Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 11 (13.3.1931)
- Date
- 1931-03-13
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 4 QBMBINDBBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSÜEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer 1 50. Geburtstag Die Sitte, auch eines .">(). Geburtstage! in gedenken, bat eine liefe Bedeutung. Im 50. Jahre sieht der Mensch aul der Höhe seines Schattens und ein Glückwunsch vorbindet eine Anerkennung für Leistungen, die in der Vergangenheit liegen, mit dem lUversichtlichenHoflen auf reiches Wirken in der Zukunft. Gemeinderabbiner G U S t a V (' o Ii 11 feiert am lit. März dieses Fest seines 50. Geburtstags. Nachdem er in Merlin das Ii a Ii - hin crs e 111 i na r he- BUChl und auf der Universität historischen und philosophischen Studien obgelegen hatte, wurde er Rabbiner in K rotoschin, wo er in den schwersten Zeiten des Krieges und der Besitzergreifung durch Polen unter den größten Bußeren Schwierigkeiten sein Amt zum Segen verwaltete. Zinn Nachfolger des nach Königsberg gewählten Dr. Beinhold Lewiii in Leipzig gewählt, trat er am 1. I. lO'il sein Amt in unserer Gemeinde an. Schwere Jahre für unsere Gemeinde waren es, da Gustav Cohn sein Amt zu verwalten begann. Noch Hüteten aus Krieg und Gefangenschaft die Scharen der Heimkehrer zurück, ohne Existent und ohne Zukunft, immer bedenklicher wurden unter dem KinlluU der Inflation die wirtschaftlichen Verhältnisse. Es war keine leichte Stellung, in die er sich hineinarbeiten muffte, aber er griff frisch zu und steckte bald mitten in der Sosialarbeit, die in Leipzig so gewaltige Anforderungen stellt. In allen Ausschüssen und Institutionen arbeitete ei an erster stelle mit. weniger auf Grund amtlicher Verpflichtung, als au< warmem und mitfühlendem Herzen. Und da es keinen besseren Weg gibt, lieh Sympathien zu verschalten, als die von Herzlichkeit erfttllte und darum das Gefühl der Herzlichkeit erweckende Arbeil für den Mitmenschen, hat sich Gustav Cohn im Laufe des ersten Jahrzehnts .-einer Tätigkeil die Anerkennung der ganzen Gemeinde erworben, und vielen ihrer besten Glieder ist er in treuer Freundschaft verbunden. Leipzig bietet durch die Eigenart -einer Bevölkerung und seiner Probleme einem jeden Babhiner, der es mit seinen Pflichten ernnimmt, ein unendlich grofles Feld der Betätigung, Allen Aufgabi widmete sich Gustav Cohn mit Eifer und Erfolg, Nohen der Predif tätigkell auf der Kanzel und dem Unterricht in der Religionsschu arbeitete er eifrig in allen Vereinen mit. Im „Centraiverein deutsch Staatsbürger jüdischen Glaubens", dessem Ortsgruppoiivorstnnd er si gehört, widmet er sich vornehmlich den geistigen Problemen, in d< Leipzig-Loge des Ordens B'ne B'ritfl steht er mit an der Spitze d geistigen Lebens, und die Ortsgruppe der „Vereinigung für d liberale Judentum" leitet er als Vorsitzender. Jeder jüdischen I wegung, der er innerlich nahesteht, hat er seine Arbeit gewidn Danelien aber hat er noch die Zeit gefunden, auch wlssenschatll tätig zu sein. Eine große Fülle von Artikeln historischer Natur. In besondere über die jüdische Gemeinde zu Leipzig, hat er verfa und sein Buch über den „jüdischen Fried Ii 0 f" hat in den Kr sen der Fachwissenschaft wegen seiner gediegenen Methode und E ner Fülle an Material die gebührende Anerkennung gefunden. Auch als Schriftleiter des Gomoindohlntts entwickelt Gustav Co eine sehr umfangreiche Tätigkeit, die leider in ihrer Schwierigk nur allzuoft unterschätzt wird. Ein wöchentlich erscheinendes Bl. herauszugeben, ist eigentlich eine hauptamtliche Beschäftigung, Un