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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1931-02-13 · 7 (13.2.1931) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
7 (1931)
Issue
7 (13.2.1931)
Date
1931-02-13
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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S.'ite i QEMEINDEBLATT DER ISKAKLITISCllKN RKLIGlONsGEMEINDE ZU LEIPZIG Nummer '. <ü r 4) Z o> TJ C 0) n *mi 9) A Ü O 3 a (D * tft a. 0 Teilzahlung gestattet Dem geehrten Publikum zur gefl. Kenntnis, daß wir etwa Mitte Februar unser Geschäft in bedeutend vergrößerte Räume nach Hainstraße 16 verlegen. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß wir auf alle Waren, wie Brillanten Uhren, Gold- und Silberwaren, Trauringe, Tafel be Siecke in echt Silber und 90 er Silberauf läge nur noch kurze Zeit 20-30% Rabatt gewähren. # Teilzahlung gern gestattet 0 S. Erlbaum & Co Gegr. 1911 ReichsstraBe 18 20 Tel. 16375 Teilzahlung gestattet sogenannten Trockenkultur geeignet ist und vorläufig;ils nicht kulturfähig ausschalten mufi. Es bleiben also 1J'? Millionen Dunam Boden übrig; von denen werden 6 Millionen durch «Ii«1 Araber n gelmäßig kultiviert, 8 Millionen Dunam sind Brache (Dreifelderwirtschaft), 1 Million sind von .luden kultiviert und '1'; Millionen sind kulturfähig über nicht kultiviert. Die arabische Landwirtschalt ist außerordentlich extensiv, so dafi bei Einfuhrung intensiver Methoden außer den beute am Lande seßhaften Arabern (400000) wahrscheinlich noch Hunderttausende Araber ihr Bröl in der Landwirtschaft linden können, ohne dall den .luden der Bodenkauf durch Gesetze erschwert werd n sollte. Von dein jüdischen Boden besitzt der KKL 280000, die l'ica etwa 374000 und Private 540 000 Dunam Boden. In Deutschland bring! der Keren Kajenieth jährlich zwischen 2 300000 Mark auf, ungefähr die Hälfte fallen hierbei auf die BOchaenleerungen. Hier i-t in der Tal eine große Chance gegebeu, die nicht entfern) bisher ausgenutil worden ist. Bs kommt darauf an. die Zahlen der Büchseninhaber in Deutschland betrachtlich ni erweitern, und ebenso den Kreis der Helfer aus der Jugend und den verschiedenen zionistischen Gruppierungen. Daß dies gelingt, hingt weitgehend von der Unterstfltiung ab, die alle zionistischen Kreise der KKL-Arbeit widmen. Man wird z. B. in den Kreisen der Poale-Zion jetzt lebhaft dafür wirken, daß alle Angehörigen dieser Gruppe und alle ihr Nabestehenden in ihrem Mause eine blaue Büchse aufstellen, um auch durch die Tat, die in der Kleinarbeit liegt,die Verbundenheit mit dei palästinensischen Arbeiterschaft su zeigen. Audi die Masse der Schekeltahler in Leipzig, die bisher in ihrem Hause noch keine KKI.-Büchse aulgestellt haben, wird unter dem Einfluß der Freunde dos KKL dazu gebracht, dies nachzuholen, damit das. was in unseren Kräften liegt, für Eres Israel getan wird. Praaeaverebi Ituth. Der gelungene Teenachmittag des Krauen verein« Knill gibt willkommene Gelegenheit, einmal nicht von den .... Zeiten sondern von den gute n Menschen su ip rechen. All den guten Menschen, die mit noch größerer Hingebung und Begeisterung als In früheren Jahren gesammelt, gespendet, gearbeitet haben, um dem materiellen und Ideellen Brfolg so ermöglichen, seilten and wollen diese Zeiten danken Kdringt uns besonders, all denen sn danken, die su reirbüch für unsere Tombola gespendet haben. Die Lotterie ohne Nieten wieviel hat sie zur Erhöhung der Feetstimmung beigetragen! Dank auc h den bewährten Kräften an den Kaffee-, Kuchen-, Bröl eiien . Obst- und Bcbokoladebuden, die so gute Bachen zu so seitgemäfl billigen Preisen boten und dennoch Gewinn ersielten. Herzlichen Dank vor allem all den Krollen und kleinen Künstlern, die im Dienste der guten Backe mit soviel Lust und Liebe, soviel Geschick und Anmut getanzt, geturnt, gespielt und gesungen haben! Die Kasse des Frauen Vereins Ituth ist für eine Weile gefällt und was beiimti noch wichtiger ist der Mm lies Vorstandes ist gehoben: voll rroher Zuversicht wird er seine segensreiche Arbeit in aller Weise weiterfuhren weil er doch, dnts für Wöchnerinnen und Säuglingsfäraorge In Leipzig das Notwendige immer «ut und gerne gegeben werden wird. Unsere Jugend Feier des lekaJäkrlgen Bestehens der Hlatadratk haawdlm in ttrith HaoUm. Bnde Februar wird im Baal des „Volkswohl" vom Brith Kaolin (JJWB.) eine Feier anläßlich lies sehnjährigen Bestehens der Histadrutl veranstaltet Ueber die Bedeutung dieser Organisation sollen die uacli folgenden Zeilen unterrichten. Im Jahre 1921 wurde die „allgemeine Organisation der jüdischet Arbeiter in Eres Israel" gegründet. her Stulln, der in den ersten Nachkriegsjahren Uber die Wel hinwegging, und der auch tief in das Bchicksal des jüdischen Volk« eingriff, fand