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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-09-04 · 36 (4.9.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
36 (4.9.1931)
Date
1931-09-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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5.«. 3t (Bcmcinö .Matt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEIN DE- ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! VJl ON o a\ CO c a> 3 a> »-*• c* <J ar CD o T <3 co CD ts er ca p: c* <-r> n 10 er o »■*• er ►—■ M» o er sr * Da» Gemelndeblatt erscheint |edrn Freitag und wird den Mitgliedern der Kellgtonigemetnde unentgeltlich durch die Post nigestellt - Schrlftleltung: Gemelnderabblner Gustav Cohn, Leipzig, LOhratrafie 10 NUMMER 10 / JAHRGANG 7 FREITAG 4» SEPTEMBER 1911 Anzeigen Verwaltung und Druck: Buchdrudtercl August Pries, Leipzig, BrOderatr. SS - Fernruf 700 06 — Postscheck Leipzig 539 20 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Auslegung der Wählerliste. Gegen Ende dieses Jahres ist die Wahl von 11 Gemeindevertretern vorzunehmen. Der Tag der Wahl sowie alles Nähere wird noch bekanntgegeben. Die Wählerliste liegt vom 7. bis 23. September 1931, werktäglich von 9—4 Uhr im Gemeindeamt, Löhrstraße 101 zur Einsicht für die Wahlberechtigten aus; am 12. und 13. September ist das Gemeindeamt wegen des Neujahrsfestes geschlossen, am Sonntag, dem 20. September, ist es zur Einsichtnahme in die Wählerliste von 10— 1 Uhr geöffnet. Innerhalb der Auslegungsfrist kann gegen die Aufnahme oder Wcglassung eines Namens schriftlich Einspruch bei dem unterzeichneten Vorstand erhoben werden. Wahlberechtigt sind alle im Gemeindebezirke wohnenden männlichen und weiblichen Gemeindemitglieder, die bis zum Wahltage das 20. Lebensjahr vollendet haben und in der Wählerliste aufgeführt sind. Leipzig, den 31. August 1931. Der Vorstand. Wo wohnten die ersten ansässigen Leipziger Juden? Vim Arno K 11 p p , Leipzig i Nachdruck »erboten! I A... 15. Dezember des Jahres 1882 machte der Leipsiger Hat den in der Stadt ansässigen .luden, — es waren damals deren 20 — eine Verordnung der Landesdirektion bekannt, wonach es keinem llandelsjuden dir die Folge mehr tiestattet werden könne, n der Bergstadt Freiberg oder in den umliegenden Ortschaften Wohinng zu nehmen oder daselbst zur Herberge zu bleiben; sondern eder in die Silberstadl komi.....ide Jude müsse in einem Gasthofe ibsteigeu, welcher innerhalli der Ringmauern gelegen sei. Diese entwürdigende Bekanntmachung lieti der Leipsiger Rat llen in der Stadt ansässigen .luden ins Haus trauen. Auf diese Weise erfahren wir, daU von den 26 ansässigen Judenfamilien damals I) Familien auf dem Brühl. Familien in der KatharincustraUe, Familien auf der KcichsstraUe, '- Familien auf der l'laueiischen Strafte,! Familien in der Hilters! raMe und je i Familie im Preuße rgtfiehen, auf dem Place de Repos (1). In der Nicolaistralie, Magailngasso und Quergasse * ohnung gefunden hatten (2). Von den 26 jüdischen Wofanungsi hubern weigerten sich zehn, dieses entwürdigende Mandat zu unter* I lehnen; Sieben setzten ihren Namen darunter, fünf waren verreist i: ld sechs nicht ausfindig zu machen. Der B r ü Ii I beherbergte also auch damals schon die meisten Juden. Viele nach Leipzig auf die Messe fahrende jüdische Kaufleute nahmen hier Wohnung. So sagt z. It. zur Ostermesse des Jahres 1774 der Jude Isaak Meyer von Halherstadt vor dem Leipziger Rate aus, daU er bereits seit 26 Jahren regelmäUig als Koch auf der Messe sei. und seit dem Jahre 1738 auf dem Krühle Nr. 34 Wohnung nähme. Kr zahle regelmäUig für jede der drei Messen 2 Taler für die Erlaubnis, hier eine JudenkUche einrichten zu dürfen. Als er im Jahre 17S1 starb, erteilte der Hut dessen Sohne David Isaak Meyer besondere Konzession, die dieser ebenfalls mit 2 Talern pro Messe bezahlen muUte. Kr besuchte die Messen regelmäUig, und zwar bis Ostern 17113. Nach seinem Tode erhielten M ine V Itwe und sein Sohn Simon Isaak Meyer die Konzession, wiche sie mich zur Neujahrsmesse 1813 im selben Hause ausübten. Das Haus Brühl Nr. 34. zum roten Löwen genannt, war im 10. Jahrhundert im Besitze des Kiaiiiermeisters .loh. Friedr. Senkeisen und seiner Erben; 1747 erwarb es der Kaufmann und Fuhrhalter Johann Gottfried Troitzsch. dessen Erben es bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts in Besitz hatten. Im Oktober 1S(I7 eröffneten in diesem Hause Adolph Schlesinger aus Frankfurt und Jacob Kaskel aus Dresden unter der Firma A. Schlesinger & J. Kaskel eine „Wechsel- und Kommissionshandlung" (8), die sich sehr bald eines bedeutenden Hufes erfreuen konnte. Am 20. Januar 1821) starb hier der Schutzjude und Kaufmann Julius Simon (4) im Alter von 86 Jahren. Kr hatte bereits wenig-' Wochen vorher, am 21. November 1828. folgendes Testament gemacht:

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