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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-07-31 · 31 (31.7.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
31 (31.7.1931)
Date
1931-07-31
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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teeiui) Matt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZI/ LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! Das Gemelndcblatt erscheint Jeden Freitag und wird den Mitgliedern der Rellglonsgemelnde unentgeltlich durch die Pott zugestellt - Schriftleitung: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig, LöhrstraUe 10 NUMMER H / JAHR6AN45 7 FREITAC 11* JULI 1911 Anzeigen Verwaltung und Druck: Buchdruckcrrl August Pries. Leipzig, Brudcrstr. 59 - Fernruf 7000t - Postscheck Leipzig SSO 20 — Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Adolf Jellinek in Leipzig Aus der Feiler des Wiener Unbbiiiür I)r. M. Hosenm n n n ist soeben im Verlage von Josef Schlesinger, Wien I, Seitcnstiidtengasse 5 eine gnii!! ausgezeichnete liiographiu Adolf Jellinekl erschienen, auf welche an dieser Stelle noch später eiiiKegnngen wird. Wir drucken mit Krlaubnis lies Verfassers einen Abschnitt ab, welcher einen Teil der Tätigkeit Jellincks in Leipzig beschreibt, und möchten alle ücmcindcmitglicdcr auf diese interessante Veröffentlichung hingewiesen haben. Die Gemeinde Leipzig war seit dem Jahre 1848 durch die stattliche Anzahl der neueingebUrgerten Glaubensgenossen bedeutend erstarkt, durch die Opferwilligkeit ihrer Mitglieder mit manchen Einrichtungen für Kultus und Unterricht ausgestattet worden und durch Jellinek zu Ansehen gelangt. Nichtsdestoweniger scheinen viele Messebesucher ihr eigenes Hetlokal und ihren eigenen Gottesdienst für die hohen Feiertage nach wie vor angestrebt zu haben, wahrscheinlich wegen der Enge des Gemeindebethauses, noch eher;iber wegen des konservativen Charakters desselben. An den hohen Feiertagen des Jahres 1832 wurde nach wie vor ein eigener (retormierter) Gottesdienst auf Veranlassung eines Direktoriums abgehalten," und zwar unter Leitung des aus Dessau berufenen Predigen Dr. Gustav l'hilippson. Trotzdem machten sich schon damals Bemühungen geltend, alle l'arteirirhtungen in einem Gotteshaus? zu vereinigen. Merkwürdigerweise vermochte Jellinek, obschon seine Reden allgemeinen Heifall fanden, lange Zeit hindurch nicht die sammelnde Anziehungskraft auszuüben. Wahrscheinlich war es die ihn überschattende Persönlichkeit des Oberrabbineri Dr. Zacharias Prukel in Dresden, dem, wie erwähnt, auch die Gemeinde Leipzig subordiniert war, die Jellinek nicht ganz zur Geltung kommen Heß. ■ ii den synagogisch-rituellen Kragen, dem damaligen Schibolet der Parteien, war Jellinek an die Entscheidungen Frankels gebunden und liatte demgemifl zu wenig Bewegungsfreiheit, um irgend eine Riehung selbständig einschlagen zu können. Erst durch die mit Zuschrift vom 17. Dezember 185:» erfolgte Berufung Frankels zur Organisierung les neu zu gründenden „jüdisch-theologischen Seminars, Fränkelsche tiftung"" in Breslau, dessen erster Direktor er wurde, ist für eUinek eine gewisse Freiheit in seinem Wirkungskreise erwachsen, M Der Bericht hierüber befindet sich in der , 1852, S. .525, vom 10. Oktober und lautet „Allgemeinen /einig", 1852, S. 525, vom 1U. Oktober und lautet in extenso: ..Das istitut ist nicht mehr neu. nicht mehr einzigartig in seiner vrt. Es war als« natürlich, dati diese gottesdienstliche Veranstaltung "in Verfalle