Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 30 (24.7.1931)
- Date
- 1931-07-24
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 30 Revisionisten: Mimt Qronman (London), Jacob Holtmann (Riga)« Jacob Kaban (Waracbau), Jörn» Macbower (London), Israel Rosoff (Tel Aviv), .loü-r Scbecbtmann (Paris), Selig Soskin (Genf), Roberl Stricker (Wien), B. Weinstein (Tel Aviv). Mlsrachi: Rabbi Meir (Berlin-Jerusalem), Heschel Farbstein (Warschau), Dr. Simon Federbusch (Lemberg), Rabbi Wolf Gold (New York), EUmelech Nejfeld (Warschau), Dr. Markus Nurok (Hin«), Moses Schapira (Jerusalem). Radikale Zionlsten: Jitchak Grttnbaum (Warschau), Dr. Nahum Goldmann (Berlin). Vertreter des Wand Leuml (Mitglieder): Klijahu Berügne, D. Hon Burion; Stellvertreter: Josef Bants, Raw Ostrowsky. X'crtri'tor dos Jewish Colonial Trust: Dr. Berthold Peiwel {London). Vertreter des Koren Kajemeth Lejisrael: Salman Schocken (Berlin). Vertreter dos Koren Hajessod: Dr. Arthur Hantke. Die Mitglieder des Aktionskomitees mit Ausnahme der revisionistischen Vertreter bilden gemeinsam mit folgenden Delegierten die zionistische Hälfte dos Councils der Jewish Agency: Allgemeine Zionlsten: Isaac Allen (New York), Isehak Berger (Chlsinau), Sani Cohen (Luxemburg)« Halm Farchy (Sofia), Dr. Berthold Feiwel (London). I). Florentin (Saloniki), Nathan Gesang (Buenos Aires), Rev. J. K. Goldblooni (London), Dr. Oskar Grünbaum (Wien), Dr. Anselm Halpern (Stanislau), M. Iliudes (Warschau), Dr. lide Isznk (Budapest), Ing. Naftali Landau (Lemberg), Leon Levlte (Warschau), Richter Julian W. Mack (New York), Lazar Margulles (Budapest), Simon Marks (London), Jochim Neigor (Tarnow), B. Neneuchansky (llolsingfors), Kmanuel Neuman (New York), Alfons Pacaflci (Florenz), P. Policansky (Capetown), Mrs. Sol. Rosonhloom (New York), Felix Rosenblüth (London), Dr. Martin Roseiiblülh (Berlin), Morris Rothenberg (New York). Harry Bacher (London), Jean Sehramek (Strafiburg), Rabbi Hillel Silver (Cleveland-Ohio), Roborl Szold (New York), Mrs. Robert Szold (New York), .1. Thursz (Casablanca), Josef Weiss (New York), Rabbi Stephen S. Wise (New York). Ponle Zlon (vereinigt mit den Zionistensn/.ialisten): Meir Braun (New York), Moloch Neustadt (Tel Aviv), Nathan GrQnblatl (Kowno), sowie 13 noch zu nominierende Vertreter der Arbeiterpartei. Misrarhi: Lazarus Barth (Berlin), Aron Blum (Warschau), Rabbi Samuel Brodt (Tomaschow, Maz.), Rat>hi Leib Fishman (Jerusalem), Erich Michaelis (Hamburg), Rabbiner Isaac Rubinstein (Wilua), Dr. Oskar Wolfsberg (Berlin). Radikale Zionlsten: Dr. Max Soloweitschik (Berlin), Dr. Emil Mareulies (Leitmeritz). Für das Direktorium des Koren Kajemeth Lejisrael: Salman Schocken (Berlin). Unsere Gemeinde Um über den Cinfang der Erwerbslosigkeit innerhalb der Jüdischen Gemeinde genaue Feststellungen zu gewinnen und daraul eine einzuleitende Hilfsaktion nulziibauen. werden die Arbeitslosen gebeten. Montag, den 27. Juli. bzw. Dienstag, den 2N. Juli, in der Höheren Israelitischen Schule. Gustav-Adolf-Str. 7. sieh einzufinden, und zwar diejenigen, deren Familienname mit den Buehstaben A—D beginnt am Montag zwischen 111—12 l'hr B— K beginnt am Montag zwischen 3—5 l'hr LI) beginnt am Dienstag zwisehen 10—12 l'hr R—I beginnt am Dienstag zw isehen 3—5 l'hr Der Krwerbslosen-AussrbuB. Wechsel in der Srhriltleitung. Für die Zeil, in der der S-hriftleiter des Gemeindcblatlcs, Herr Gemeinderabbiner Cohn, beurlaubt ist, hat Herr Gemeinderabbiner Dr. Gold mann die Schriftleitung für das Gemeindeblntt übernommen. Ks wird darauf hingewiesen, daß für die Zeit bis zum 3(1. Juli sämtliche für die Srhrittleitung bestimmten Sendungen an Herrn Gemeinderabbiner Dr. Goldmann. König-Johann-Str. 17, zu richten sind. Durch Nichtbeachtung dieser Bekanntgabe würden unangenehme Verzögerungen hervorgerufen werden. Bei dieser Gelegenheit soll erneut an die Vcreinsvorstände u»w. die Bitte gerichtet sein, ihre für das Gemeindeblatt bestimmten Mitteilungen nicht erst bei Redaktionsschluß, sondern, soweit irgend möglich, schon im Laufe des Montag jeder Woche einzureichen. Durch Anhäufung der Zusendungen in der letzten halben Stunde vor Redaktionsschluß entstehen unliebsame technische Störungen, die bei einem groflea Teile der Einsendungen leicht vermieden werden