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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-08-28 · 35 (28.8.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
35 (28.8.1931)
Date
1931-08-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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28. August 1031 UEME1NDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSQEMEINDE ZU LEIPZIG Seite 3 halb der Partei besten Klan« hat". - Die Stadt Frankfurt hat Krau Henriette Fürth, der verdienten Soslalpolitlkerin und Gründerin der Jüdischen Weiblichen Fürsorge in Frankfurt a. M.t anläßlich ihres 70. Geburtstages in dankbarer Anerkennung ihrer sozialen Leistungen die Graumannsche Ehrenplakette überreicht. Sächsische Gemeinden Plauen i. V. Gemeinderatssltsung v o m 20. August 1881. Unser allverehrter Vorsitzender Herr Hechtsanwalt Dr. Goldberg feierte am 1. d. M. seinen 50. Geburtstag. Daher nahm in der Sitzung des (ieineinderats der 2. Vorsitzende Herr [. Goldmann das Wort, um auch von dieser Stelle au§ nochmals dem Jubilar zu gratulieren und ihn seinen Verdiensten gemäß zu feiern. Als äußeres Zeichen der Dankbarkeit ist ein „Dr. Goldberg-Fonds" unter den Mitgliedern der Gemeinde und den sonstigen Freunden des Herrn Dr. (ioldberg gesammelt worden, der die stattliche Höhe von mehreren tausend Mark erreichte. Hierauf dankte der Gefeierte, sichtlich bewegt, für die reichen ihm erwiesenen Ehrungen und versprach seine Dienste wie bisher immer in den Dienst der Oeffentlichkeit zu stellen. Die ihm Uberreichte Spende glaubt der Jubilar nicht besser verwenden zu können, als sie dem HaUlbautondl der Synagoge zur Verfügung zu stellen. .Sein Dank galt nicht nur den Spendern, nicht nur den Organisationen, in denen er seihst tätig ist, sondern vor allem auch den Vereinen, die weltanschaulich auf ganz anderem Hoden als der Jubilar stehen, und die in ihren Wünschen die strenge Wahrung der Neutralität und das Interesse, das der Jubilar auch ihnen entgegenbringt, zum Ausdruck gebracht haben. Sodann gedenkt der Vorsitzende des Todes unseres Stadtoberhauptes, des Herrn Oberbürgermeister Lehmann, und des Todes des Stadtverordnetenvorstehers Dr. Otto. In beiden Personen habe die Stadt viel verloren und auch unsere Gemeinde stehe trauernd an der Bahre dieser streng rechtlichen und gerecht gesinnten Männer. Die Versammlung erhob sich zu deren Ehren von ihren Plätzen. Das Gleiche geschah nach einem weiteren Nachruf für den Veratorbenen Kxpräsidenten der laugen-Fuchs-Loge, Georg Türk. — Der Hamburger Tempelverband hat die Gemeinde zur Einweihung seines neuen Gotteshauses eingeladen. Eine Kommission Hamburger Herren hatte im vorigen Sommer unser (iotteshaus besichtigt und sicher für den eignen Neubau wertvolle Anregungen von uns mitgenommen. Aus dem Verlauf der Sitzung ist weiter der Bericht des Predigers über den Religionsschulbetrieb erwähnenswert, im ganzen werden 07 Kinder in Plauen selbst unterrichtet, wozu noch einige Unterrichtsstunden in den Kleinstädten der Umgebung kommen. Ks ist beabsichtigt, auch Jugendgottesdienste wieder einzuführen, wie es vor dem Kriege schon der Fall war. Beim Bericht des Schächtausschusses wurde bekannt, daß die Nationalsozialisten, weil ihr Antrag auf Erlaß eines Schächtverbotes im Stadtpnrlament abgelehnt worden ist, einen Antrag einbrachten, wonach die Kosten für las Schächten im Städt. Schlachthof um etwa 500",, erhöht werden sollen, während die sonstigen Schlachthof kosten um 2.V„ gesenkt worden sind. Dieser Antrag unterliegt gegenwärtig noch dem Gutachten eines Ausschusses. Als Zeichen der Zeit muß in diesem Jahr der seit 80 Jahren geübte Brauch, zum Neujahrsfest eigne Kalender auszugeben, wegallen. Ks ist geplant, sich dem Leipziger Kalender anzuschließen. Hei dem Kapitel der W a n d e r a r m e n f ü r s o r g e wird mitgeteilt, laß in erheblicher Anzahl sich jetzt auch deutsche Juden dort mallen, während bisher diese Stelle nur von Ausländern frequentiert vurde. Der Vorsitzende weist dabei nochmals darauf hin. daß er niemals bettelnde Wanderer zu Gemeindemitglicdern schicke, und bittet i jedem Kall, in dem sich solche Leute auf ihn berufen, ihn sofort i Kenntnis zu setzen oder die Polizei 7.11 informieren. Deutsche Juden illte man überhaupt nicht aus der Wanderarmenkasse unterstützen. 