Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 32 (7.8.1931)
- Date
- 1931-08-07
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4876568-5968779-5969263--4068-4878417- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ßemetoö eblott DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! Dat Gemeindeblatt erscheint |edcn Freitag und wird den Mitgliedern der Rellglonsgcinclnde unentgeltlich durch die Pott zugestellt - Schrlftleltung: Gemelnderabblner Gustav Cohn, Leipzig, LohrstraBe 10 NUMMER 12 / JAHRGANG 7 FREITAG 7» AUGUST 1011 Anzeigen Verwaltung und Druck: Budidrudcerel August Pries, Leipzig, BrQderstr. 59 - Fernruf 70008 - Postscheck Leipzig 53920 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassen gestattet 11 llllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll........IIIIIIIIIIIIIIIII..........................III............1..........min.....mimillllllllllllllllll.......III.....Illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllip Jadassohn-Gedenkfeier. Unter Bezugnahme auf den Aufruf in Nr. 30 des Gemeindeblattes geben wir hiermit das Programm für die Feier bekannt: 1. Gott sei uns gnädig...............Chor 2. Ansprache des Herrn Rabbiner Dr. Goldmann 3. El mole rachamim......Oberkantor Lampel 4. Ich hebe meine Augen auf...........Chor Die Feier findet am Donnerstag, den 13. August 1931, auf dem Friedhof Berliner Straße am Grabe des Komponisten statt. Anfang 11'/. Uhr Alle Gemeindemilglieder werden zu dieser Feier herzlichst eingeladen. Leipzig, den 4. August 1931. . .... Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. ms Salomon Jadassohn 1831—1931 Zum hundertsten Geburtstage (13. August) Dem hervorragenden Musiker Solomon Jadassohn bewahr! 1 ie Leipziger Gemeiiule noch heule, nahezu HO Jahre nach seinem Tode, eine lebendige, dankbare Erinnerung. Hat er sich doch um i ie Ausgestaltung des Gottesdienstes in der Gemeinde-Synagoge i ivergängliche Verdienste erworben. 1H6:> übernahm er die 1 ilung des Synagogen-Chors für die hohen Feiertage und grün- < le 1H66 den Chorverein „Psalterion'', dem sich bald die besten j tlischen Kreise anschlössen. Auch viele seiner Schüler gewann ' für den Verein, darunter manchen, dessen Name heute guten I ang hat. Aus dem „Psalterion" rekrutierten sich dann lange I hre hindurch der Synagogen-Chor, der allerdings nur an den Ii erlagen im Gottesdienste mitwirkte. Vornehmlich durch diese ti ne Tätigkeit wurden seine Tonschöpfungen auf dem Gebiet der l lagogalen Musik angeregt. Diese Psalmen, für .1 -Hstimmigen C.ior für Orgel und Orchester geschrieben, atmen verständlicheri< IM den Stil Mendelssohns, der ja im Jahre 1H43 das Konser- W nrium in Leipzig begründete, und dessen Geist tliese Bildungssl Ite noch beherrschte, als Jadassohn in ihr seine Ausbildung g' noß. Wenn heule Jadassohns vokalen Werke weniger zu Gehör gebracht werden, so liegt das daran, daß die heulige Zeit einen anderen Musikslil geschaßen hat. Daß in unserer Synagoge zu allen Zeilen des Jahres seine Werke erklingen, ist nicht nur ein Tribut unserer pietätvollen Dankbarkeit, sondern noch heule erbauen seine Psalmen die andächtigen Beter. So leiten wir unsere drei Feste jedes Mal mit dem von ihm bearbeiteten charakteristischen Festliede ein; der Neilah-Gesang ..Die Seele" hat sich seil vielen Jahren durch seine Innigkeit in den Herzen der Beter einen so festen Platz erworben, daß man ihn nicht mehr missen konnte, wie auch beispielsweise seine Motetten ..Gott sei uns gnädig". ..Ich hebe meine Augen auf" u.a. als Chöre vor der Predigt oft gesungen, immer wieder zur Andacht stimmen. Seine Verbundenheit mit der Leipziger Gemeinde-Synagoge begann mit deren Einweihung, für die er den Psalm 24 komponierte — die Teilnehmer an der 75-Jahrfeier der Synagoge haben die Wiedergabe der Komposition noch in lebendiger Erinnerung -; mehr als diei Julnzehne hindurch hat er mit seinem Synagogen-Chor den Gottesdienst verschönt: sein Name wird in unserer Gemeinde unvergessen bleiben!