bin Kreis au solcher Sozialarbeit besonders interessierter Menschen de- Jllgcndringes hat sich nun mit den Möglichkeiten, die sich praktisch fül eine sofortige Sozialarbeit des Jugendringes ergehen, beschäftigt. Dl< vorläufigen Resultate dieser Besprechungen haben in folgenden prak tischen Maßnahmen Ihre Niederschläge gefunden: 1. Der Jugendring veranstaltet eine allgemeine Kleide ras mmlung, Alk Mitglieder des Jugendringes werden bei ihren Verwandten und Bekannteil alte abgelegte Kleidungsstücke. Anzüge. Mäntel. Schuhe. Hüte, eventuell Wäschestücke USW. sammeln. Wir bitten deshalb alle Pamilien, die in der Lage sind, uns Kleldungx stücke zur Verfügung zu stellen, mit ihrer Bereitwilligkeil hierzu unser. Jugendlichen freundlichst gut unterstützen zu wollen, wir machon dar auf aufmerksam. daU wir mit den ebenfalls Kleidersammlungen betrei benden anderen Hilfsorganisationen Hand in Hand arbeiten, und di< Verteilung der Kleidungsstücke mit Hilfe der Pürsorgesbteilung dei Gemeinde 11ml zusammen mit den anderen Hilfsorganisationen erfolget wird. Di,. Mädchen des Jugendringes sollen in einer Nähstube die eventuel not wendigen Reparaturen au all diesen gesammelten Kleidungsuml Wäschestiicken vornehmen. 2, Alle Schüler werden alte Schulbücher und sonstige Schulmaterlaliet sammeln, um sie eleu armen Schülern geben zu können, die nicht in de Lage sind, sieb diese für den Schuldet rieb unbedingt notwendigen Mate rialien ansuschaffen. :'■. l-'ür einen kleinen Teil sehr bedürftiger Kinder, welche die jüdisch. Schule in der Gustav-Adolf-Str, besuchen, werden wir eine aus Jugend ringmitteln bestrittene Schulspeisung veranstalten. I. Alle Jugendlichen werden versuchen, auch Lebensmittel zu siimmeh Kino allgemeine Lebensmlttelsammlung ist in Aussiebt genommen, sbc Vorläufig noch nicht angesetzt. Ks wird vor allem nu KoloniaIw'S rot gedacht, die hier gesammelt werden sollen. Gruppen des Jugendrlngi werden öfters, anstatt auf den (fahrten absi kochen, die hierzu benötigten Nahrungsmittel zur Verabreichung eile Mahlzeit an bedürftige Kinder verwenden. Alle Kinder werden ihre Bitern fragen, idi sie zu gewissen regelmlBIgi /.eilen einmal ein bedürftiges Kind mit zum Bsaen nach Hause bringt dürfen. Wir bitten alle Bitern, die hierzu in der Lage sind, dies, Wunsch ihren Kindern zu erfüllen. 5. Da viele Kinder, deren Bitern vielleicht durch ihre Arbeit verbind, sind, kein richtiges Zuhause haben, oder kein ruhiges warmes Zillltli zur Schularbeit haben, oder keinen Raum, wo sie sich in der kalt Winterszeit gut des Nachmittags aufhalten können, haben wir ein großen Raum in unserem Jugendheim für solche Kinder au vier Na< mittagen jeder Woche zur Verfügung gestellt. Die Kinder sollen Ii im warmen Zimmer in Ruhe und unter Leitung Schularbeiten macl können und durch Spiele mit Jugendlichen ihre Nachmittage sinnt verbringen. Die Nachmittage werden von geprüften Lehrkräften geleitet und ■ gen.Hiebe werden Ix-i den Schularbeiten und den Spielen der Kin< mithelfen. Außerdem sollen diese bedürftigen Kinder ein Vesper erhalten. B. Selbstverständlich wird der Jugendring die soziale Arbeit, die er liis> I schon ausführte, auch weiter ausführen Hierunter geboren die Behl aufstellten Ober kriminell gefährdete Jugendliche, Pürsorgeberichte Anfordern der Zentrale für Jugendfürsorge oder des .städtischen Jugc .•Miltes über Jugendliche, die mit dem Strafgesetz in Konflikt ger.i sind. Dies wird nur von Aelteren individuell ausgeführt. Außerdem 'Ol der Jugendring auch die Helmabhaltungen im ..Kinderheim" (P01 towaklstraße) und im „Kinderhort" (Nordstraße) fort. BiOX-ULTRA-ZAHNPASTA f.tl <ti>- rifittiyv, sir murfK ttpWlf Mefiojfflfi WPiß UM" si-itup MutHlyrrutti. spritzt > M horitkansewriert. *mhrr $p mtmrr. Mtu Elb, AMi. Ott