1 dazu die öffentliche Wohlfabrtsstelle da sei. die aus Steuermitteln Her Deutschen unterhalten würde, und die daher auch an alle heirftigen durchreisenden Deutschen Unterstützungen zu geben habe. Nach einigen kleineren anderen Interpellationen schloß der Vortxende die Versammlung um 11 Uhr. Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Religionsgcmeinde iu Leipzig Ausgabe der Eintrittskarten zum Zweiggnttesdienst im Städt. Kaufhaus. Die Vermietung der Plätze zum Zweiggottesdienst für Neujahr und Versöhnungstag im Konzertsaal des Städtischen Kaufhauses erfolgt von Montag, dem 17. August 1931, ah werktäglich von 0—13 Uhr im Gemeindeamt, Löhrstraße 10 I. Preise der Plätze 3—10 Mark. Leipzig, den 10. August 1031. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. .Iiigciidgoltesilienst. Seit einigen Jahren ist die Einrichtung getroffen worden, daß an den hohen Feiertagen für Kinder unter 14 Jahren Jugendgottesdiensle stattlinden. Diese werden in diesem Jahre im K ü n s t 1 e r h a u s e veranstaltet und an den Vorabenden des Neujahrsfestes und des Versöhnungstages sowie an den Festen selber abgehalten. Der Gottesdienst ist dem kindlichen Verständnis angepaßt, insbesondere wird in den Predigten der Gesichtskreis des Kindes berücksichtigt. Wir brauchen die Kitern kaum darauf aufmerksam zu machen, daß durch einen solchen Gottesdienst den Kindern eine wirkliche Erhebung zuteil wird, und daß eine nachhaltige Wirkung bleibt, und wir bitten daher alle Kitern liberaler Richtung, ihre Kinder diesem Gottesdienste zuzuführen. Der Eintritt ist ohne Eintrittskarten für alle Kinder frei. Nach dem Urteil aller derer, welche in den vergangenen Jahren diesen Gottesdienst zu besuchen Gelegenheit hatten, ist er geeignet, im besten Sinne jüdisch-religiös auf das heranwachsende Geschlecht zu wirken. Kr ist von einer großen Anzahl von Kindern besucht worden, und es ist zu hoffen, daß er zu einer dauernden Einrichtung und zu einem Quell des Segens für die jüdische Jugend wird. Gemäfl den Erfahrungen, welche in den vergangenen Jahren gemacht worden sind, wird er in abgekürzter Komi abgehalten. Leipzig, den 20. August 1031. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Anmeldung von Kindern zum Religionsunterricht in den Schulen. Da demnächst die Anmeldung von Kindern zum Schulunterricht zu erfolgen hat. so machen wir schon heute auf nachstehendes aufmerksam. Nach dem Gesetz ist bei der Anmeldung von Kindern den Schulleitern eine Krklärung darüber abzugeben, daß die Kinder am Religionsunterricht teilnehmen sollen. Auf diese Bestimmung seien alle jüdischen Kitern und Ersieher, welche wollen, daß ihre Kinder am israelitischen Religionsunterricht teilnehmen, nachdrücklichst hingewiesen. Ks empfiehlt sich, diese Krklärung schriftlich in folgender Form zu bewirken: An die Schulleitung der........schule. Ich erkläri'. daß mein Kind.........Schüler der . . . Klasse. au dem israelitischen Religionsunterricht im Sinne der Reichsverfassimg teilnehmen soll. Name ............ Stand ............ Adresse............ Datum......... Vordrucke zu dieser Anmeldung stehen auf dem Gemeindeamt kostenlos zur Verfügung Leipzig, den 14. Augus! 1031. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu .eipzig. mdshsafcsalrmstisa Die Vorbereitungskurse für die M ä d c h enkonfir m ■ t i o n beginnen im Oktober. Vorbereitung und Konfirmation sind unentgeltlich. Zur Teilnahme berechtigt sind alle Mädchen, die am 1. April DHikt an 11t Annen! Vergeßt nicht für die Krisenhilfe einen monatlichen Beitrag zu zeichnen. Einzahlung auf das Konto Krisenhilfe beim Bankhaus Kroch erb.

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