Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 32 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE Zü LEIPZIG Nummer 32 Genoesense ha ftsverbandet für Kredit-Genossenschaften vorgesehen ist und auefa von «Ich bereit! bestehenden Genossenschaftsbanken in Berlin und anderen Städten Deutschlands benutzt wird. Der Name der Bank lautet: Volksbank Iwrla e.G. m.b.H., Chemnlti. Der Gesehlltaanteil eines jeden Genossen wurde mit 300 RM und «Iiis Eintrittsgeld mit 10 um festgesetzt. In den Autsiobtsrat sind folgende Herren gewählt: Herr Jakob Mirskl in Firma „Unltas", Strumpffabriken, als Vorsitzender: Herr Isomer Schwebe] in Firma Schwebel & Co., als stellvertretender Vorsitsender; Herr Max Baumohl In gleichnamiger Firma; Herr Joseph Salem in Finna Garasl Freren; Herr Direktor Konstantin Apter in Firma Bräunsdorfer, Strumpffabrik, A.-G.; Herr Dr. med. Paul Hölzer. Facharzt für innere Krankheiten, Zum Vorstand wurde Herr Rudolf Weißkopl bestimmt. Die Leitung der Genossenschaft hat zunächst die Aufgabe, die Wirtschaftsvorgänge in Deutschland zu verfolgen und danach ihre Beschlüsse zu fassen, wann die Hank mit ihrer Tätigkeit an die Oeftentlichkell treten kann. Unsere Gemeinde Zur ReiK-liluiig! Betr. KiiiseiiduiiR von Zuschriften für (Ins (icincindchhitt. Herr liciucinilcriihhincr Cohn hat die Sehriftlcitiiniz des Genicinilchliiltcs wieder übernommen. Sämtliche für die Schritt Ich mu; liestimuilen Zu- ~c Ii ritten >ind voll hihi all wieder narh Löhrslraße 10 III zu richten. ..Schwerreiche Rabbiner lassen Ostjnden verhungern. Die jüdische Nächstenliebe im wahren Licht." Unter vorstehenden Uebenchritten hat der „Völkische Beobachter" vom Mittwoch, dem 20. Juli, das berüchtigte Flugblatt angekündigt, welches man in Leipzig verbreitet hat. Die Schlußfolgerungen aber des „Völkischen Beobachters" gehen indirekt dahin, datl die A u s I ä n d er a usg e w lese n w e r d e n in ü ssc n. Wenn man es den Urhebern des Flugblattes schon zutrauen kann, daß sie antisemitische Hetze gegen die Oesamtheil der Juden mit in Kauf genommen halten, dürfte die weitere wirkliche Folge ihres Vorgehens ihnen vielleicht nicht so angenehm sein. Wenn in der nächsten Zeit, was durchaus im Bereiche der Möglichkeit liegt, die Ausweisungen sich steigern, wissen die Betroffenen wenigstens, bei wem sie sich bedanken können. I'ersonal-Narlirirlit. 7o. Geburtstag, Zu einer Kundgebung aufrichtiger Verehrung gestaltete sich der 70. Geburtstag, den nni I. August Krau Hedwig Oppd in wunderbarer Rüstigkeit begehen durfte. Seit mehr als 29 Jahren stellt die Jubilarin im Ehrendienste der Chewra Kadischa und gehört seit der Begründung der Chewra Kadischa für Krauen deren Vorstande an. In uneigennützigster, aufopfernder Tätigkeil erfüllt Krau (Ippö den heiligen Dienst, dessen Ausübung nicht selten körperlich und seelisch die schwersten Anforderungen stellt. Die Unverdrossenhelt und Treue, womit sie den. Liebesdienst an den Toten versieht, hat sie zu einem leuchtenden Beispiel werden lassen. Dafür war die Feier ihres 70. Geburtstages lebendigster Ausdruck. Die Glückwünsche, die der Vorstand der Chewra Kadischa und zahlreiche Gratulanten der Jubilarin überbrachten, waren ihr Beweis für die dankbare Verehrung, mit der man zu ihr aufblickt. Audi an dieser Stelle sei dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß es Krau Oppd vergönnt sein möge, noch eine stattliche Zahl von Jahren in unverminderter ROstigkel sich der Verehrung der (ieiueinde und des Glückes ihrer Familie ZU erfreuen. Amtliche Bekanntmachungen der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig JüdNche Pflegestellen. Wir erfahren, daß mehrere jüdische Kinder in iiichtjüdischeii 1'flegesteUen untergebracht sind. Die Kinder sind dadurch dem jüdischen Einfluß entzogen und gehen somit fast ausnahmslos der jüdischen Gemeinschaft