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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-05-01 · 18 (1.5.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
18 (1.5.1931)
Date
1931-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seit« 4 GEMEINDEBLATT DER I8RAEL1TI8CHEN RELIQ 10NSGEME1NDE ZU LEIPZIG Nummer 18 Buchhandlung M. W. Kaufmann Brühl 8 / Telefon 23009 An der Tagung <I<t jQdischen Sozialarbeiter im Dezember 1980 Iee8en i. II. nahm die Landesfüraorgerin leü. Der Kauenberichl der LandeswohlfahrtssteUi tarnt..... Auagegeben wurden insgei Der Etat beliel Bich auf trgibi (olgendei: . 4415 M. . 4000 M. An Spenden und Zuw< und Wohlfahrtsminist ndungen vom Arbeitsirium sind eingegangen :?so M. dafl der Etat um 35 M. überschritten worden Ist. Die Ausgaben teilen sich in folgende: 1585 M. für Jugendfürsorgefälle, ir>:vt M. für Wirtschaf tzfürsorgefälle, 1800 M. für TuberkulosefQrsorgetllle, Ivs sei mir gestattet darauf hinzuweisen, dal.t lit'i dem heute fest gesellten Klal für die Landeswohllahrtsstelle in pekuniärei Hinsicht lange nicht mehr allen Anforderungen gerecht werden Wann und dafi es deshalb berechtigt und wünschenswert erscheint, die vor handenen Mittel In erster Linie für Tuberkulosetllle tu ver wenden. Iis liegt eine Reihe von Fragen vor, die die Landcswnhlfahrls stelle betreffen, und bei denen es sich insbesondere um Einzelfall, in den kleineren Gemeinden handelt. Eine Zusammenkunft aller In der Fürsorgearbeit stehenden wäre heute besonders wichtig, und ich spreche den Wunsch aus. bald eine Landoswohlfahrtstagung einsu berufen. Der Vorschlag von Kriiulein Schwab wird angenommen; dii Landeswohlfahrtstagung wird für den Ii). April in Leipsig in Aussicht genommen. Die Sitsung wurde gegen 2 Uhr durch ein von der Gemeinde Dresden dargebotenes Mittagsmahl unterbrochen, bei dem Ren K a h n (Chemnitz) der Dresdner Gemeinde für die gastliche Auf nähme den Dank der Versammlung aussprach. Am Ende der Sitsung dankt Herr Kahn Herrn Rechtsanwall s a I i n (; e r für die vorzügliche Vorbereitung und Leitung dei Tagung. Hiernach schliel.it der Vorsitzende um 0 Uhr die Tagung. Unsere Gemeinde Jüdischer Wucher. Herr Rabbiner Dr. Goldmann bittet uns um Veröffentlichung nachstehender Zuschrift: Im Anschlufi an meine Vortrüge üher den Talmud habe ich verschiedene Zuschriften erhalten, auf welche ich persönlich zu antworten In der Lage war. Auf eine anonyme Zuschrift möchte ich alier des Interesses halber an dieser Stelle eine Erwiderung gehen. Der anonyme Einsender glaubt nämlich zwischen meinen Ausführungen und dem Wortlaut der Stelle 5. Moses 23, 20/21 einen Widerspruch konstruieren zu können. Ich halte behauptet, dali Wucher dem .luden unter allen Umstanden verboten sei. \väliren<l er diese Stelle nach der lutherischen Bibelübersetzung folgendermaßen übersetzt- „Du sollst an deinem liruder nicht wuchern. An dem Fremden magst du wuchern!" Hierzu ist zu bemerken, dali die lutherische Bibelühersetzunu nicht richtig ist. Wahrscheinlich hatte früher «las Wort „Wucher" zu Luthers Zeit lediglich die Bedeutung von „Zinsnehmen" und nicht die verächtliche Bedeutung von heute. Demgemäß übersetzt die von dem Professor der evangelischen Theologie in