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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-04-03 · 14 (3.4.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
14 (3.4.1931)
Date
1931-04-03
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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(Btmeinö cblatt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMErlNDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG! Das Gemetndrblatt erscheint |eden Freitag und wird den Mitgliedern der Rellgtonsgemelnde unentgeltlich durch die Pott zugrsteilt - Schriftleitung: Gemclnderabblner Gustav Cohn, Leipzig, Lohrstraße 10 NUMMER 14 / JAHR«AN« 7 FREITAG *♦ APRIL lOll Anzclgrnverwaltung und Druck: Buchdruckerci August Fries, Leipzig, Rruclrrstr. 58 - Fernruf 70000 - Postscheck Leipzig 53920 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit Genehmigung des Verfassers gestattet Gemelndeanlagen Am lf>. d. M. war tlie Restzahlung auf die Gemeindeanlage l«>30 fällig. Zur Vermeidung der kostenpflichtigen Mahnung und Zwangsvollstreckung bitten wir um umgehende Begleichung der Rückstände. Leipzig, den u. Marz 1931. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Von den Frauen in der Haggadah des Pessachfestes Von Ida I'ose 11. l-'rankfurt;i. .VI. «»Srr/wxptrer ^t^iajrsensr-ecr -|Ss a+tT-fix'wryrt' r-mygurynrj'JTya'^ IÄÜT"-" pjrpr-w »n "aoqjfcrip Mt)|W - I - .....--- Es wird zumindest bei den mit dem Inhalt der Haggadah Vertrauten zunächst Erstaunen erregen. dal.l es möglich sein soll, den Krauen tlieses Buches besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Ist doch die Haggadah nichts anderes als eine Zusammenstellung von Notizen, die «ich mit dem Aufeldhalt in Ägypten und der Befreiung von dort beschäftigen und daran anschliollend eine Sammlung von poetischen Lobpreisungen für die von (lott jedeneit bewiesene Gerechtigkeit, die dem Frommen immer doch schließlich den ihm gebührenden Sieg verschafft hat. Wo aber da von den Krauen etwas vorkommt, ist nicht recht ersichtlich. Soweit von Einzelpersonen etwas erwähnt wird, sind es die VuUerungen gelehrter Männer zu dein an dem Feste zu beobachtenden Ritual. Aber trotzdem spielen die Krauen eine bedeutsame Bolle in lern erwähnten Büchlein, wenigstens soweit es -ich dabei um illustrierte K.xemplare handelt, sicherlich auch mit ganz besonderem Recht, Gnade tlie Teilnahme an dem wichtigsten Akt des sederabends, au dem vorschriftsmitUigen Verehren der ungesäuerten Brote ist auch für die rauon notwendig, die sonst nicht alle an betimmte Zeiten gebundene (lehnte beobachten ilflSSfin Um ihre Aufmerksamkeit bis zu die- ■in etwa in der Mitte des Abends liegenden löhepuukt wachzuhalten, sahen sich wohl auch iie Illustratoren immer veranlaUt, dem Krauenden in der Vergangenheit und (legenwart erohte Aufmerksamkeit zu widmen, und es in erstlrktem Malle zur Ausschmückung heranlisieben. Sowohl die wirklich zur Vorbereitung zum Fest gehörenlen Arbeiten der Krau als auch die mit dem Feste zusaniinenhäiigenlen historischen Ereignisse werden von Künstlern zur Ausschmückung 'erwendet; nicht nur dus wörtlich in der Haggadah Krzählte wird in '•ildern dargestellt, sondern auch die indirekt damit zusammenhängen CX!T 7: | ■rmapriwSorw>fMrer«3Bwm-«!} hjgjSjÖ ^J-£\pfr<^ttvW'V^+^'r&i hskess S»£ "■*!/ -wm-wm. < t "—-'»'*■* «^faTi*» Iii' II l' Hl II» 'S, I II III ■ Rlstt uns der venetianiachen Haggadah IBM, Aus der Klischeessnunlung der Oesellachsfl zur Brforachung jüdiaeher Kunatdenkmiiler. den midraschischen Zugalien zur Geschichte der Personen, die auf irgendeine Weise mit dem Pessaehlesl verknüpft sind. So wird sogar z.B. in dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Haggadahmanuskripl von Baron Rothschild Paris (vgl. Müller und Schlosser. Die Haggadah von Serajewo) die Königin Kster dargestellt, die sich nach der rherlieferung gerade am Pes- SSChlesl die Verdienste um ihr Volk erworben hat. die alier mit dem Fest selbst nichts zu tun Italien. Auch in der in Basel 1810 gedruckte Haggadah ist die Königin Kster. die bereit« ihren Sieg über den Feind ihres Volkes erwor heu hat. in einem Bild als Hauptfigur verweil det. Durch die Erwähnung Abrahams isi dem Illustrator der Amsterdamer Haggadah Gelegenheit gegeben, die neugierige Sara heim Erscheinen der Engel hinter ihrer Türe tu zeigen. Sehr viel Stoff zur Illustration hat die wohl :imi stärksten mit dem Pessachl'est verknüpfte, aher in dem Haggadahtext vollständig zurück- Iretende Person „Moses" geliefert. Muses' Rettung von dem ihm drohenden Tod, bei dem den Krauen auch nach der Oberlieferung eine besondere Bolle zugeteilt ist. hat die verschiedenartigste Darstellung gefunden. Zunächst isl es die Szene, in der die Königstochter das Kind Moses im Wasser findet, die z.B. in der zweiten aus dem 17. Jahrhundert stammenden veuetiauiachen und Amsterdamer Haggadah auf sichtlich voneinander abweichende Weise illustriert ist. Der Unterschied in der Darstellung der beiden Drucke ist bei der Königstochter selbst am auffallendsten, in Venedig sieht sie wie eine schlichte Krau aus. die nur durch die Krone gekennzeichnet ist. in Amsterdam dagegen ist sie schon in der ganzen Haltung, durch ihr offenes Haar und ander.' kleine Merkmale von den sie umgebenden Krauen unterschieden. Die Rettang Moses' durch Pharaos Tochter in einem nur aus dem

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