verloren. Fnsere Vorstellungen beim Jugendamt der Stadt Leipzig, einen Pflege Wechsel vornehmen ZU wollen, scheitern daran, daß keine Meldungen von jüdischen Familien vorliegen, die sich bereit erklärt hätten. Kinder in Pflege zu nehmen. Im Interesse dieser Kinder bitten wir dringlich um schriftlich'' Meldung von jüdischen Familien, die geneigt sind, jüdische Kinder bei sich aufzunehmen. Der Verpflegungssatz für ein Kind liegt zwischen 80 10 Mark monatlich. Die eingehenden Meldungen werden wir dann dem Jugendami der Stallt Leipzig weiterleiten. Ebenso wäre es sehr erwünscht, wenn wir Angaben über die in nichtjüdischen Pflegestellen untergebrachten Kinder erhalten, damit wir ihnen unsere Betreuung zuteil werden lassen können. V i) r s n r g e a b t e i 1 u n g der Israelitischen Religionsgemeinde tu Leipzig. Sprechstunde des Gcmeimlcriihbiiier Dr. (iolilmann. Während der Monate Juli und August ist Gemeinderabbiner Dr. Goldmann nur in der Lage, einmal in der Woche allgemeine Sprechstunde abzuhalten, und zwar am Freitag von 0—11«/, Uli r. Ln besonderen und dringenden Angelegenheiten kann eine andere Zeit telephonisch verabredet werden. Dna Israelitische Gemeindeamt Gcflügelschnrhten. Es besiebt begründeter Verdacht, daß zum Schächten bestimmtes Geflügel nicht rituell geschlachtet wird. Die Hausfrauen müssen deshalb darauf nebten, daß das Geflügel das Schäcbtsiegel der Gemeinde trägt. Nur in diesem Fall trägt das Itahhinat die Verantwortung für das Kaschms. Leipzig, den 16. Juli 1981. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Aus dem Gemeindeamt Porsonenstnndsnachriclitcn Geburten 21.Juli 1981 Max Moritz Pritsch und Anna Elisabeth geh. Dämmler, Laune Str. 16. eine Tochter „Betty Emma". 10. Juli 1981 Dr. med. Richard Schatzki und Mary Therese geh. Stern. Meusdorfer Str. einen Sohn. 16. Juli 1981 Chaim Mendel llolfner und Bertha geh. Sehächter, Springerstr. 18, eine Tochter. l!t. Juli 1981 Moritz Glaser und Jessy geh. Rosenthal, Bayrische Str. S7. eine Tochter „Louise Klara". 20. Juli 1981 Walter Moritz Zernik und Meta geb. Braun, Fiehtestr. 42, einen Sohn „Wolfgang Marcus". B a r in i z w a Sonnabend. 15. August 1981, Horst Kutner, Sohn des Herrn Israel Leihusch Kutner und Frau Sprints geb. Rotenstein, Schmidt Bühl-Str. 5 b, in der Gemeindesynagoge. T raun II g e u Sonntag, 28. Juli 1981, Fräulein Regina Fried mann, Nordstr. 55, im Herrn Simon Weber, Auenstr. 10. Sonntag, 9. August 1931, 12 Uhr mittags. Fräulein Meta Kuch, Sedat str. 5. mit Herrn Jakob Salomou Reich, Funkenburgstr. o. di r El Chaiin-Synagoge. Sonntag. 9. August 1981, 5 Uhr nachm.. Fräulein Frieda Feldman Brockhsusstr. 11, mit Herrn Jaak Fielst, Delitzscher Str. 25, i Hotel Sachsenhnf. T o d e s f ä 11 e 17. Juli 1981 Kind Helena Weinberg, (ierherstr. 40. 28.Juli 1981 Sarah Klausner, Chemnitz. 80.Juli 1981 Sarah Bngler, Färberstr. 12. Vereinsnachrichten Tifcrcs Barhurim: Unser bereits au dieser Steil,- angekOndis „Bllul-l'rogranim" besinnt s. G. w. am Bchabbos, den s. August, einer Hauer von Wochen. Wir bitten alle unsere Mitglieder 1 1 Gönner in dieser Esitspanne, mit RDckaicht auf Ihre Bedeutung ihren KiiiilnU »uf die Jumim-Noruim, siel, gana besonders aktiv an ansnachlieBsn und unsere Arbeit zu fördern. Für diese Zeit sind Bchiurim in Aussieht genommen, .'in denen jeder beteiligen kann. Denjenigen, die sieh sllabendlieh nicht freimai n können, wird Gelegenheil geboten, an Bchabboa einem Musaor-8el beizuwohnen. Gerade die jetsige krisenhafte Bell hat uns sehr viel Opfer ab lauift. Kiu Teil unserer .IiikcimI. die um Ii vor kurzem orthodox WSi Miellen heute sieh und die Welt suf ihre Ari su „verbessern", indem ihre bisherige Lebenssnschanung änderten und aufgaben, was iht bisher gelehrt wurde. Wir wollen nicht nur die uns nahestehende Jugi von solchen Wegen zurückhalten, sondern wir müssen auch die