Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 26 (26.6.1931)
- Date
- 1931-06-26
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 28 il Die glückliche Geburt ihres Sohnes Jdkl zeigen hocherfreut an Rudolf Greizerstein u. Frau Leipzig, Uferstraße MELANIE RUTH DUBINER RECHTSANWALT DR. HIRSCH HASAK VERLOBTE LHIPZIG Juni 1931 RKVAL yilumbuldtstr. 15 DANKSAGUNG Anläßlich der Barmlzwa unseres Hans sind uns so zahlreiche Beweise freundschaftlicher Gesinnung erwiesen worden, daß es ganz unmöglich tot jedem Einzelnen zu antworten. Im Namen meiner Familie möchte ich daher aut diesem Wege allerherzlichsten Dank zum Ausdruck gebracht haben. Dr. FELIX OOLDMANN v____/ Trauungen: Am Sonntag, 28. Juni 1931, 12,30 Uhr, Fraulein Esther Ruth Felsenstein. Leibnizstr. 11, mit Herrn Heinz Littauer, Jakobstr. 9, in der Wohnung Leibnizstr. 11. Am Dienstag, 30. Juni 1931, l(i Uhr, Fräulein Else Cohn, Plauen, mit Herrn Alfred Cohn, Plauen, in Leipzig, Piaflendorfer Str. 21 bei SigalL T 0 d e ■ 1111 e : 17. Juni 1931 Josef Juda Gottfried. Kaiser-Wilhelm-Str. 20. 19. Juni 1931 Abraham Ptaecbek, Hirkenstr. 8. 19. Juni 1931 Hedwig Srherzer, Asterstr. 19. Eingesandt (Für diese Rubrik übernimmt die Schriftleitung nur die preüges etzliche Verantwortung.) Ks ist sehr orfrciilh Ii. daß mit dem letzt« 11 „Eingesandt" in der letaten Nummer des Gemeindeblattet ein Problem aufgeworfen wurde, du -Jedem Vater und jeder Mutter, die danach streben, ihren Kindern eine echt jiidiselie Erziehung zuteil werden zu bissen, auf das Brennendste interessiert. Leider ist es so, duO viele Kitern. von der Last ihrer Borgen um den Kampf um das Dnsein bedrückt, nicht mit voller Aufmerksamkeit sieh der KrziebuiiK ihrer Kinder widmen können. Ks ist heute so, daß den Kindern eine Gemeinschaft mit gleichaltrigen Kameraden fehlt 11 d da LI diese Gemeinschaft als richtige Ergänzung neben der häuslichen Erziehung angesehen wird. Uns. was dem Kinde aber zu Hause gelehrt wird, kann nur dann wirksam werden, wenn das Kind auch außer dem Hause in ein«' Umgehung kommt, die die gleichen Absichten wie das Klternhaus hat und es unterstützt. Leider ist dieses nicht hei allen jüdischen Jugendbünden Leipzigs der Kall, wie auch die obengenannte Zuschrift beweist. Verschiedene Künde erziehen direkt antireligiös oder in einem Geist, der den Abfall von der Tradition und damit vom Klternhaus erleichtert. Deshalb sollten alle Kitern. die eine Gewähr dafür haben wollen, da LI ihren Kindern eine Krzichung zuteil wird, die ihren Absichten entspricht und sie zu wahren, traditionstreuen Juden macht, darauf bedacht sein, dall sie ihre Kinder nur in einem der hewuQt religiösen Jugendbünde schicken, deren es zum Glück auch welche in unserer Stadt gibt, nämlich: Zelrc Misrachi und Ksra. A. F. Vorgänge im Bar Kochba-IIaxair. Auf das „Eingesandt" in der vorigen Nummer dieser Zeitung erwidern wir. dall der Mar Kochba sich die Wahrung jüdischer Tradition selbst zum Ziel gesetzt hat und dam* zufolge von Vereins wegen noch nie etwas unternommen wurde, was den Geboten der jüdischen Religion widerpricht. Der Vorstand des Vereins hat insbesondere auch den Ha/.air-Gruiipcn strenge Anweisungen in dieser Hinsicht erteilt. Wenn nun wirklich ein lOjähriger Har Kochbaner während einer Veranstaltung am Sonnabend geschrieben hat, so geschah dies gegen die Intentionen des Vorstanden. Dieser Vorfall bietet aber durchaus keine Veranlassung, allgemein abfällige Bemerkungen über einen großen Verein zu machen. Kine an die Vcrcinslcitung gerichtete Beschwerde würde ihren Zweck gewiß erreicht haben. Der Dar Kochba hat sich um die körperliche und geistige Ertüchtigung der jüdischen Jugend Leipzigs Verdienste genug erworben, als daß ein derartig unberechtigter Angriff das Vertrauen, das er in weiten Kreisen der jüdischen Bevölkerung genießt, erschüttern könnte. Der Vorstand des Jüdischen Sportverein Dar Kochba e. V., Leipzig. Vereinsnachrichten JUdtscher Jugendbund „Frnm Roaeniwelg" Leipzig, im Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Anschrift: Frieda Bernstein. Leipzig C 1, Hohestr. 7. Heim: Jüdisches Jugendheim, Klslerstr. 7. Morgen Sonn n b e n d , den 27. VI., 21,2!