nahe war, wenn nicht tüchtige, tatkräftige Männer zum »irektorium gekommen wären. Die Herren Magnus Meyer und Holjuweiter Friedberg aus Berlin. Drucker aus Leipzig und Elkan aus Weimar gehen Hand in Hand bei diesem gottgefälligen Werk." M „Das jüdisch-theologische Seminar, Fränkel'sche Stiftung, am age seines 25jährigen Bestandes, den 10. August 1879", Breslau, S. 7 ff. die durch den Nachfolger Frankels. Oberrabbiner Dr. W. Landau, keineswegs mehr beengt wurde und von der Jellinek einen rechl starken Gebrauch machen sollte. Der Gedanke, ein reprisentahtes Gotteshaus in Leipzig zu begründen, welchem er schon früher mehrfach Ausdruck verliehen hatte, beseelte Jellinek in den nachfolgenden Jahren. Begünstigt wurde die Durchführung dieses Planes durch das si.'rke Anwachsen der jüdischen Bevölkerung in Leipzig, sowie nicht minder durch die Judenfreundliche Strömung, die im öffentlichen Leben Sachsens zum Vorschein kam. Jellinekl Ansehen erstarkte auch nach außen.** A m 7. S e p t e m b e r 1854 w u r d e d i e Grundsteinlegung'1" und ein Jahr später (10. S e p - t e in b e r 1855) d i e Ei n w e 1 h u ng der ich ö n e n S y n a g og e vom Oberrabbincr Dr. Landau und von Jellinek selber vorgenommen." Die Verdienste, die sich Jellinek um die Errichtung des Gotteshauses erworben hatte, wurden allgemein anerkannt. Als der sächsische König Johann während eines kurzen Aufenthaltes in Leipzig auch den aufgeführten Prachtbau in Augenschein nahm, in das Gotteshaus trat und dort von Jellinek mit einer kurzen Ansprache begrüßt wurde,*1 schien Jellinekl Position gewaltig gehoben und das von ihm geleitete Gotteshaus der Brennpunkt der ** lieber Jellincks Begegnung in Leipzig mit James von Rothschild und Albert Cohn in der ersten Hälfte September 1864 vgl. Reminiszenzen im Jahrbuch für Israeliten. Wien 1NI!5. S. 158. ** Der Bericht hierüber lautet in der ..Allgemeinen Zeitung'" (1854, S. 540): Am 7. September 1S54 wurde im Beisein königlicher, städtischer und geistlicher Behörden der Grundstein zu einer Synagoge der israelitischen Gemeinde gelegt. Es wird durch diesen Kau unstreitig einem längst tiefgefühlten Bedürfnis abgeholfen . . . Daher weiden nicht allein die hiesigen Juden, sondern auch die fremden es dem Herrn Dr. Jellinek, dem rastlos tätigen, allgemein beliebten Prediger der hiesigen Gemeinde, Dank wissen, duli er seiner Gemeinde unaufhörlich die Notwendigkeit einer eigenen Synagoge vor Augen führte. Die Feier der Grundsteinlegung war wirklich erhebend. Nach einer von Dr. Jellinek mit bekannter Beredsamkeit und hinreifiender Begeisterung gehaltenen inhaltsreichen Heile sprach zunächst Herr Architekt Siinonsen aus Dresden, der Verfertiger des Entwurfes und Leiter des Baues, einige Wortt . Sodann wurde von Herrn Regierungsrat Ackermann die Reihe der üblichen Hamraerachllge eröffnet. Hierauf wurde eine Urkunde über den Akt der Grundsteinlegung verlesen; der derzeitige Vorsteher der Gemeinde, Herr Eugen Marx, hielt eine kurze Ansprache an die Versammelten, die bezüglichen Schriftstücke und Denkmünzen wurden dein Grundstein übergeben, worauf Dr. Jellinek ein Schluliwort sprach . . ." 57 Aus diesem AulnU erschien eine Festschrift (4 FoUoseiten mit Illustrationen): Die Synagoge in Leipzig und ihre Einweihung am 10. September 1855. Leipzig, Verlag J, J. Welter. 58 Der Besuch des Königs Johann fand neun Tage nach der Ein weihung, d. i. am 19. September 1855, statt (Allgemeine Zeitung. 1855, S. 518).

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