Halle, l".. Kautzsch, herausgegebene Bibelübersetzung die Stelle folgendermuffeni ..Von deinem Volksgenossen darfst du keine Zinsen nehmen, weder für Geld, noch für Speise, (oder) für Irgend etwas (anderes), das man auf Zins leihen kann. Von dem Ausländer darfst du Zinsen nehmen, aber von deinen Volksgenossen darfst du keine fordern, damit «lieh .1..... dein Gott, in allem segne, was deine Hand unternimmt in dem Lande, in 'las du einziehst, um es in Besitz zu nehmen". Die jüdische Ueberlieferung ist der Meinung, daß die ganze Stelle sieh üar nicht auf das Zinsnehmen, sondern auf das Zins gehen erstreckt, und die Pentateoehübersetzung von Wohlgemuth und Bleichrode übersetzt folgendermaßen: ..Du sollst deinem Bruder nicht Zinsen geben, nicht Zinsen von Geld, noch Zinsen von Lebensmitteln, noch Zinsen von irgend etwas, von dem man Zinsen nimmt. Dem Fremden darfst du Zinsen geben, aber deinem Bruder sollst du nicht Zinsen geben, auf daß dich der Ewige, dein Hott, in all dem. was du erworben hast, in dem Lande segne, in das du ziehest, um et in Besitz zu nehmen." Jedenfalls ergibt sich daraus, daß nach den Auffassungen neuerei Bibelübersetzer, mögen sie Christen oder .luden sein die ganze Stelle mit W u eher nicht das geringste zu tun hat. Dr. F e 1 i x (i o 1 d m a n n. Antisemitische Tanzstunde. Ein junges Mädchen aus Leipzig war für die Tanzstunde dei Frau v. Pelchrsim, Leipzig C l. AlbertstraBe 29b, angemeldet worden. Nach der ersten Zusammenkunft ersuchte die Leiterin die Eltern des jungen Mädchens, ihre Tochter nicht mehr zu senden, da die teilnehmenden jungen Leute sich geweigert hätten, mit einer Jüdin zu tanzen. Wir geben solches bekannt, damit Eltern wie Kindel davor behütet werden, sich derartigen Beschimpfungen auszusetzen Vortrag von Herrn Ijuidrahhiner Dr. Blum Dienstag, den '21. April, sprach im Rahmen einer Werbeaktifl Herr Rabbiner Dr. Blum (Emden) auf Veranlassung der Zionisl sehen Vereinigung Leipzig und der Ortsgruppe Misrachi Leipzig ül> das Thema: ..Religion und Zionismus." Der Redner verstand es. die durch die jüdische I^ehre und d Gesell gebotene Verpflichtung zum Aufbau Palästinas, der Zuhör. schalt klar vor Augen 7,11 führen. Insbesondere hob er hervor, d« die „Mizwath Jischuw" von allersber im jüdischen Volke als ein Lebensnofwendigkeit empfunden und von allen Generationen h auf den heutigen Tag anerkannt und durchgeführt worden sei. D zahlreiche Zuhörerschaft dankte dem Redner für seine gründlich Ausführungen. In der Diskussion nahmen der Gemeinderabbiii' Dr. Carlebach und Herr Werczbeiger das Wort und stimmten d Darlegungen des Referenten fast durchweg zu. Iterieht des Frauenvereins „Ruth". Die Arbeit des Frauenvereins „Ruth" konnte auch im vorig' Jahre dank der Unterstützung der Mitglieder. Freunde und Gönn in gewohnter Weise fortgesetzt werden. Die Wöchnerinnen wurd- H Anfang April verlegte ich mein Geschäft nach RittersfraOe 1, Ediiioiis Grimmaisdie Sit. (Laden mit getrennter Damenabteilung) Johann Reichel X'ää Pelersstr. 13" Anfertigung eleg. Damen- und Herren-Moden sowie Dampf- Bügelei ehem. Reinigung — Reparaturen. Abholen und Zustellen kostenlos Franz Lorenze, Pfaffendorfer Straße 20. Telefon 199 42

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