Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 28 (10.7.1931)
- Date
- 1931-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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(Semetaö cblottr DER ISRAELITISCHEN RELIGION SGE-M&IN DE- ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! Dat Gemeindeblatt erscheint |eden Freitag und wird den Mitgliedern der Rellglonsgcmelnde uncntgcltlidi durch die Post lugeatellt - Schriftleitung: Gemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig, Lohratrafic 10 NUMMER 28 / JAHRGANG 7 FREITAG lO» JULI IOII Anzelgrnverwaltung und Druck: Budidrudierol August Pries, Leipzig, BrOderstr. 59 - Fernruf 70008 - Post- Mhcdc Leipzig 530 20 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Gemeindeanlage 1931. Da die Festsetzung der Gemeindeanlage 1931 erst erfolgen kann, wenn von den Finanzämtern die erforderlichen Unterlagen vorliegen, wird zunächst eine Abschlagszahlung auf die Gemeindeanlage 1931 erhoben. Dieselbe beträgt ein Drittel des Gesamtbetrages der Gemeindeanlage 1930. Als Fälligkeitstag für die Abschlagszahlung ist der 14. Juli 1931 festgesetzt. Über die zu leistende Abschlagszahlung gehen den Steuerpflichtigen Bescheide zu. Die Steuerpflichtigen werden gebeten, die Abschlagszahlung zu dem obengenannten Fälligkeitstag, spätestens aber 14 Tage nach Zustellung des Bescheides, zu entrichten. Die Gemeindekasse, Löhrstraße 10ist werktäglich geöffnet von 9 bis 1 Uhr. Die Gemeinde hat Postscheckkonto Leipzig Nr. 50333, Bankkonto bei der Stadt- und Girobank und B. Breslauer, Leipzig. Über die Höhe des Steuersatzes, die endgültige Veranlagung und die Fälligkeit der weiteren Zahlungen folgt später noch besondere Bekanntmachung. Leipzig, den 30. Juni 1931. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Amatus Lusitanus Von Dr. L n v o s 1 Unter „Nene BQchor" seigen wir eine VerOnenUichung «l«-« Zsgreber Advokaten und Vizepräsidenten der jüdischen Kultusgemeinde übet „Jüdische Aerste in Jugoslawen" sn. Der Verfasser hat iiiim in entgegenkommender Weise die sussugsweise VerüffciillichuiiK SUS diesem Iturlii' gestattet, SudsB wir in der Lage sind, in di'ii nachfolgenden Ausführungen ein luBerst Interessanton Kiii>i)i'i des beachtlichen Büches wledersugeben. Wegen der beigefügten Bilder verweisen wir auf die Anaeige des Buches in der gleschen Nummer, l>ic Bchriftltg. Iii der freien Republik Dubrovnik (Itugusu) gab ei von altersher ■luden sowie nurh (Mische AentS. Als an der Wende des 15. .lalirbunderta die .luden nicht nur in Spanien und Portugal, sondern ist überall in Humpa unter den verschiedensten Vorwüuden aus ■ lireii He;mstütten vertrieben wurden, forderten auch die Dominianer in Dubrovnik deren Ausweisung. Der Senat gab diesem Verlangen statt; hinsichtlich der jüdischen Aerzte machte er aber eine Ausnahme: Im „Consullum senalus rogatorum" vom 4. Mai 1515 wurden zwar alle .luden und Murranen aus Duhrovnik ausgewiesen, aber "ich! „oliiciulos saniialis". Dieser Zustand währte indessen nicht lange, denn, wie Matei in seinen „Ducumeuti de hi chiesa di Itugusu" iv S i k . Zagreb. berichtet, setzte es Sultan Soliman II. durch, dali den Juden wieder erlaubt w urde, ungestört in Itagusa zu weilen, weicht s damals in einer Art Lebensverhältnis zum ottotnanisehen Reiche stand. Dali es in Dubrovnik in allen Jahrhunderten auch jüdische Aerzle gab, lieht aus zahlreichen jüdischen und Duhrovniker Urkunden und Schrillen hervor. Die .luden Dubroviiiks standen zu jener Zeit in lebhaftem Verkehr mit Süditalien. und dort nah es berühmte jüdische Hochschulen: an jener in Saleruo wurde sogar hebräisch vorgetragen. Ungeachtet dessen erregte es ungeheueres Aufsehen, als sich um die Milte des 16. Jahrhunderts in Dubrovnik die Nachricht verbreitete, Amatus Lusilanui werde als Stadtarzt kommen. Don loio Roderigu.es, geboren 1511 zu Castello Branco war eine der grollten medizinischen Autoritäten seiner Zeit und nicht nur als praktischer Arzt, sondern auch als Kachschriftsteller weltberühmt und anerkannt. Kr studierte au den Universitäten zu Salamanca. Saula rem und Lissabon. Gleich so vielen, zwangsweise zum Christentum übergetretenen .luden („Mammen") und deren Nachkommen sah sich unter dem furchtbaren Drucke der Inquisition auch loäo Roderiguei gezwungen, die so ungastlich gewordene portugiesische Heimat zu verlassen. Der grofie Strom der Auswanderer wandte sich gegen Nor-