viel Idealismus und Entsagung muß aufgewendet werden, wenn ei mit soviel Kleinigkeitskram und auch Aerger verknüpfte Arh nebenbei erledigt werden soll. Der Redakteur unseres Gemein blattekann aber mit Genugtuung feststellen, daß das Leipziger 1 meindeblatt im Kreise der Gemeindezeitungen mit als das beste gil und in der Vereinigung der Herausgeber dieser heute so wichtig wordenen Blätter führt er mit vollem Beeilte den Vorsitz. Im Namen der ganzen Gemeinde sei Gustav Cohn auch au (bestelle herzlicher Glückwunsch übermittelt! Ks sei ihm vergönnt, der Seite seiner Gattin, die im Leben der jüdischen Frauenwelt Le zigs an erster Stelle führend stellt, noch lange Jahrzehnte für d deutsche .ludenheit und die Leipziger Gemeinde erfolgreich zu betten. Wir wünschen ihm aber vor allein, daß er Freude an sei' Artieit haben möge, und daß sie ihm in immer größerem Ma Freundschaft und Verehrung der Gleichgesinnten eintrage. Den Worten allgemeiner Würdigung sei aber noch ein pen lieber Glückwunsch des Amtsbruders hinzugefügt. Seit zehn Jahl arbeiten wir zusammen, und die gemeinsame Sorge um das \\ der Gemeinde, die gemeinsame Arbeit in allen ihren Institutionen u Vereinen führen uns fast täglich zusammen. Auch mit meinem Gill wünsch möchte ich einen Dank verbinden, den Dank für seine schh und herzliche Kameradschaft, die es uns ermöglicht, nicht neb. einander, sondern miteinander unsere Flüchten zu erfüllen. Und der Hoffnung, daß es uns vergönnt sei. in treuem Zusanunenha und in echter Kollegialität auch weiterhin unseren Weg zu gehen, ich in aufrichtiger Wertschätzung und Ergebenheit dem Kollegen alten jüdischen Gruß zu: „Bis zu huiidertundzwaiizig Jahren". Felix (i o I d Iii a n Unsere Gemeinde Israelitischer WshMätigkeitsvereia zu Leipzig. Abt. Affsas-Jacekssn- Kinderheim l>ürrenherz. Das Kinderheim wird Anfang Mal eröffnet. Anmeldungen für sämt liehe Kolonien werden entgegengenommen: Donnerstag, den 12. März 1981 Donnerstag, den 10, März 1981 Donnerstag, den 28. Män 1981 in Iiir_' Uhr, im Gemeindeamt, Lührstr. 10, Brdgeschofi. spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Uatorstäts sagen zu Pessack. Der Moaus-Chitim-AusKhufi gibt bekannt, daß Gesuche um Unterstützungen zum Pessach-Ferte nicht an die Mitglieder des Moaus- Chitim-AuBSChUSSes gerichtet werden möchten, sondern nur ichriftHefa an die Jüdische Leseballe, Keilst r. I. für Moaus-Cb 11 i in - Ausschuß. „Freuden und Leiden des Berufsleben«." Der Jüdische Frauenbund, der einen Zusammenschluß et jüdischen Frauen darstellen will, sucht die Verbindung mit dei rufstätigen F'rau, teils um dieser ein Gefühl der Zusaniinengel keil zu geben, teils die Erfahrungen des berufstätigen Mens es unserer .lugend zugute kommen zu lassen. Zu diesem Zwecke ha' M Jüdische Frauenbund eine „Gruppe weiblicher Berufstätiger" im Leben gerufen. Diese Grup|>e, die schon seit November vorigen .1: allwöchentlich Zusammenkünfte mehr geselliger Art veranstalte! 1,1 mit der am 10. März stattfindenden Veranstaltung zum ersten Vor eine gröflere Oeffentliehkeit. Die richtige Berufswahl ist eine Frage von -chwerwicgei Bedeutung. Wirklichen Aufschluß über Licht- und Schatten» eines Berufs, Voraussetzungen und Aussichten, kann nur dcij geben, der durch eigene Erfahrungen mit den verschiedenen Fl eines Berufs vertraut ist. Uni Eltern und Jugendlichen eine ins zieile gehende Orientierung über verschiedene Berufsarten zu g« veranstaltet der Jüdische Frauenbund einen Vortragsabend 1 Inserat!), an welchem in verschiedenen Berufen stehende Im. über die Erfahrungen ihres Berufslebens sprechen werden. Im Rai