Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 12 (20.3.1931)
- Date
- 1931-03-20
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit« - GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 12 vermeldet aber alles ornamentierende Beiwerk und läßl dadurch die Punktion noch deutlicher sprechen als sie durch Symbolik angedeutet werden kennte. In dein Schall der BSOntimbUchM klingt die Form der Menorah an. im übrigen aber ist es ein Riechgetäfi in praktischer, lugleich überzeugender Ausführung. Hiergegen wirken die Arbeiten von Banich Friedländer noch ■/w sehr im Gedanklichen »erhaltet, sie wollen zu viel geben und übertreiben daher manchmal die Form. In schöner Weise verwandte Harry Rosenthal in einem kugelförmigen Nerloniid aus Messing die hehräische Schrift als einzige! Ornament. Die Messingleuchter und -lampen von Abraham Hasgall bewegen sieh noch auf derselben Linie wie die Friedländerschen Arbeiten, deren Abstand von den Forderungen unserer Zeit vor allem die vorzüglichen, völlig schmucklosen, und ..nur" in klaren Linien gebauten Leuchter von Ludwig VPolpert dartun Wolpert zeigt zunächst einen großen ( hanukkaleuchter aus Bronze, ein Monu- , 1 yr- » " ■• v o . »j^^pp/ t wiederum einen mit hebräischen Schriftieichen durchbrochenen berrand tränt. Mirjam Rosenthal wagt sich auf ein neues Gebiet vor, indem si< Chainikkaleuchler, Becher, Teller und si gar Thoraielger ganz in Glas auttühr Ihre Arbeiten sind von besonderer Ziel lichkelt und entbehren nicht des poet sehen Reizes. Auch die Keramik wir durch verschiedene Künstler nutzbar ti< macht. So schuf Friedrich Adler eine schön Sederachale und einige Jahneltlampe Lotte Bud einen Chanukkaleuchter UD Lea llnlpem einen llnbdalateller ui eine Misrarhtafel Ä \\ * Elijahu-Becher (<ilas) von Mirjam Rosenthal. Ytti. lYtcnum Leuchter von Ludwig Golpert (Frankfurt a. IL). BsoiniiuhUchsc (Silber) von Kmmy Roth. nicntalwerk von einfacher Formgebung und fast strenger Sachlichkeit. Genau so die beiden Sabbatleuchter, die nichts weiter sein wollen als Lichtträger, in ihrer ruhigen Vornehmheit aber an sich etwas feierlich Frustes haben. Line besonders glückliche Lösung findet der Künstler für eine SederachQasel In (ilas und Silber und den dazugehörigen Schalen, dem Elijahubochcr und einein Kidduschbecher. Die jüdische Abteilung der Ausstellung „Kult und Form" W zunächst ein Auftakt zu neuem Schaffen, ein Aufruf an alle, den an dem Fortbeatehen unserer kultischen Gebrauch,, in lehensvol Durchblutung gelegen ist, eine erste Kraftprobe einer noch klein Schar von Künstlern, die an diese neuen Aufgaben herangeben, solche will diese Ausstellung gewertet werden. Unsere Gemeinde Israelitischer WeMtätigkeltsvereia zu Leipzig. Abi. Alfons-Jarobson- K i ml ei Im-im Dürren herg. Das Kinderheim wird Anfang Mai eröffnet. Anmeldungen für sämtliche Kolonien wi-rden entgegengenommen: Donnerstag, den '2<>. März WM Kl bi.> 12 Uhr, im Gemeindeamt, Löhrstr. 10, Erdgeschoß. Spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. /nr Reiehshaadwerherwecke. Der Vorstand des Veraina selbständiger jüdischer Handwerker EU Leipzig nebtet aus Anlaß der Iteichshandwerkerwoehe folgenden aufs wärmste zu befürwortenden Appell an unsere Gemeindemitglieder: Die in der Woche vom 15.. -22, März 1081 in ganz Deutsch!, stattfindende Reicbshandwerkerwoche, welche die große Not der d< sehen Handwerker zeigen soll, bringt erneut auch ganz besonders äußerst schwierige Lage der jüdischen Handwerker vor Augen. I jüdischen Handwerker, die genau wie die nirlitjüdi.» i unter der katastrophalen Wirtschaftslage zu leiden haben, verspät diese um so mehr, als sie auch unter dem Wirtschaft Uefa Antisemitismus schwer zu leiden haben. MHgiie Unteres Vereins berichten uns täglich Fälle, in denen sie aus die- Grunde Kunden verlieren. I'nd zu alledem kommt noch die schiin sie Tatsache, daß selbst viele jüdische Mitbürger unserer Stadt ni die Pflicht in sich fühlen, die jüdischen Handwerker zu beschäftig (ianz besonderer Vorwurf trifft dabei jüdische Vereine und Inst; Honen, die immer und immer wieder ihre Aufträge den jüdiscl Handwerkern entziehen. Immer wieder müssen wir daran erinnern, daß nur tatki