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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-03-13 · 11 (13.3.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
11 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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(Seuutaötbtatt DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU •FJD7|fL AMTLICHES NACH RICHTEN BLATT iLllXalVDER GEMEINDEVERWALTUNG! ■is Cemelndeblatt erscheint \vt\vu Freitag und wird •n Mitgliedern der Kellglonsgemelnde unentgeltlich irdi die Pott zugestellt — Schrlftlcltung: cmelnderabblner (»ustav Cohn, Leipzig, Lohrstraßc 10 NUMMER 11 / JAHR6AN6 7 FREITAG Ii» MARZ 1011 Anzelgenverwaltung und Drink: Budiilrutkcrol August Prien, Leipzig, Hrtalerstr. 59 - IVrnruf 70006 - JWscheck Leipzig 53920 - Nachdruck nur mit Quellenangabe und mit (fenehmlgung des Verfassers gestattet Das Haus der jüdischen Jugend in Leipzig In der Schwere unserer Tage inul.1 ein Ereignis wie die Eröffnung eines Hauses für die jüdische .lugend doppelt erfreulich wirken. Auch Leipzig hat als» nun, gleich anderen großen jüdischen Qeni inden wie etwa Herlin. Hamburg, Breslau, Nürnberg, für die gi-aintp jüdische Jugend ein Heim geschaffen. Die vielen Jugendbünde haben nicht mehr nötig, mit unzulänglichen Zimmern oder gar jjjiriz ohne Heim auszukommen. Sie müssen nicht mehr grttSte Schwierigkeiten überwinden, um einen Saal für ne größere Veranstaltung zu erlangen. Im neuen Jugendheim ist für alles gesorgt. Jeder Jugendbund hat sein eigenes, den Anforderunl'i moderner Jugendpflege in jeder Weise entsprechendes Zimmer. Bin großer Saal im Erdgeschoß dient umfangreicheren Veranstaltun- . ein Konferenzzimmer steht ebenfalls zur Verfügung. Im dritten Stockwerk wird das Chahtthein untergebracht, ßadcrüumc und ein Wi ikraum sind vorgesehen. Auch für die Mög- Ik teil der Befriedigung hungriger Magen ist V| e getragen, natürlich in religiös durchaus einwandfreier Weis«». Der geräumige Saal und die von der Jugci! nicht belegten Itäume stehen aber auch für ■II meine jüdische Zwecke zur Verfügung. So *c len die (iemeindesitzungen wohl bald im 8* B des Jugendhauses stattfinden, außerdem »II n auch jüdischen Vereinen, soweit Kaum zur Vi Qgung steht, für einzelne Veranstaltungen Zil Her überlassen werden, um dadurch die Erl Itung des Heimes zu gewährleisten. Das Haus Klsterstraße 7 ist für seine neue Aufgabe völlig neu In richtet worden. Daß es den Krfordernissen in baulicher Belli mg vollkommen genügt, ist durch die Tatsache erwiesen, «laß Hi Architekt Wilhelm Haller es in dankenswerter Weise über- Bi men hatte, für den nötigen I'mbau seine schöpferische Kraft W Verfügung zu stellen. Für die Ausstattung der Zimmer sorgen •Iii Jugendbünde selbst, womit zugleich erreicht ist, daß jeder •I» ndbund sein eigenes Zimmer als das schönste nud gemütlichste;" ben wird. Di* Verwaltung des Hauses erfolgt durch die Jugend selbst. Bi Ausschuß ist zu diesem Zweck gebildet, in «len alle Jugendbünde ihi Vertrauensleute entsenden. Außerdem hat die Religion «gemeinde Das Haus der jüdischen Jugend Elsterstr. 7. Am 1. Mär/ 1931 ist das Haus der jüdischen Jugend, Elsterstr. 7, eröffnet wurden. zwei Vertreter delegiert, die besonders bei finanziellen Kragen mitzuwirken berufen sind. Die Angelegenheiten des Hauses werden durch den Heimleiter erledigt, der auch für die innere Ordnung des Heimes Sorge zu tragen hat. Ihm sind Jugendliche aus allen Bünden, die Heimobleute, beigegeben, die ständig den reibungslosen Verkehr im Hause überwachen. Der große Portschritt, der durch dieses Jugendhaus im Leipziger jüdischen Leben zweifellos erreicht ist, wurde dadurch angebahnt, «laß die im Jugendring geeinte, fast gesamte jüdische Jugend Leipzigs es nie unterlassen hat. mit Energie die berechtigte Forderung nach der Schaffung eines Heimes zu stellen. Der Fortschritt kam zustande, weil «liese Forderung bei der Gemeindeleitung auf fruchtbaren Boden fiel, weil alle Parteien dei Gemeindevertretung einmütig die Notwendigkeit der Schaffung eines Jugendheimes anerkannten und unterstütsten. Das Erreichte wird «Thalien bleiben, wenn auch die einzelnen Gemeindemitglieder sich ihrer Pflicht bewußt sind, die Unterhaltung des Hauses durch latkrlftlge Hilf«' mit zu ermöglichen. Die Gemeinde hat das Ihrige getan, sie wird weiterhin alljährlich «'inen namhaften Betrag für das Jugendhaus zur Verfügung stellen. Die Jugend i>t sich bewußt, daß sie die Verpflichtung hat, nach Kräften au der Erhaltung ihres Hauses mitzuwirken. Die Bünde haben sich deshalb verpflichtet, ihren Möglichkeiten entsprechend einen monatlichen Beitrag zur Führung 'les Hauses zu leisten. Was noch fehlt, und es ist naturgemlfl nicht wenig, müssen «Ii«' einzelnen Mitglieder der Gemeinde erbringen. Daß es in unserer Gemeinde au Menschen nicht mangelt, denen die Förderung «ler Jugend am Herzen liegt, hat sich bereits gezeigt. Schon vor längerer Zeit wurde der Verein „Jüdisches Jugendhaus" in> Leben gerufen mit dem Zwicke der Schaffung und Erhaltung eines Jugendhauses. Schon durch kleinste Beitrage kann die Mitgliedschaft erworben werden. Ks ist Pflicht eines jeden, der für die jüdische Jugend fühlt, sich baldigst dem Verein „Jüdisches Jugendhaus" aniuschließen. Durch jung und alt erhalten, wird auch in diesen schweren Zeiten dieses Haus unserer Jugend stets zur Verfügung stehen, als notwendiger Rahmen für die Verfolgung idealer Jugendaufgaben. J.B.

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