seinen besonderen Ausdruck in der palästinensischen Ai hoiterschaft Die Arbeiterschaft hatte die ersten schweren Jahre ihre Maseins in Brea Israel Überwunden. Die Arbeit in den jüdische Kolonien unter dem Konkurrenzdruck des billigen arabischen Arbeitet der Beginn der eigenon Ansledlung das Bemühen, sieh in der bebrU srlien Sprache, im Land und in der Arbeil ZU verwurzeln, die Rinsamke des wüsten Landes, die Despotie der türkischen Herrschaft, der Kii' mit seiner Not und seinem Hunger eine schwere Kette von Leidet und Bchmera und verzweifelter Anstrengung, die man nur ertrage konnte, weil man dii historische IMIn ht auf sich genommen hatte. d< Boden Vorzubereiten für jüdische Massen, die ins Land kommen sollte Ulli es zu besiedeln. Eine kurze Zeitspanne brachte eine mächtige Konzentration suBci ordentlicher hletorischer Aufgaben mit sieh: der Gdud, der für die Iii freiung des Landes mitkämpfte; die Jugend, die aus der jüdischen Gol kam. um sieh dem Gdud anzuschließen; die Balfour-Deklaration — un anderseits die Verwüstungen in den L indern jüdischer Masaenanaiedlui tu sonders in RuBland, wo die Massen bereitstanden, in das Land l kommen: die Jugend der dritten Alljah, die in das Land eindrang ni groBe revolutionäre Energien in sieh trug, bildete einen ungeheuri Komplex von Aufgaben. Di" Iiistorisehe Btunde, auf die man jahrelang in Leiden gewart hatte, war mit Macht gekommen. Mau muBte eine Antwort auf Uli Forderungen geben, man muUte dem Sinn seiner Leiden treu bleibe! und der Aufgabe Würdig werden, mau muBte aus sieh heraus, in seih> eigenon Kraft mehr werden, um die Möglichkeiten einer historische Stunde Verwirkiii In n zu können. So fielen die Schranken, die von di Vergangenheit her noch zwischen den einseinen Teilender Arbeiterschal gestanden, und so wurde die einheitliche Organisation der jüdlscln Arbeiter in Kiez Israel, die „Histadruth haklalith schel häöwdim haiwri ei ere/ Israel", geschaffen. Binea der Grundprinzipien der palästinensischen Arbeiterschaft > die Forderung nach Einheit. Aus allen Ländern der Welt strömen Met sehen iller Sprachen und Kulturen nach Brea Israel. Hier aber soll < Volk, auf einem Land, mit einer Bpracbe entstehen; — wie könnte die unbedingte Forderung verwirklicht we rden, wenn man sich nicht jedem Augenbiek von neuem bemüht, die trennenden Wände nlede zurelßcnt Und weiterhin: wie könnte die Arbeiterkhiase in Brei Isn ihren Kampf führen, wenn sie durch entscheidende Differenzierung! in sieii gespalten und geschwächt istV Darum, aus dem nationalen u sozialistischen Grunde, aus dem Grunde ihres sozialistischen Zionisnu schrieb die palästinensische Arbeiterschaft auf ihre Kalme die Losiii „Ichud", Einheit, jene Forderung, die auf einem langen und schwer Wege verwirklich) wird, und in dem die Gründung der Histadruth i entscheidender Schritt war. Zehn Jahre sind seitdem vertiossi n. Aus den MM Arbeitern, ll der Histadruth bei der Gründung angehörten, sind Sä878 organiaiet Arbeiter geworden «Zahl nach Anfang des Jahres IttO). Aus («u \ heitern, die damals in eigenen Arbeiterwirtschaften lebten, sind SUR worden, und die Zahl der ixil Koloniearbeiter hat sich auf USTZerhöl Im Laufe der sehn Jahre wurde der Bmek besiedelt, neue Wi Echaftasweige erobert, Arbeiterviertel errichtet und Plantagen zur neu Ansledlung in der Bcharonebene gepflanzt. Die gewerkschaftliche 11 ganiaation wurde gefestigt, eine Arbeiterjugendbewegung entstand. I Arbeiterin eroberte sich Positionen in Stadl und Land. Das Netz I kulturellen Institutionen hat sich bedeutend vergröfiert. Heute be«l ■lie Histadruth l'J Schulen und .'•■! Kindergärten, die von i.'itHi Kind' besucht werden: sie veranstalte! Abendkurse und Arbeiterseminare; 1 Werkschulen und eine Bportorgsnisstion: „llapoRI" (der Arbeiter). I Arbeiterbank und He Arbeiteraparkasse hat Ihr Vermögen um ein I deutendes erhöht, der PaHstina-Arbeiterfonds ist in ih n Beaits Histadruth übergegangen, und ein Koo|>crationsfoiid wurde Beschall „Tenuwah" und „Hamaschbir" (Verkaufs* und Konsumgesellschaft halien sich außerordentlich vergröBert; ...lad.in" (Unternehmen zur A ruhrung landwirtechsftlicher Arbeiten) wurde neu gegründet, und << den einzelnen Kwusoth wurde eine große Kibuzbewegung geschaffen Weil die Histadruth gewachsen Ist, trotz der Mandatebedluguugi weil die Pogrome, welche über das Land hereinbrachen, sie ni< schwächte; well die Antwort auf das Alijahverbol In Mai eine \ Stärkung der Chalusbewegung und die Binberufung «les „Kongres> für das arbeitende Paläatina" war. weil der Druck von autlcu 11 ethisch" Kraft und ihren Willen stärkt, darum ist die Histadruth I groBes und treues Werkzeug der Brneuerungsbewegung des jüdisch Volkes.

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