können, da der Inhalt schon rechtzeitig genug bekannt Ist, um am Montag der Schriftleitung übergeben zu werden. Die Herzlfeier der Leipziger Zionistischen Vereinigung und der irbeitsgeneinsrhafl der national-jüdischen Jugend verbünde am 5. Juli 15131 auf dem Kar-Kochba-Sportplalz. Die diesjährige Brinnerangsfeier der Leipziger /.ionisten an Theodor Henris Todestag stand im Zeichen der zionistischen Jugend. Lud es war wie meist bei solchen und ähnlichen Gelegenheiten eine grolle Freude, zu seilen, wieviel lebensfrohe und gesunde jüdische Jugend sich im Lager des sich seiner selbst wieder bewußten Volkes befindet. Gleichgültig, welcher Riebbang sie außerdem noch huldigen, ob der roten Fahne oder der ..Thor» w'awoda". oder ob einfach h lauweiß, alle sind geeint im Gedanken an den loten Führer, an den lebendigen Toten, dessen (ieist und Kraft es verstand, so viele widerstrebende Kräfte zu einem gemeinsamen Tun zu sammeln. Dieser Hertische Gedanke der zionistischen Einheit, die uns selbst und unsere Jugend trotz aller geistigen Kämpfe, die stets und ehrlich auagetragen werden sollen, zusammenfallt, dieser Gedanke bildete den Kern der klangvollen und begeisterten Rede Herrn Dr. Lohr- Ire u n d s. Er gab dem Gefühl Ausdruck, das alle Anwesenden erfüllte, als er unserer Führer in Basel gedachte, die gerade in diesen Stunden und Tagen ihren Zinnismus in harter Kongreßarbeit zu bewähren halten. Der zweite Redner, Norbert Menuehin, erinnerte die Jugend an die kraftvolle Persönlichkeit Herzls, der alles aufgab, alles, was er besali, für die Sache einsetzte und schließlich, nach wenigen Jahren aufreibendsten Kampfes, sein Leben hingeben mußte, das die Arbeit für die Idee verzehr! halte. Die Reden wurden eingerahmt von gemeinsamen hebräischen Liedern. Auch die kleinsten Mädchen des noch jungen Bar Kochhn HazaYr bemühten sich erfolgreich, die ihnen noch ungewohnten Texte taktfest mitzusingen, die den im hebräischen Lied aufgewachsenen älteren Leuten des Brilh Ilaolim und Zoire Misrachi schon geläufig waren. Der Kadiimih imponierte durch seine Geschlossenheit und Straffheit, seine Züge machten einen vorzüglichen Kindruck: er stellte auch den Organisator der Lieder, Manfred lloffnor, der die sicher nicht leichte Kinsludierung der gemeinsamen Chöre aller vier Bünde glänzend bewerkstelligt hatte. Kit) besonderes Lob gebührt auch dem Sprechchor und dessen Leiter, Zwi Do r mann vom Brilh Haolim, dem die schwere Aul gäbe, "inen Sprechebor im freien, großen Raum stark und gespannt zu gestalten, sehr gut gelungen war. Man hatte sogar das Gefühl, als ob die meisten Jungen und Müdels die Schwierigen hebräischen Fach ausdrücke des Sprechcbors wirklich verstanden. Den Schluß bildete die „Herzl-Stnffette", die dem Bar Kachlin große Ehre, dem Kadiimih eine nur schwer verschmerzte Niederlage beibrachte. Auch die Kadimah-Mädchen halten Pech, ob gleich sie anfänglich gut im Zuge waren. Eins der Mädchen str.iu ebelte, Bei, und aus war er. mit der Siegeshoffuuiig. Die durch das aufregende Spiel etwas durchcimindorgckommcin Jugend sammelte sich und einte sich im Abschluß der Feier mit der älteren Zioiiistenschntt im Gesang der llatikwah. Daun zogen die Bünde singend im geschlossenen Zuge ab, während der Himmel, dei geduldig bis zur Beendigung der Feier gewartet halte, endlich sciio schweren Wolken öffnete. So endete unsere diesjährige, nufs besti gelungene Herzl-Feier, bei der man höchstens kritisieren kann, dal die Stimmung für die Gedenkfeier an den Todestag des Führers viel leicht etwas zu gut war. Nun. man kann doch den Toten nicht besäe feiern als durch Bekundung neuen zionistischen Lebens! Und ein Gutes hatte die Feier bestimmt: Kein Kind, das vor de Schranke stand, hinter der sich das fröhliche Treiben der Blind' abspielte, wird seinen Eltern mehr Ruhe lassen, bis es auch irgend« Organisiert ist. Und mit diesem Gedanken möchte ich meiner B< trachtung noch einen moralischen Abschluß geben, einen Aufruf Bi unsere jüdischen Eltern: Jedes jüdische Kind in einen jüdisch« i Jugendbund, denn erst dort erleben sie ihre Jugend wahrhaft und lebendig, und dort bekommen sie den notwendigen Halt, der sie davoi bewahrt, im Lehen unjiidisch zu bündeln und ihren Pflichten gegen über ihrer jüdischen Gci.leinschaft untreu zu werden!