> Uhr, findet wie bereits bekanntgegeben, im Saal des jüdischen Jugcndhnuscs das zeitgemäße Kabarett „p r o u n d a n 11". unter Mitwirkung erstklassiger Kräfte statt. Anschließend Tanz! Zum Vortrag gelangen Rezitationen moderner Dichter, Chansons und TSnae. Wir bitten unsere Mitglieder fllr diese Veranstaltung in ihrem Bekanntenkreise zu werben. Unkostenbeitrag SO l'f. Dienstag, den 30. Juni: Zweiter Arbeitskreis. Zur Diskussion steht das Thema: „Jüdische Jugendbewegung." Beginn 20,45 Uhr. Freitag, den 3. Juli, 21 Uhr, findet wiederum eine Freitagabendfeier unter bewährter Leitung statt. Jüdische Arbeiter-Jugend, Leipzig C 1. Am Sonnabend, dem 27. Juni 193t findet im Jugendheim, L.-Mitte, Ttlpferstr. 2, Zimmer 8. 20 Uhr, ein Vortrag über das Thema: „D a s W e s e n des Kapitalien! u s" statt. Gäste sind herzlichst willkommen. Sonntag, den 28. Juni 1931 machen wir eine Fahrt nach Pomaen. Treffpunkt 7,30 Uhr Hauptbahnhof Ostseite. Bahnfahrt bis Naunhof M. 1.20. Badesachen mitbringen. (Baden ist frei!) Auch hierzu sind Gäste willkommen. Voranzeige: Wir weisen jetzt schon darauf hin, daß am Sonnabend, dem 4. Juli 1931 ein vor kurzer Zeit zurückgekehrter Student aus der Sowjet-Union, einen Vortrag Uber das Thema: „Was ich in der Sowjet-Union sah und erlebte" sprechen wird. Wir bitten alle unsere Freunde sieh fllr diesen Abend freizuhalten. „Jüdische Arbeiter-Jugend", i. A.: Die Verwaltung. Jüdischer Arbeiter-Tnrn- und Sportverein. In der letzten Mitgliederversammlung wurde ein Bericht über das Pfingsttreffen jüdischer Arbeitersportler gegeben. Insliesonderc wurde auch aus Mitglicdcrkrciscu darauf hingewiesen, daß wir durch das Fest Sympathien auch in Bolchen Kreisen erworben haben, die uns bisher fernstanden. Betreffs Entgegnung der Angriffe, die gegen die jüdische Arbeitersportbewegung seitens des Makkabi gerichtet wurden, erhielt der Vorstand einstimmig Vollmacht, alle ihm geeignet erscheinenden Maßnahmen zu ergreifen. Ks wurde darauf hingewiesen, daß dem Makkabi durch einen Artikel in der Arlieiter-Turn- und Sportzeitung die entsprechende Antwort erteilt wird. Die Sonntags stattfindenden Fahrten erfreuen sich eines ständig wachsenden Zuspruches, auch von Sympathisierenden. Wir begrüßen dies und fordern die Freunde unseres Vereins auf. sich weiter an denselben zu beteiligen. Am kommenden Sonntag, am 28. Juni, beteiligen wir uns an dem Massenaufmarsch im Norden Leipzigs anläßlich der Vorprüfung für die Wiener Arheiterolympiadc. Das Ziel ist die Auglist-Bebel-Kampf bahn. Dort Olympiadetlbungen, Spiele und Läufe. Auch wer nicht an den Hebungen teilnimmt, muß sich am Aufmarsch beteiligen. Wir treffen uns Sonntag 12,15 Uhr am Straßcnhahnhäuschcii Fleischerplatz. Um kleidelokal in Möckern. Die Fußhallahtciluug beteiligt sich geschlossen in ihrer Sportkleidung am Aufmarsch. Im Kürze findet eine Jugendversamiulung statt, die über den weite ren Ausbau der Jtigcndahtcilung beraten soll. Eine besondere Anerkennung wurde unserer ersten Jugeudm.mn Si linft zuteil. Anläßlich des Werbetages, an dem ein vielbeachtetes Städte spiel Leipzig Nürnberg stattfindet, trägt unsere Jugend ein Werbespiel auf dem V. f. L.-Stadien aus. Ponle Zion. Montag, den 29. VI. findet eine wichtige Mitglieder Versammlung im Borochow-Hcim statt. Das Erscheinen aller ist Pflicht! Jung-Jüdischer Club. Montag, den 29. Juni 1931. 20.30 Uhr. Buch hesprechung Klabuiid: Borgia. Da au diesem Abend eine kurze Be sprechung, insbesondere wegen des Sommcrprogramms stattfinden soll erwarten wir das Erscheinen sämtlicher Mitglieder. Interessengemeinschaft der Jttd. Erwerbslosen. A c h t a n g! Am Montag, dem 29. VI. 1931 findet in der Aula der Höh. lsr. Schule eile außerordentliche V o 11 e r w e r b s I OKI T« r s a in m I u n g mit fol gcudcr Tagesordnung statt: 1. Bericht Uber den Stand der Verhandlung*' mit der Gemeinde. 2. Organisatorisches. In Anbetracht der Wichtigkeil der Tagesordnung, ist Erscheinen eines jeden erforderlich. 8 e x 11 a I -1* r 0 h I e in e. Uober dieses Thema sprach in einer Ver Sammlung der Iuteresseugemeinschaft der jüd. Erwerbslosen Herr Di Bamberg. Im Verlaufe der sehr sachlichen und interessanten Aus Führungen kam der Referent mu h auf den > 218 zu sprechen. Er begrün •lete eingehend eine Keforin des 5 218. die eine Milderung desselben vor sieht. Er verstand es auch im Zusammenhange damit umliegende Pro